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SEXTUS AURELIUS VICTOR

EPITOME DE CAESARIBUS

Teil I: Cap.1-10

 
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INCERTI AUCTORIS

EPITOME DE CAESARIBUS

1-10

UNBEKANNTER AUTOR

AUSZUG AUS DER KAISERGESCHICHTE

1-10

(1) 1 Anno urbis conditae septingentesimo vicesimo secundo, ab exactis vero regibus quadringentesimo octogesimoque, mos Romae repetitus uni prorsus parendi, pro rege imperatori vel sanctiori nomine Augusto appellato. 2 Octavianus igitur, patre Octavio senatore genitus, maternum genus ab Aenea per Iuliam familiam sortitus, adoptione vero Gai Caesaris maioris avunculi Gaius Caesar dictus, deinde ob victoriam Augustus cognominatus est. 3 Iste in imperio positus tribuniciam potestatem per se exercuit.

I. (1) Im 722sten Jahr nach Roms Erbauung, im 480sten Jahr nach Vertreibung der Könige kam Rom wieder unter die dauernde Herrschaft eines einzigen, der statt des königlichen Titels den Namen Imperator oder den ehrwürdigeren Augustus führte. (2) So erhielt denn Octavianus, ein Sohn des Senators Octavius, der durch die iulische Familie mütterlicherseits ein Abkömmling des Aeneas war, und der von seinem Großonkel Gaius Caesar an Kindesstatt angenommen auch Gaius Caesar genannt wurde, in der Folge wegen seiner Siege den Beinamen Augustus. (3) Während der ganzen Dauer seiner Regierung übte dieser die Tribunengewalt allein aus.

4 Regionem Aegypti inundatione Nili accessu difficilem inviamque paludibus in provinciae formam redegit. 5 Quam ut annonae urbis copiosam efficeret, fossas incuria vetustatis limo clausas labore militum patefecit. 6 Huius tempore ex Aegypto urbi annua ducenties centena milia frumenti inferebantur. 7 Iste Cantabros et Aquitanos, Rhaetos, Vindelicos, Dalmatas provinciarum numero populo Romano coniunxit. Suevos Cattosque delevit, Sigambros in Galliam transtulit. Pannonios stipendiarios adiecit. Getarum populos Basternasque lacessitos bellis ad concordiam compulit. 8 Huic Persae obsides obtulerunt creandique reges arbitrium permiserunt. 9 Ad hunc Indi, Scythae, Garamantes, Aethiopes legatos cum donis miserunt.

(4) Ägypten, das wegen der Überschwemmungen des Nils ebenso schwer zugänglich, wie wegen seiner Sümpfe unwegsam war, verwandelte er in eine römische Provinz (5) und ließ, um dieses Land besser für den Getreidebedarf Roms zu nutzen, die im Verlauf der Zeit aus Nachlässigkeit verschlämmten Kanäle durch seine Soldaten wieder öffnen. (6) Rom bezog unter ihm jährlich 20 Mio. Scheffel Getreide aus diesem Land. (7) Augustus vermehrte die Zahl der römischen Provinzen durch die Gebiete der Cantabrer, Aquitaner, Räter, Vindelicer und Dalmatier. Er vertilgte die Sueven und Chatten und verpflanzte die Sigambrer nach Gallien. Die Pannonier machte er zu steuerplichtigen römischen Untertanen. Dem gegenseitigen Krieg der getischen Völkerschaften und der Bastarner machte er dadurch ein Ende, dass er sie zu einem friedlichen EInverständnis zwang. (8) Die Perser sandten Geiseln an ihn und stellten die Besetzung ihres Königsthrones seiner Wahl anheim. (9) Die Inder, Skythen, Garamanten und Äthiopier ließen ihm durch Gesandte Geschenke überreichen.
10 Adeo denique turbas, bella, simultates exsecratus est, ut nisi iustis de causis numquam genti cuiquam bellum indixerit. Iactantisque esse ingenii et levissimi dicebat ardore triumphandi et ob lauream coronam, id est folia infructuosa, in discrimen per incertos eventus certaminum securitatem civium praecipitare; 11 neque imperatori bono quicquam minus quam temeritatem congruere: satis celeriter fieri, quicquid commode gereretur, 12 armaque, nisi maioris emolumenti spe, nequaquam movenda esse, ne compendio tenui, iactura gravi petita victoria similis sit hamo aureo piscantibus, cuius abrupti amissique detrimentum nullo capturae lucro pensari potest. (10) Friedensstörungen, Kriege und Feindseligkeiten verabscheute Augustus so sehr, dass nur die gerechtesten Ursachen ihn zu einem Krieg gegen ein Volk bewegen konnten. Es verrate, pflegte er zu äußern, einen hohen Grad von Eitelkeit und Leichtsinn, die Ruhe der Bürger aus Heißhunger nach einem Triumph und einem Lorberkranz, das heißt nach unfruchtbaren Blättern, durch die ungewissen Erfolge der Waffen in Gefahr zu stürzen; (11) und für niemanden zieme sich ein unbesonnener und gewagter Schritt weniger als für einen guten Regenten: schnell genug geschehe, was zu rechten Zeit geschehe. (12) Die Waffen dürfe man nur dann in Bewegung setzen, wenn sich ein größerer Gewinn erwarten lasse, sonst dürfte der Gewinn eines neben geringen Vorteilen von empfindlichen Verlusten begleiteten Sieges einer Fischerei mit goldener Angeln ähnlich sein, wo, wenn diese abreiße und verloren gehe, auch der reichlichste Fang den Verlust nicht zu ersetzen vermöge.

13 Huius tempore trans Rhenum fluvium vastatus est Romanus exercitus atque tribuni et propraetor. Quod in tantum accidisse perdoluit, ut cerebri valido incursu parietem pulsaret, veste capilloque ac reliquis lugentium indiciis deformis. 14 Avunculi quoque inventum vehementer arguebat, qui milites commilitones novo blandoque more appellans, dum affectat carior fieri, auctoritatem principis emolliverat. 15 Denique erga cives clementissime versatus est. 16 In amicos fidus extitit. Quorum praecipui erant ob taciturnitatem Maecenas, ob patientiam laboris modestiamque Agrippa. Diligebat praeterea Virgilium Flaccumque poetas. Rarus quidem ad recipiendas amicitias, ad retinendas constantissimus. 17 Liberalibus studiis, praesertim eloquentiae, in tantum incumbens, ut nullus ne in procinctu quidem laberetur dies, quin legeret, scriberet, declamaret.

