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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
16
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
16

Apollonius gibt sich zu erkennen und erweist sich der Königstochter in der Muse überlegen

(16) Apollonius vero universos casus suos exposuit et finito sermone lacrimas effundere coepit. Quem ut vidit rex flentem, respiciens filiam suam ait: "Nata dulcis, peccasti, quae, dum plenius nomen et casus adolescentis agnosceres, veteres ei renovasti dolores. Ergo, dulcis et sapiens filia, ex quo agnovisti veritatem, iustum est, ut ei liberalitatem tuam quasi regina ostendas." 16. Apollonius aber erzählte seine ganze Leidensgeschichte; als er damit zu Ende war, konnte er sich nicht länger der Tränen erwehren. Als ihn nun der König weinen sah, schaute er zu seiner Tochter und sprach: "Liebes Kind, du hast nicht wohl daran getan; durch deine eindringliche Erkundigung nach seinem Namen und seinen Schicksalen hast du dem Jüngling vergangene Schmerzen erneuert. Deshalb, du liebes, verständiges Mädchen, wäre es gut, wenn du dem Mann, von dem du die Wahrheit hörtest, nun auch wie eine Königin deine Milde erzeigst."


Puella vero respiciens Apollonium ait: "Iam noster es, iuvenis, depone maerorem; et quia permittit indulgentia patris mei, locupletabo te." Apollonius vero cum gemitu egit gratias.
Das Mädchen aber blickte zu Apollonius hin und sprach: "Du gehörst nun zu uns, edler Jüngling; gib die Trauer auf! Weil es die Güte meines Vaters erlaubt, will ich dich reich machen."
Rex vero videns tantam bonitatem filiae suae valde gavisus est et ait ad eam: "Nata dulcis, me salvum habeas. Iube tibi afferre lyram et aufer iuveni lacrimas et exhilara ad convivium." Puella vero iussit sibi afferri lyram. At ubi accepit, cum nimia dulcedine vocis cordarum sonos(, melos cum voce) miscebat. Omnes convivae coeperunt mirari dicentes: "Non potest esse melius, non esse dulcius plus isto, quod audivimus!" Apollonius dankte ihr unter Seufzen. Als aber der König an seiner Tochter solche Herzensgüte wahrnahm, wurde er hoch erfreut und sprach zu ihr: " Teueres Kind, mache mich glücklich: lasse dir die Laute bringen und banne dem Jüngling die Tränen und erheitere ihn beim Mahl." Das Mädchen aber ließ sich die Laute herbeibringen. Sobald sie sie in Händen hielt, mischte sie die ganze Süße ihrer Stimme mit den Tönen der Saiten( , ihr Spiel mit dem Gesang). Alle Gäste gerieten in Verwunderung und sagten: "Es kann nichts Schöneres, nichts Entzückenderes geben, als was wir gehört haben."
Inter quos solus tacebat Apollonius. Ad quem rex ait: "Apolloni, foedam rem facis. Omnes filiam meam in arte musica laudant, quare tu solus tacendo vituperas?" Apollonius ait: "Domine rex, si permittis, dicam, quod sentio: filia enim tua in artem musicam incidit, sed non didicit. Denique iube mihi dari lyram, et statim scias, quod ante nesciebas." Rex Archistrates dixit: "Apolloni, ut intelligo, in omnibus es locuples."
Von allen schwieg allein Apollonius. Der König sprach zu ihm: "Apollonius, du verhältst dich unhöflich: alle loben meine Tochter in der Musik: Warum gibst allein du durch Schweigen deinen Tadel zu verstehen?" Apollonius sagte: "Herr und König, erlaubst du es mir, so will ich meine Meinung äußern: deine Tochter hat wohl in der Musik einen Anfang , aber es fehlt ihr noch die rechte Meisterschaft. So lass denn mir die Laute geben: du sollst gleich wissen, was du bist jetzt nicht wusstest." Der König Archistrates sagte: "Apollonius, wie ich merke, bist du mit allen Gaben reich gesegnet."
Et induit statum lyricum et corona caput coronavit et accipiens lyram introivit triclinium. Et ita stetit, ut discumbentes non Apollonium, sed Apollinem existimarent. Atque ita facto silentio Der Jüngling machte sich für seine lyrische Rolle bereit: er legte einen Kranz auf sein Haupt und trat mit der Laute in den Saal ein. So herrlich war sein ganzes Wesen, dass die Tischgäste ihn nicht für Apollonius, sondern für Apollo hielten. Als so alles verstummt war,
'arripuit plectrum, animumque accomodat arti.'
Nimmt er das Stäbchen zur Hand und legt in die Kunst seine Seele,
Miscetur vox cantu modulata cordis. Discumbentes una cum rege in laude clamare coeperunt et dicere: "Non potest melius, non potest dulcius!"
Mit den Saiten vermischt sich das Wort in melodischem Gesang. Die Gäste und der König äußerten laut ihr beifälliges Lob und sagten: "Es kann nichts Schöneres, nichts Entzückenderes geben."
Post haec deponens lyram ingreditur in comico habitu et mirabili manu et saltu inauditas actiones expressit. Post haec induit tragicum: et nihilominus admirabiliter complacuit ita, ut omnes amici regis et hoc se numquam audisse testarentur nec vidisse. Danach legte er die Laute nieder: er erschien in komischem Aufzug und mit erstaunlicher Hand- und Fußfertigkeit überraschte er durch großartige Darstellungen. Danach spielte er die tragische Rolle; hierin nicht weniger bewunderungswürdig, gefiel er so, dass alle Freunde des Königs erklärten, so etwas noch nicht gehört oder gesehen zu haben.
Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
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Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:
w32
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