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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
26
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
26

Anlandung der Totenlade bei Ephesus. Eine überraschende Entdeckung

(26) Iussit loculum mitti in mare cum amarissimo fletu. Tertia die eiciunt undae loculum: venit ad litus Ephesiorum, non longe a praedio cuiusdam medici, qui in illa die cum discipulis suis deambulans iuxta litus vidit loculum effusis fluctibus iacentem et ait famulis suis: "Tollite hunc loculum cum omni diligentia et ad villam afferte!" 26. Mit bitterstem Weinen gebot er, den Sarg in das Meer hinabzulassen. Am dritten Tag werfen die Wogen den Sarg ans Land: er gerät an die Küste bei Ephesus unfern dem Landsitz eines Arztes (namens Chäremon), der mit seinen Schülern gerade einen Spaziergang machte. Als er nun die herangeschwemmte Totentruhe an der Meeresküste liegen sah, sagte er zu seinen Dienern: "Nehmt diesen Sarg mit aller Vorsicht auf und schafft ihn in mein Landhaus!"
Quod cum fecissent famuli, medicus libenter aperuit et vidit puellam regalibus ornamentis ornatam, speciosam valde et in falsa morte iacentem et ait: "Quantas putamus lacrimas hanc puellam suis parentibus reliquisse!" Et videns subito ad caput eius pecuniam positam et subtus codicillos scriptos ait: "Perquiramus, quid desiderat aut mandat dolor." Die Diener taten es; der Arzt öffnete ohne Umstände die Lade, er sieht ein junges Weib mit königlichem Schmuck angetan und von herrlichster Schönheit scheinbar tot darin liegen und bricht in die Worte aus: "Wie manche Träne mag wohl diese junge Frau ihren Eltern hinterlassen haben!" Plötzlich gewahrt er das Geld, das zu ihren Häupten lag und darunter ein Brieftäfelchen. "Lasst uns nachsehen ", sprach er, "wonach der Schmerz verlangt undwas er uns aufgibt."
Qui cum resignasset, invenit sic scriptum 'Quicumque hunc loculum invenerit habentem in eo viginti sestertia auri, peto, ut decem sestertia habeat, decem vero funeri impendat. Hoc enim corpus multas dereliquit lacrimas et dolores amarissimos. Quodsi aliud fecerit, quam dolor exposcit, ultimus suorum decidat, nec sit, qui corpus suum sepulturae commendet'. Er öffnete den Brief und fand solches geschrieben: "Wer diesen Sarg auffindet, den bitte ich, von den beigegebenen zwanzig Sesterzen zehn zu behalten, die anderen zehn aber für das Begräbnis zu verwenden. Denn dieser Leichnam hat viele Tränen und bitterste Schmerzen hinterlassen. Tut er anderes, als der Schmerz zu vollbringen fordert, dann soll er als der letzte seines Stammes aus dem Leben scheiden, und es soll keiner sein, der seinen Leib einem Grab übergebe."
Perlectis codicillis ad famulos ait: "Praestetur corpori, quod imperat dolor! Iuravi itaque per spem vitae meae in hoc funere amplius me erogaturum, quam dolor exposcit." Et haec dicens iubet continuo instrui rogum. Nachdem er die Worte gelesen hatte, sprach er zu seinen Dienern: "Dem Leichnam soll widerfahren, was der Schmerz gebietet. Ich habe also, so lieb mir mein Leben ist, bei mir den Schwur getan, für diese Tote mehr aufzuwenden, als was der Schmerz von uns verlangt." Nach diesen Worten befiehlt er, sogleich einen Scheiterhaufen zu errichten.
Sed dum sollicite atque studiose rogus aedificatur atque componitur, supervenit discipulus medici, aspectu adulescens, sed, quantum ingenio, senex. Hic cum vidisset speciosum corpus super rogum velle poni, intuens magistrum ait: "Unde hoc novum nescio quod funus?" Magister ait: "Bene venisti, haec enim hora te expectat. Tolle ampullam unguenti et, quod est supremum, defunctae corpori puellae superfunde." Während nun der Scheiterhaufen mit aller Achtsamkeit und Sorgfalt aufgebaut und geschichtet wird, kommt ein Schüler des Arztes hinzu, dem Aussehen nach ein Jüngling, aber was den Verstand anging, ein Greis. Als dieser den herrlichen Leib erblickte, der auf den Scheiterhaufen gelegt werden sollte, sah er seinen Meister an und sprach: "Woher kommt diese mir so gänzlich fremde Tote?" "Du kommst gar gelegen", sprach der Meister: "denn diese Stunde verlangt dich. Nimm ein Fläschchen mit Salböl und gieße es als letzten Liebesdienst über den Leib der Hingeschiedenen aus."
At vero adulescens tulit ampullam unguenti et ad lectum devenit puellae et detraxit a pectore vestes, unguentum fudit et omnes artus suspiciosa manu retractat, sentitque a praecordiis pectoris torporis quietem. Der Jüngling holte ein Gefäß mit Salböl und trat an das Lager der jungen Frau. Er nahm die Gewänder von der Brust, träufte das Salböl aus und betastete alle Teile des Körpers mit zweifelnder Hand. Da fand er die Herzgegend von der sonstigen Starre frei.
Obstupuit iuvenis, quia cognovit puellam in falsa morte iacere. Palpat venarum indicia, rimatur auras narium; labia labiis probat: sentit gracile spirantis vitam prope luctare cum morte adultera et ait: "Supponite faculas per quattuor partes." Der Jüngling erstaunte; denn nun merkte er, dass das zarte Wesen nur im Scheintod liege. Er fühlt ihr den Puls, weitet ihr die Nasenlöcher, prüft ihre Lippen durch die seinen und merkt, dass sie ganz schwach atment und ihr Leben mit dem vermeintlichen Tod ringt. Darauf ordnete er an: "Legt wärmende Brände an den vier Seiten unter!"
Quod cum fecissent, tentat lentas igne supposito retrahere manus, et sanguis ille, qui coagulatus fuerat, per unctionem liquefactus est. Als man dies getan hatte, sucht er die durch das untergelegte Feuer wieder geschmeidig gewordenen Hände nach oben zu führen, und das zuvor erstarrte Blut kam infolge der Salbung wieder in Fluss.
Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
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Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:
w40
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