(13) Unter der Regierung dieses Kaisers wurde ein römisches Heer samt den Tribunen und dem Proprätor jenseits des Rheins niedergehauen, ein Unfall, den er so schmerzlich empfand, dass er mit dem Kopf heftig gegen die Wand rannte, sein Haar wachsen ließ, Trauerkleider anlegte und auch sonst noch in seinem übrigen Äußeren die Zeichen seiner Trauer blicken ließ. (14) Das Beispiel seines Oheims, der zuerst, um sich bei dem Heer beliebt zu machen, die Soldaten mit dem gewinnenden Namen "Kameraden" angeredet hatte, missbilligte Augustus sehr, weil er dadurch das Ansehen des Heerführers geschwächt hatte. (15) Gegen die römischen Bürger betrug sich Augustus sehr milde. (16) Seinen Freunden, unter denen Maecenas wegen seiner Verschwiegenheit und Agrippa wegen seiner unermüdlichen Tätigkeit und Mäßigung den ersten Rang bei ihm behaupteten, war er sehr ergeben, auch schätzte und liebte er die Dichter Vergil und Flaccus. So selten Augustus freundschaftliche Verhältnisse anknüpfte, so standhaft blieb er ihnen treu. (17) Für die Wissenschaften, besonders für die Beredsamkeit, empfand er eine so große Vorliebe, dass er keinen Tag, nicht einmal im Feldlager, vergehend ließ, ohne etwas zu lesen, niederzuschreiben oder zu deklamieren.

18 Leges alias novas alias correctas protulit suo nomine. Auxit ornavitque Romam aedificiis multis, isto glorians dicto: 19 "Urbem latericiam repperi, relinquo marmoream." 20 Fuit mitis, gratus, civilis animi et lepidi, corpore toto pulcher, sed oculis magis. Quorum aciem clarissimorum siderum modo vibrans libenter accipiebat cedi ab intendentibus tamquam solis radiis aspectui suo. A cuius facie dum quidam miles oculos averteret et interrogaretur ab eo, cur ita faceret, respondit: "Quia fulmen oculorum tuorum ferre non possum".

(18) Gesetze ließ er teils neu, teils verbessert unter seinem Namen erscheinen. (19) Rom wurde von ihm mit vielen Gebäuden erweitert und verschönert, daher sein Stolz sich in den Worten gefiel: eine Stadt von Ziegelsteinen habe ich gefunden, von Marmor hinterlasse ich sie. (20) Augustus war sanft, einnehmend, herablassend und voll Witz und Geist. Er war schön von Person, hatte aber besonders schöne Augen. Ihre Schärfe ließ er gleich den hellsten Sternen sprühen, und es machte ihm Vergnügen, wenn diejenigen, die seinem Blick begegneten, vor seinem Anblick wie vor den Strahlen der Sonne zurückwichen. Einst wandte ein Soldat die Augen von seinem Angesicht weg und entgegnete, als Augustus ihn nach dem Grund fragte: weil ich den Blitz deiner Augen nicht ertragen kann.

21 Nec tamen vir tantus vitiis caruit. Fuit enim paululum impatiens, leniter iracundus, occulte invidus, palam factiosus, porro autem dominandi supra quam aestimari potest, cupidissimus, studiosus aleae lusor. 22 Cumque esset cibi ac vini multum, aliquatenus vero somni abstinens, serviebat tamen libidini usque ad probrum vulgaris famae. Nam inter duodecim catamitos totidemque puellas accubare solitus erat. 23 Abiecta quoque uxore Scribonia amore alienae coniugis possessus Liviam quasi marito concedente sibi coniunxit. Cuius Liviae iam erant filii Tiberius et Drusus. 24 Cumque esset luxuriae serviens, erat tamen eiusdem vitii severissimus ultor, more hominum, qui in ulciscendis vitiis, quibus ipsi vehementer indulgent, acres sunt. Nam poetam Ovidium, qui et Naso, pro eo, quod tres libellos amatoriae artis conscripsit, exilio damnavit. 25 Quodque est laeti animi vel amoeni, oblectabatur omni genere spectaculorum, praecipue ferarum incognita specie et infinito numero.

(21) Allein, so groß dieser Mann war, so war er doch keineswegs frei von Fehlern. Er war etwas unduldsam, leicht zum Zorn, jedoch auch zur Versöhnung geneigt, insgeheim voll Missgunst, öffentlich parteiisch; überdies war er von einer allen Glauben übersteigenden Herrschsucht erfüllt und ein leidenschaftlicher Würfelspieler. (22) Zwar wusste er sich im Genuss der Speisen und des Weins, in einem gewissen Grad auch in denen des Schlafs sehr zu mäßigen, aber in den Genüssen der Wollust war er so wenig Herr über sich, dass er sogar Gegenstand ärgerliche Stadtgespräche wurde. Bei Tisch nahm er gewöhnlich seinen Platz zwischen zwölf Lustknaben und einer gleichen Anzahl Mädchen. (23) Auch hatte er, gefesselt von der Liebe zu der Gattin eines anderen, nämlich zur Livia, seine Gemahlin Scribonia verstoßen, und verband sich, scheinbar mit Einwilligung ihres Mannes, mit ersterer, obgleich sie bereits zwei Söhne, den Tiberius und Drusus, hatte. (24) So sehr aber Augustus selbst Sklave der Wollust war, so streng bestrafte er dieses Laster an anderen, wie denn der Mensch überhaupt diejenigen Fehler an anderen am strengsten zu ahnden pflegt, denen er selbst leidenschaftlich ergeben ist. So wurde der Dichter Ovid, der auch Naso heißt, von ihm mit der Verbannung bestraft, weil er drei Bücher über die Kunst der Liebe verfasst hatte.(25) Augustus fand auch, was einen heiteren, fröhlichen Sinn bekundet, Vergnügen an jeder Art von Schauspielen, besonders an dem Anblick zahlreicher unbekannter wilder Tiere.
26 Annos septem et septuaginta ingressus Nolae morbo interiit. 27 Quamquam alii scribant dolo Liviae exstinctum metuentis, ne, quia privignae filium Agrippam, quem odio novercali in insulam relegaverat, reduci compererat, eo summam rerum adepto poenas daret. 28 Igitur mortuum seu necatum multis novisque honoribus senatus censuit decorandum. Nam praeter id, quod antea Patrem patriae dixerat, templa tam Romae quam per urbes celeberrimas ei consecravit, cunctis vulgo iactantibus: "Utinam aut non nasceretur aut non moreretur!" 29 Alterum pessimi incepti, exitus praeclari alterum. Nam et in adipiscendo principatu oppressor libertatis est habitus et in gerendo cives sic amavit, ut tridui frumento in horreis quondam viso statuisset veneno mori, si e provinciis classes interea non venirent. 30 Quibus advectis felicitati eius salus patriae est attributa. Imperavit annos quinquaginta et sex, duodecim cum Antonio, quadraginta vero et quattuor solus. 31 Qui certe nunquam aut rei publicae ad se potentiam traxisset aut tamdiu ea potiretur, nisi magnis naturae et studiorum bonis abundasset. (26) Augustus starb in seinem 77. Lebensjahr zu Nola an einer Krankheit. (27) Indes behaupten einige Geschichtsschreiber, ein Anschlag der Livia habe sein Leben beendet. Diese habe, sagen sie, gehört, dass Agrippa, der Sohn Ihrer Stieftochter, dessen Verweisung auf eine Insel ihr stiefmütterlicher Hass bewirkt hatte, Erlaubnis zur Rückkehr erhalten habe und befürchtete, dieser könne sie büßen lassen, wenn er zur Regierung gelange. (28) Mag nun Augustus eines natürlichen oder gewaltsamen Todes gestorben sein, der Senat beschloss, sein Andenken durch viele neue Ehrenbezeugungen zu verherrlichen. Denn außer dass er ihm schon vorher den Namen "Vater des Vaterlandes" zuerkannt hatte, widmete er ihm Tempel zu Rom und in den ansehnlichsten Städten des Reiches, und allgemein war der Wunsch, er möge entweder nicht geboren oder nicht gestorben sein. (29) Von diesen Worten bezieht sich der erste Teil auf das Schändliche seiner beginnenden, der zweite auf das Treffliche seiner endenden Laufbahn. Denn während er mit dem Erwerb der obersten Gewalt beschäftigt war, hielt man ihnen für einen Unterdrücker der Freiheit; in ihrem Fortgang aber liebte er die Römer in einem so hohen Grad, dass er einst, da die Vorratshäuser nur noch auf drei Tage Getreide enthielten, an Gift zu sterben im Sinn hatte, wenn nicht indessen die Flotten aus den Provinzen kämen. (30) Sie trafen ein und die Rettung des Vaterlandes wurde seinem Glück zugeschrieben. Seine Regierung umfasst im ganzen einen Zeitraum von 56 Jahren, von denen er zwölf in Gemeinschaft mit Antonius, 44 allein regierte. Hätte dieser Regent nicht wirklich teils angeborene, teils angeeignete große Vorzüge besessen, wahrlich, nie wäre es ihm geglückt, zu dem Besitz der höchsten Gewalt im Staat zu gelangen oder sich eine so lange Zeit in ihr zu behaupten.
(2) 1 Claudius Tiberius, Liviae filius, Caesaris Octaviani privignus, imperavit annos viginti tres. 2 Iste, quia Claudius Tiberius Nero dicebatur, eleganter a iocularibus Caldius Biberius Mero ob vinolentiam nominatus est. 3 Satis prudens in armis satisque fortunatus ante sumptum imperium sub Augusto fuit, ut non immerito rei publicae dominatus ei committeretur. 4 Inerat ei scientia litterarum multa. Eloquio clarior, sed ingenio pessimo, truci, avaro, insidioso, simulans ea se velle, quae nollet; his quasi infensus, quibus consultum cupiebat, his vero, quos oderat, quasi benivolus apparens. 5 Repentinis responsionibus aut consiliis melior quam meditatis. 6 Denique delatum a patribus principatum (quod quidem astu fecerat) ficte abnuere, quid singuli dicerent vel sentirent, atrociter explorans: quae res bonos quosque pessumdedit. 7 Aestimantes enim ex animo eum longa oratione imperialis molestiae magnitudinem declinare, cum sententias ad eius voluntatem promunt, incidere exitia postrema. II. (1) Claudius Tiberius, ein Sohn der Livia und der Stiefsohn des Caesar Augustus, regierte dreiundzwanzig Jahre. (2) Sein eigentlicher Name Claudius Tiberius Nero wurde, weil er dem Trunk sehr ergeben war, von den Spöttern witzig in Caldius Biberius Mero verkehrt. (3) Tiberius besaß viele Feldherrntalente und das Glück begünstigte ihn unter Augustus vor seiner Thronbesteigung so, dass ihm die Lenkung des Staates mit dem vollsten Recht anvertraut werden konnte. Überdies besaß er ausgebreitete wissenschaftliche Kenntnisse und zeichnete sich als Redner aus, aber sein Charakter war grundschlecht, voll Grausamkeit, Habsucht und Hinterlist. Er stellte sich oft, als wünsche er etwas, was er doch nicht wollte, war denjenigen, denen er wohl wollte zum Schein abgeneigt und heuchelte Gewogenheit gegen diejenigen, die er hasste. (5) Die Antworten und Entschlüsse, die ihm der Augenblick eingab, zeichneten sich weit vor denjenigen aus, worauf er sich lange besonnen hatte. (6) Als ihm vom Senat die Obergewalt angeboten wurde, stellte er sich hinterlistig, als wolle er sie ausschlagen, aber mit der heimtückischen Absicht, die Gedanken und Gesinnungen eines jeden auszuspähen, was denn gerade die trefflichen Männer ins Verderben stürzte. (7) Denn während sie die lange Rede, in der er die Größe der kaiserlichen Bürde zurückwies, für den wahren Ausdruck seiner Gesinnung nahmen und seinem Wunsch ihre Zustimmung gaben, hatten sie sich für die Folgezeit ihren Untergang bereitet.
8 Iste Cappadocas in provinciam remoto Archelao rege eorum redegit. Gaetulorum latrocinia repressit. Marobodum, Suevorum regem, callide circumvenit. 9 Cum immani furore insontes noxios, suos pariter externosque puniret, resolutis militiae artibus Armenia per Parthos, Moesia a Dacis, Pannonia a Sarmatis, Gallia a finitimis gentibus direptae snnt. 10 Ipse post octogesimum octavum annum et mensem quartum insidiis Caligulae exstinctus est. (8) Tiberius machte Kappadokien, dessen König Archelaos er dazu gebracht hatte, sein Land zu verlassen, zur römischen Provinz, gebot den räuberischen Einfällen der Gaetulier Einhalt und umgarnte auf listige Weise den Suevenkönig Marbod. (9) Allein, während er seiner grausamen Wut Schuldige und Unschuldige, Glieder seine Familie und Fremde, aufopferte, geriet das Heerwesen in Verfall und Armenien wurde von den Parthern, Mösien von den Dakiern, Pannonien von den Sarmaten, sowie Gallien von seinen Nachbarvölkern geplündert. (10) Tiberius fand im vierten Monat seines 79. Jahres durch Caligulas Nachstellungen sein Ende.
(3) 1 Caligula imperavit annos quattuor. 2 Iste filius fuit Germanici, et quia natus in exercitu fuerat, cognomentum calciamenti militaris (id est caligula) sortitus est. 3 Ante principatum omnibus carus acceptusque fuit, in principatu vero talis, ut non inmerito vulgaretur atrociorem illo dominum non fuisse. III. (1) Caligula, ein Sohn des Germanicus, regierte vier Jahre. (2) Weil er im Lager geboren war, erhielt er den Beinamen Caligula von der kriegsmännischen Fußbekleidung. (3) Vor seiner Thronbesteigung besaß er die allgemeine Liebe und Zuneigung; danach aber berechtigte sein Betragen vollkommen zu dem einstimmigen Urteil, es habe nie einen grausameren Zwingherrn als Caligula gegeben.
4 Denique tres sorores suas stupro maculavit. 5 Incedebat habitu deorum suorum; Iovem ob incestum, e choro autem Bacchanali Liberum se asserebat. 6 De quo nescio an decuerit memoriae prodi, nisi forte quia iuvat de principibus nosse omnia, ut improbi saltem famae metu talia declinent. (4) Er entehrte seine drei Schwestern. (5) Er erschien in dem Aufzug seiner Götter und nannte sich Iupiter wegen seiner Blutschande und Liber wegen des ihn umgebenden bacchantischen Gefolges. (6) Vielleicht hätte dies der Vergessenheit übergeben werden sollen, allein die Kenntnis aller Handlungen eines Fürsten dürfte doch den Nutzen haben, dass sich die Schlechteren unter ihnen wenigstens aus Furcht vor dem Urteil der Nachwelt vor solchen Schändlichkeiten hüten.
7 In palatio matronas nobiles publicae libidini subiecit. 8 Primus diademate imposito dominum se iussit appellari. (7) Caligula gab überdies in seinem Palast Matronen von Stand gleich öffentlichen Dirnen preis. (8) Er war der erste, der sich mit einem Diadem schmückte und Herrn nennen ließ.
9 In spatio trium milium, quod in sinu Puteolano inter moles iacet, duplici ordine naves contexens, arenae aggestu ad terrae speciem viam solidatam, phalerato equo insignisque quercea corona, quasi triumphans indutus aureo paludamento, curru biiugi decucurrit. 10 Dehinc a militibus confossus interiit. (9) In dem 3000 Schritte betragenden Zwischenraum zwischen den Dämmen von Puteoli ließ er zwei Reihen Schiffe aneinander binden, durch Aufschütten von Sand einen festen Weg, wie auf dem Land, machen und eilte sowohl auf schön geschmücktem Pferd, einen Eichenkranz auf dem Kopf und mit einem goldenen Mantel gleich einem Triumphator angetan, als auch in einem Zweigespann darüber hin. (10) Endlich fand er seinen Tod durch die Hand der Soldaten.
(4) 1 Claudius Titus, Drusi, Tiberii fratris, filius, Caligulae patruus, imperavit annos quattuordecim. 2 Iste, cum senatus censuisset gentem Caesarum exterminari, deformi latebra latens repertus a militibus, quia vecors erat, mitissimus videbatur imprudentibus, imperator effectus est. 3 Hic ventri, vino, libidini foede oboediens, vecors et prope hebes, ignavus ac pavidus libertorum et coniugis imperiis subiectus fuit. IV. (1) Claudius Titus, ein Sohn des Drusus, des Bruders des Tiberius und ein Oheim des Caligula, regierte vierzehn Jahre. (2) Der Senat hatte bereits die Verbannung der ganzen Familie der Caesaren ausgesprochen, als Claudius in einem unreinlichen Schlupfwinkel, wo er sich versteckt hatte, von den Soldaten aufgefunden und, weil er den Unverständigen wegen seiner Geistesschwäche einen sanften Charakter zu besitzen schien, zum Imperator ausgerufen wurde. (3) Dieser Kaiser frönte auf eine schmähliche Weise dem Bauch, dem Wein und der Wollust, war dabei blöde, ja beinahe stumpfsinnig, furchtsam und feige und ein Spielzeug in den Händen seiner Freigelassenen und seiner Gemahlin.
4 Huius tempore Scribonianus Camillus intra Dalmatias imperator creatus continuo occiditur. Mauri provinciis accessere; caesa Musulamiorum manus est. Aqua Claudia Romae introducta. (4) Unter seiner Regierung wurde Scribonianus Camillus in Dalmatien zum Kaiser erwählt, jedoch alsbald getötet, Mauretanien zur römischen Provinz gemacht, ein Heer Musulamier vernichtet und die claudische Wasserleitung nach Rom angelegt.
5 Huius uxor Messalina primo passim - quasi iure - adulteriis utebatur, ex quo facto plures metu abstinentes exstincti sunt. Dehinc atrocius accensa nobiliores quasque nuptas et virgines scortorum modo secum proposuerat, coactique mares, ut adessent. Quod si quis talia horruerat, afficto crimine in ipsum omnemque familiam saeviebatur, ut magis videretur sub imperatore viro quam imperatori nupta esse. (5) Seine Gemahlin Messalina erlaubte sich anfangs, als sei sie dazu berechtigt, häufige Verletzungen der ehelichen Treue, wobei sie mehrere, die aus Furcht nicht zu Willen waren, ins Verderben stürzte. Als sie später aber von noch heftigerer Leidenschaft entbrannte, gab sie eine große Anzahl Frauen und Jungfrauen von Stand neben sich selbst preis gleich öffentlichen Dirnen, ein Schauspiel, dem die Ehemänner beizuwohnen gezwungen wurden. Wer seine Abscheu davor äußerte, gegen dessen Person und Familie wurde unter angeschuldigten Verbrechen grausam verfahren. Es hatte überhaupt ganz das Ansehen, als teile die Gemahlin des Kaisers das Bett lieber mit jedem anderen Mann als mit dem Kaiser selbst.
6 Ita liberti eius potestatem summam adepti stupris, exilio, caede, proscriptionibus omnia foedabant. 7 Ex quibus Felicem legionibus Iudaeae praefecit. Possidonio eunucho post triumphum Britannicum inter militarium fortissimos arma insignia tamquam participi victoriae dono dedit. Polybium inter consules medium incedere fecit. (6) Die Freigelassenen des Claudius rissen auf diese Weise die höchste Gewalt an sich und verbreiteten durch Befriedigung schnöder Lust, durch Verbannungen, Hinrichtungen und Ächtungen allenthalben Trauer. Einer von ihnen, Felix, erhielt den Oberbefehl über die Legionen in Judäa. Dem Eunuchen Possidius machte Claudius nach seinem Triumph über Britannien, als wäre er ein Teilnehmer des Sieges gewesen, vor den Augen der tapfersten Kriege ein Geschenk mit Ehrenwaffen. Dem Polybius wies er bei Aufzügen seinen Platz zwischen den Konsuln an.
8 Hos omnes anteibat Narcissus ab epistulis, dominum se gerens ipsius domini, Pallasque praetoriis ornamentis sublimatus; adeo divites, ut causante eo inopiam fisci lepidissime famoso elogio vulgatum sit abunde ei pecuniam fore, si a duobus libertis in societatem reciperetur. 9 Huius temporibus visus est apud Aegyptum Phoenix, quam volucrem ferunt anno quingentesimo ex Arabis memoratos locos advolare; atque in Aegaeo mari repente insula emersit. (8) Aber bei weitem den größten Einfluss besaßen Narcissus, sein Geheimschreiber, der den Herrn des Herren spielte, und Pallas, dem Claudius die Auszeichnungen eines Praetors verliehen hatte, beide unermesslich reich; daher kam denn einst, als Claudius sich über die Armut seines Privatschatzes beklagte, sehr witzig der spöttische Ausspruch in Umlauf, er werde Geld in Menge haben, wenn ihn die beiden Freigelassenen als Geschäftspartner aufnähmen. (9) Unter der Regierung dieses Kaisers ließ sich der Vogel Phönix in Ägypten sehen, wohin er alle 500 Jahre aus Arabien fliegen soll. und im ägäischen Meer erhob sich mit einem Mal aus den Fluten eine Insel.
10 Hic Agrippinam, Germanici fratris sui filiam, uxorem duxit; quae filio imperium procurans primo privignos insidiis multiformibus, dehinc ipsum coniugem veneno interemit. 11 Vixit annos sexaginta quattuor; cuius funus, ut quondam in Tarquinio Prisco, diu occultatum. 12 Dum arte muliebri corrupti custodes aegrum simulant, Nero privignus eius imperii iura suscepit. (10) Claudius heiratete zuletzt noch Agrippina, die Tochter seines Bruders Germanicus, die aber in der Absicht, ihren eigenen Sohn auf den Thron zu erheben, zuerst die Stiefkinder des Claudius durch mancherlei Meuchellist und zuletzt ihren vierundsechzigjährigen Gemahls selbst mit Gift aus dem Weg räumte. Sein Tod wurde, wie vormals der des Tarquinius Priscus, lange geheim gehalten; während aber die von dem listigen Weib bestochenen Wachen vorgaben, er sei krank, ergriff sein Stiefsohn Nero die Zügel der Regierung.
(5) 1 Domitius Nero, patre Domitio Ahenobarbo genitus, matre Agrippina, imperavit annos tredecim. 2 Iste quinquennio tolerabilis visus. Unde quidam prodidere Traianum solitum dicere procul distare cunctos principes Neronis quinquennio. 3 Hic in urbe amphitheatrum et lavacra construxit. 4 Pontum in ius provinciae Polemonis reguli permissu redegit, a quo Polemoniacus Pontus appellatur, itemque Cottias Alpes Cottio rege mortuo.

V.(1) Domitius Nero, ein Sohn des Domitius Ahenobarbus und der Agrippina, regierte dreizehn Jahre. (2) In seinen ersten fünf Jahren bewies er sich als einen ziemlich guten Regenten, was denn nach einigen den Traianus zu der öfter gebrauchten Äußerung veranlasste, alle Fürsten hätten noch weit hin zu Neros ersten fünf Jahren.(3) Nero baute in Rom ein Amphitheater und öffentliche Bäder. Den Teil von Pontos, den ihm der König Polemon abtrat und der daher den Namen des Polemonischen führte, machte er, ebenso wie nach dem Tod des Königs Cottius die kottischen Alpen, zur römischen Provinz.

5 Eo namque dedecore reliquum vitae egit, ut pudeat memorare huiuscemodi quemquam. Eo progressus est, ut neque suae neque aliorum pudicitiae parcens, ad extremum amictus nubentium virginum specie palam convocato senatu, dote dicta, cunctis festa more frequentantibus nuberet. Pelle tectus ferae utrique sexui genitalia vultu contrectabat. Matrem etiam stupro contaminavit, quam postmodum interemit. Octaviam et Sabinam cognomento Poppaeam in matrimonium duxit viris earum trucidatis. (5) Allein sein übriges Leben ist mit solcher Schande gebrandmarkt, dass schon die Erwähnung eines solchen Menschen Schamröte erregt. Er sank so tief, dass er, ohne Rücksicht weder auf eigene, noch fremde Ehre zu nehmen, zuletzt in dem hochzeitlichen Gewand einer Braut vor dem versammelten Senat erschien, eine gewisse Summe als Mitgift festsetze und mit den gewöhnlichen Festlichkeiten seine Verheiratung feierte. Mit einem Tierfell bedeckt weidete er seine Augen an der Beschauung der Schamglieder beider Geschlechter. Sogar seine Mutter, deren Mörder er später wurde, wurde von ihm geschändet. Mit der Octavia und der Sabina Poppaea vermählte er sich, nachdem er ihre Gatten hatte hinrichten lassen.
6 Tunc Galba, Hispaniae proconsnl, et Gaius Iulius imperium corripuere. 7 Ubi adventare Nero Galbam didicit senatusque sententia constitutum, ut more maiorum collo in furcam coniecto virgis ad necem caederetur, desertus undique noctis medio egressus urbe sequentibus Phaone Epaphrodito Neophytoque et spadone Sporo, quem quondam exsectum formare in mulierem temptaverat, semet ictu gladii transegit adiuvante trepidantem manum impuro, de quo diximus, eunucho, cum sane prius nullo reperto, a quo feriretur, exclamaret: "Itane nec amicum habeo nec inimicum? dedecorose vixi, turpius peream". (6) Da warfen sich Galba, der Prokonsul von Hispanien, und Gaius Iulius zu Kaisern auf. (7) Wie Nero vom Anmarsch des Galba und einem Senatsbeschluss, auf Grund dessen er nach altem Brauch mit dem Kopf in die Gabel gespannt und mit Ruten zu Tod gepeitschten werden sollte, Nachricht erhielt, floh er, von allen verlassen, um Mitternacht aus Rom, unter Begleitung des Phaon, Epaphroditus, Neophytus und des Verschnittenen Sporus, den er einst in ein Weib hatte um schaffen wollen. Er gab sich sodann selbst mit dem Schwert den Tod, wobei der genannte Verschnittener seine zitternder Hand führte. Als sich niemand fand, der den tödlichen Streich gegen ihn geführt hätte, rief Nero aus: "So habe ich denn weder Freund noch Feind? Schändlich habe ich gelebt, noch schändlicher dürfte ich enden."
8 Periit anno aetatis tricesimo secundo. Hunc Persae in tantum dilexerant, ut legatos mitterent orantes copiam construendi monumenti. 9 Ceterum adeo cunctae provinciae omnisque Roma interitu eius exultavit, ut plebs induta pilleis manumissionum tamquam saevo exempta domino triumpharet. (8) Er endete im Alter von 32 Jahren. Bei den Parteien war Nero so beliebt gewesen, dass sie eine Gesandtschaft nach Rom schickten, um sich die Erlaubnis zur Errichtung eines Denkmals für ihn zu erbitten. (9) Übrigens versetzte sein Tod alle Provinzen und die Hauptstadt in eine so ausschweifende Freude, dass das Volk mit Freiheitshüten, wie von einem Tyrannen befreit, frohlockend umherging.
(6) 1 Galba, nobili Sulpiciorum gente progenitus, imperavit menses septem diesque totidem. 2 Iste in adulescentes infamis, ad vescendum intemperans fuit, trium amicorum consilio, id est Vinii, Cornelii, Icelii cuncta disponens, adeo ut intra Palatinas aedes pariter habitarent et vulgo paedagogi dicerentur. 3 Hic ante sumptam dominationem multas provincias egregie administravit, militem severissime tractans, ita ut ingresso eo castra vulgaretur statim: "Disce militare, miles; Galba est, non Gaetulicus". 4 Cum septuagesimum tertium aetatis annum ageret, dum factione Othonis accensas legiones lorica tectus lenire contenderet, ad lacum Curtium caesus est. VI. (1) Galba, ein Sprössling der edlen Familie der Sulpicier, regierte sieben Monate und eine gleiche Anzahl von Tagen. (2) Dieser Kaiser stand in dem Ruf eines unerlaubten Umgangs mit Jünglingen, kannte kein Maß in der Befriedigung seines Magens und ließ sich in allem von den Ratschlägen seiner drei Freunde leiten, des Vinius, Cornelius und Icelius, die sogar bei ihm im kaiserlichen Palast wohnten und gemeinhin nur seine Pädagogen hießen. (3) Vor seiner Thronbesteigung hatte Galba mehrere Provinzen mit Ruhm verwaltet und die Soldaten so streng gehalten, dass sich bei seinem Eintritt in das Lager alsbald die Worte verbreiteten: Soldat, lerne Soldat sein, es ist Galba, nicht Gaetulicus. (4) Er fand seinen Untergang im 73. Jahr seines Lebens am Kurtischen See, als er einen Panzer angelegt hatte und die durch Othos Umtriebe aufgereizten Legionen beschwichtigen wollte.
(7) 1 Salvius Otho, splendidis ortus maioribus ex oppido Ferentano, imperavit menses tres, vita omni turpis, maxime adulescentia. 2 Hic a Vitellio primum apud Placentiam, dehine apud Betriacum victus semet gladio transfixit anno aetatis tricesimo septimo, adeo amabilis militibus propriis, ut plerique corpore eius viso suis manibus interierint. Salvius Otho entstammte einer sehr angesehenen Familie aus der Stadt Ferentanum; sein ganzes Leben hindurch, besonders aber in seiner Jugend, war er ein sehr lasterhafter Mensch. Er regierte drei Monate. (2) Nachdem er zuerst bei Placentia, hierauf bei Betriacum eine Niederlage durch Vitellius erlitten hatte, erstach er sich selbst mit dem Schwert, erst 37 Jahre alt. Die Liebe der Soldaten hatte er in einem so hohen Grad besessen, dass sich sehr viele von ihnen bei dem Anblick seiner Leiche eigenhändig den Tod gaben.
(8)1 Vitellius, ortus familia nobili, patre Lucio Vitellio ter consule, imperavit menses octo. 2 Iste tumens crudelis avarusque cum profusione fuit. 3 Huius tempore Vespasianus in Oriente principatum arripuit; a cuius militibus certamine sub muris urbis habito superatus e palatio, quo se abdiderat Vitellius, vinctis a tergo manibus productus circumducitur ad spectaculum vulgi. 4 Ac ne homo impudens in extremis saltem malorum, quae gesserat, rubore faciem demitteret, subiecto in mentum gladio seminudus multis coeno fimoque et ceteris turpioribus dictu purgamentis vultum eius incessentibus per scalas Gemonias trahitur, ubi Sabinum, Vespasiani fratrem, necari permiserat. Vitellius stammte aus einer edlen Familie und war Sohn des Lucius Vitellius, der dreimal das Konsulat begleitet hatte; er regierte acht Monate. (2) Dieser Kaiser verband Aufgeblasenheit mit Grausamkeit, Habsucht mit Verschwendung. (3) Unter ihm erklärte sich Vespasianus im Orient für unabhängig. Von seinem Heer wurde Vitellius unter den Mauern Roms geschlagen, aus dem Palast, in dem er sich versteckt hatte, die Hände auf den Rücken gebunden, hervorgezogen und zum Schauspiel des Volkes öffentlich herumgeführt. (4) Und damit der schamlose Mensch auch nicht im äußersten Unglück aus Scham über seine Handlungen das Haupt senken könne, hielt man ihm ein Schwert unter das Kinn und schleppte ihn sodann halbnackt, während Kot, Mist und anderer noch hässlicherer Unrat ihm in das Gesicht geworfen wurden, die gemonische Treppe hinab, wo er Vespasianus' Bruder Sabinus hatte töten lassen.
5 Numerosis ictibus confossus interiit. Vixit annos quinquaginta septem. 6 Hi omnes, quos paucis attigi, praecipue Caesarum gens, adeo litteris culti atque eloquentia fuere, ut, ni cunctis vitiis - absque Augusto - nimii forent, profecto texissent modica flagitia. (5) Man tötete ihn unter zahlreichen Stichen in seinem 57. Lebensjahr. (6) Alle diese in kurzen Umrissen hier geschilderten Kaiser, besonders die Regenten aus dem Hause Caesars, besaßen wissenschaftliche Bildung und Beredsamkeit in einem so hohen Grad, dass, wenn sie nicht, mit Ausnahme des Augustus, jegliche Grenze im Laster überschritten hätten, ihre Vorzüge weniger auffallende Fehler ohne Zweifel verdeckt hätten.
(9) 1 Vespasianus imperavit annos decem. 2 Huius inter cetera bona illud singulare fuit inimicitias oblivisci, adeo, ut Vitellii hostis filiam locupletissime dotatam splendidissimo coniungeret viro. 3 Ferebat patienter amicorum motus, contumeliis eorum, ut erat facetissimus, iocularibus respondens. Namque Licinium Mucianum, quo adiutore ad imperium pervenerat, fiducia meritorum insolentem lepide flectebat adhibito aliquo utrique familiari, id unum dicens: "Nosti me virum esse". 4 Sed quid mirum in amicis, cum etiam causidicorum obliqua dicta et philosophorum contumaciam contemneret? IX (1) Vespasianus regierte zehn Jahre. (2) Dieser Kaiser besaß neben anderen Vorzügen besonders den, dass der Feindschaften vergessen konnte. So wurde die Tochter seines Gegners Vitellius auf das freigebigste von ihm ausgestattet und an einen sehr angesehenen Mann verheiratet. (3) Das Ungestüm seiner Freunde ertrug er ohne Unwillen und ihre Vorwürfe erwiderte er, wie er denn überhaupt voll Laune war, mit Scherzreden. So wies er einst den Licinius Mucianus, unter dessen Mitwirkung der den Thron bestiegen hatte und der in dem Bewusstsein seiner Verdienste die dem Kaiser gebührende Achtung beiseite ließ, im Beisein eines dritten Freundes sehr gut mit den wenigen Worten zurecht: "Du weißt, dass ich ein Mann bin." (4) Indessen darf ein solches Benehmen seinen Freunden gegenüber um so weniger auffallen, da er sich auch über die Sticheleien der Sachwalter und den Trotz der Philosophen hinwegsetzte.
5 Iste exsanguem diu fessumque terrarum orbem brevi refecit. Namque primum satellites tyrannidis, nisi qui forte atrocius longe processerant, flectere potius maluit quam excruciatos delere, prudentissime ratus nefaria ministeria a pluribus metu curari. 6cPraeterea legibus aequissimis monendoque, quodque vehementius est, vitae specie vitiorum plura aboleverat. 7 Infirmus tamen, uti quidam prave putant, adversus pecuniam, cum satis constet aerarii inopia et clade urbium novas eum neque postea habitas vectigalium pensiones exquisivisse. 8 Hic Romam deformem incendiis veteribus ac ruinis permissa, si domini deessent, volentibus aedificandi copia, Capitolium, aedem Pacis, Claudii monumenta reparavit multaque nova instituit. 9 Per omnes terras, qua ius Romanum est, renovatae urbes cultu egregio; viae operibus maximis munitae sunt. 10 Tunc cavati montes per Flaminiam sunt prono transgressui, quae vulgariter Pertunsa petra vocitatur. (5) Dieser Kaiser verlieh dem so lange erschöpften und ermatteten Reich in kurzer Zeit wieder Kraft. Vor allem anderen suchte er, von der sehr richtigen Ansicht ausgehend, dass sich die meisten nur aus Furcht zu Werkzeugen der Schlechtigkeit hergeben, die Gehilfen der Tyrannei, wenn sie nicht zu viele Greueltaten begangen hatten, lieber auf einen besseren Weg zu leiten, als dass er sie mit Pein töten wollte. (6) Sodann bot er durch eine höchst zweckmäßige Gesetzgebung und das noch wirksamere Beispiel eigenen Lebens dem Verfall der Sitten nicht ohne Erfolg Einhalt. (7) Zwar werfen einige Geschichtsschreiber diesem Kaiser irrig vor, er habe den Reizen des Geldes nicht widerstehen können: allein es ist allgemein bekannt, dass die Erschöpfung des Staatsschatzes und der Ruin mehrerer Städte es waren, die ihn zur Einführung neuer, jedoch bald darauf wieder aufgehobener Auflagen nötigten. (8) Rom, das wegen der Feuersbrünste in früheren Zeiten und der vielen Trümmer einen hässlichen Anblick gewährte, verschönerte er durch die erteilte Erlaubnis, dass jeder, der Lust habe, wenn die Besitzer der Häuser nicht mehr lebten, bauen konnte, so wie er auch das Capitolium, den Tempel des Friedens und die Denkmäler des Claudius wiederhergestellte und viele neue Gebäude aufführte. (9) In allen den Römern unterworfenen Ländern wurden Städte wieder aufgebaut und verschönert, große Kunststraßen angelegt. (10) Auf der flaminischen Straße wurden Berge durchbrochen und wegbar gemacht, eine Stelle, die gemeinhin "der durchbrochene Fels" heißt.
11 Mille gentes compositae, cum ducentas aegerrime repperisset, extinctis saevitia tyrannorum plerisque. 12 Rex Parthorum Vologeses metu solo in pacem coactus est. 13 Syria, cui Palaestina nomen est, Ciliciaque ac Trachia et Commagene, quam hodie Augustophratensem nominamus, provinciis accessere. Iudaei quoque additi sunt. 14 Hic monentibus amicis, ut caveret a Mettio Pomposiano, de quo sermo percrebuerat regnaturum fore, consulem fecit, alludens tali cavillo: "Quandoque memor erit tanti beneficii". . (11) Die Zahl der patrizischen Familien, wovon die meisten Schlachtopfer der Tyrannei geworden waren, so dass Vespasianus kaum noch 200 vorfand, wurde von ihm auf 1000 erhöht. (12) Der parthischen König Vologeses wurde durch Furcht allein zum Frieden gezwungen. (13) Das palästinensische Syrien, Kilikien, Thrakien und Commagene, das jetzt Augustophratensis heißt, zusammen mit Judäa zu römischen Provinzen gemacht. (14) Als seine Freunde ihm vor Mettius Pomposianus warnten, von dem sich die Sage verbreitet hatte, er werde den Thron besteigen, machte ihn Vespasianus zum Konsul und sagte dabei scherzend: "Er wird doch künftig eine so große Wohltaten nicht vergessen!"
15 Institutum vero uniforme omni imperio tenuit. Vigilare de nocte, publicisque actibus absolutis caros admittere, dum salutatur, calciamenta sumens et regium vestitum. Post autem negotiis, quaecumque advenissent, auditis exerceri vectatione, deinde requiescere; postremo, ubi lavisset, remissiore animo convivium curabat. (15) Vespasianus blieb sich in seiner Lebensweise seine ganze Regierung hindurch immer gleich. Er war schon tief in der Nacht wach; wenn ihr die Staatsgeschäfte erledigt hatte, ließ er seine Freunde vor sich und legte, während er Besucher empfing, die Schuhe und die kaiserlichen Kleidung an. Hierauf ließ er sich über die eingelaufen Geschäfte Bericht erstatten, machte sich sodann durch Tragenlassen Bewegung, darauf schlief er. Nach dem Bad begab er sich mit heiterem Sinn zur Tafel.
16 Plura dicere studium coegit imperatoris boni, quem ab Augusti morte post annos sex et quinquaginta Romana res publica exsanguis saevitia tyrannorum quasi fato quodam, ne penitus rueret, assecuta est. 17 Itaque annum agens vitae absque uno septuagesimum seriis ioca, quibus delectabatur, admiscens interiit. 18 Quippe primo cum crinitum sidus apparuisset: "Istud", inquit, "ad regem Persarum pertinet", cui capillus effusior. Deinde ventris eluvie fessus et assurgens: "Stantem", ait, "imperatorem excedere terris decet" (16) Meine Achtung vor diesem trefflichen Kaiser, den der von Augustus Tod an 56 Jahre lang durch die Grausamkeit der Tyrannen entkräftete Staat gleichsam durch göttliche Schickung zur Abwendung seines völligen Sturzes zum Geschenk erhalten hatte, veranlasste mich, etwas länger bei Vespasianus zu verweilen. (17) Er starb im 69. Jahr seines Lebens, wobei er Ernst mit Scherzen, die er immer liebte, paarte. Als man ihm nämlich sagte, ein Komet stehe am Himmel, entgegnete er, dies gilt dem Perserkönig, der trägt fliegende Haare und als er später vom Durchfall ganz erschöpft war, stand er auf und sagte, ein Kaiser müsse stehend aus der Welt scheiden.
(10) 1 Titus, vocabulo patris etiam Vespasianus dictus, matre liberta Domitilla nomine genitus, imperavit annos duos et menses duos diesque viginti. 2 Iste a puero praeclaris studiis probitatis, militiae, litterarum instantissime deditus, quo contenderit, animi et corporis muneribus ostendit. 3 Hic ubi patriae curam suscepit, incredibile est, quantum, quem imitabatur, anteierit, praecipue clementia, liberalitate, honorificentia ac pecuniae contemptu; quae eo amplius grata fuere, quod ex nonnullis a privato adhuc patratis asperior luxuriaeque et avaritiae amans credebatur fore. 4 Namque praefecturam praetorianam patre imperante adeptus suspectum quemque et oppositum sibi immissis, qui per theatra et castris invidiosa iactantes ad poenam poscerent, quasi criminis convictos oppressit. In quis Caecinam consularem adhibitum cenae, vixdum triclinio egressum, ob suspicionem stupratae Berenicis uxoris suae iugulari iussit. Titus, der wie sein Vater den Namen Vespasianus führte und dessen Mutter die Freigelassene Domitilla war, regierte zwei Jahre, zwei Monate und zwanzig Tage. (2) Schon von Jugend an widmete er sich mit leidenschaftlichem Eifer Beschäftigungen edlerer Art, dem Streben nach Tugend, der Kriegskunde und den Wissenschaften und gab schon damals durch seine körperlichen und geistigen Vorzüge das Ziel seines Strebens zu verstehen. (3) Titus ließ, sobald er die Regierung übernommen hatte, sein Vorbild auf eine überraschende Weise hinter sich, besonders was Milde, Freigebigkeit, ehrenvolle Behandlung anderer und Geringschätzung des Geldes anbelangt, Eigenschaften, die ihm um so mehr alle Herzen gewannen, als man geglaubt hatte, aus einigen seiner Handlungen vor seiner Thronbesteigung auf Neigung zur Grausamkeit, zu Schwelgerei und zur Habsucht schließen zu dürfen. (4) Denn während er unter der Regierung seines Vaters die Stelle eines Obersten der Leibwache begleitete, mussten auf seinen Befehl besonders dazu aufgestellte Leute auf die Bestrafung derjenigen, die in dem Lager und in den Theatern nachteilig von ihm sprachen, dringen, ein Mittel, durch das er dann jeden, der im verdächtig oder sein Feind war, wie einen überführten Verbrecher aus dem Weg räumte. Unter diesen Opfern befand sich der frühere Konsul Caecina. Dieser war von Titus zur Tafel gezogen worden; kaum aber hatte er den Speisesaal verlassen, als ihn Titus unter dem Verdacht, er treibe vertrauten Umgangmit seiner Gemahlin Berenike töten ließ.
5 Iurgia autem sub patre venumdata rapinarum cupidum †, unde Neronem cuncti opinantes vocantesque summam rerum nactum graviter acceperant. 6 Sed haec in melius conversa adeo ei immortalem gloriam contulere, ut deliciae atque amor humani generis appellaretur. 7 Denique ut subiit pondus regium, Berenicen nuptias suas sperantem regredi domum et enervatorum greges abire praecepit. 8 Quo facto quasi signum protulit mutatae intemperantiae. (5) Unter der Regierung seines Vaters verkaufte er das Recht und zeigte sich raubsüchtig, weshalb jedermann einen zweiten Nero in ihm sah, ihn auch so nannte und seine Thronbesteigung mit Missfallen aufgenommen hatte. (6) Allein, seine Wandlung zum Besseren erwarb ihm in solchem Maß einen unsterblichen Ruhm, dass er die Liebe und die Wonne des Menschengeschlechts genannt wurde. (7) Titus hatte sich kaum der Bürde der Regierung unterzogen, als er Berenike, die sich Hoffnung auf eine förmliche Vermählung mit ihm machte, in ihre Heimat zurückschickte und die Verschnittenen vom Hof entfernte. (8) Durch diesen Schritt gab Titus gleichsam das Zeichen, dass er seiner schwelgerischen Lebensweise entsagt habe.
Dehinc, cum donata concessave a prioribus principibus firmare insequentes solerent, simul imperium cepit, talia possidentibus edicto sponte cavit. 9 Quadam etiam die recordans vesperi nihil se illo die cuiquam praestitisse venerando caelestique dicto: "Amici", ait, "perdidimus diem"; quod erat magnificae liberalitatis. Die Schenkungen und Begünstigungen der früheren Fürsten mussten gewöhnlich von ihren Nachfolgern bestätigt werden; Titus sicherte sie unmittelbar nach seiner Thronbesteigung, ohne darum angegangen zu sein, in einem Edikt ihren Besitzern zu. (9) Als er sich eines Abends erinnerte, dass er heute niemandem eine Wohltat erwiesen habe, brach er in die erhaben und trefflichen Worte aus: "Freunde, dieser Tag ist für mich verloren!" Worte, die wahrhaftig von einer glänzenden Freigebigkeit zeugen.
10 Clementiam vero usque eo perduxit, ut amplissimi ordinis duo cum adversus eum coniuravissent neque abnuere cogitatum scelus quirent, monuerit primo, post deductos in spectaculum se utrimque assidere iusserit petitoque ex industria mirmillonum, quorum pugnae visebantur, gladio quasi ad explorandam aciem uni atque alteri commiserit; quibus perculsis et constantiam mirantibus diceret: "Videtisne potestates fato dari frustraque temptari facinus potiundi spe vel amittendi metu?" (10) Ebenso unbegrenzt war seine Milde. Einst hatten sich zwei Senatoren gegen ihn verschworen und konnten ihre verbrecherische Absicht nicht leugnen. Titus erteilte ihnen zuerst Warnungen, nahm sie hierauf mit sich in das Theater zu den Fechterspielen, ließ sie zu seiner Rechten und Linken niedersitzen, sodann sich absichtlich das Schwert eines Fechters geben und überreichte es allen beiden, wie um seine Scharfe zu untersuchen. Als diese ganz betroffen über seine Unerschrockenheit erstaunten, entgegnete der Kaiser: "Seht ihr nun, das Herrschermacht ein Geschenk des Schicksals ist und dass weder Aussicht auf ihren Besitz, noch Furcht vor ihrem Verlust einem verbrecherischen Unternehmen Erfolg verleiht?"
11 Fratrem quoque Domitianum parantem insidias militumque animos sollicitantem flens saepius obtestatus est, ne parricidio assequi cuperet, quod et se volente esset obventurum ei et iam haberet, cum sit particeps potestatis. (11) Auch seinen Bruder Domitianus, der ihm nach dem Leben trachtete und die Soldaten gegen ihn aufzuwiegeln suchte, bat er oft mit Tränen in den Augen, nicht durch Brudermord das erreichen zu wollen, in dessen Besitz er mit seinem besten Willen käme, ja sich bereits befinde, da er ja Teil an der Regierung habe.
12 Huius tempore mons Vesubius in Campania ardere coepit, incendiumque Romae sine nocturna requie per triduum fuit. 13 Lues quoque, quanta vix umquam antea, fuit. 14 Quibus tamen malis nullo vexato pecunia propria subvenit, cunctis remediorum generibus, nunc aegrotantes per semetipsum reficiens, nunc consolans suorum mortibus afflictos. 15 Vixit annos quadraginta unum, et in eodem, quo pater, apud Sabinos agro febri interiit. 16 Huius mors credi vix potest, quantum luctus urbi provinciisque intulerit, adeo ut eum delicias publicas, sicut diximus, appellantes quasi perpetuo custode orbatum terrarum orbem deflerent. (12) Unter der Regierung dieses Kaisers begann der Berg Vesuvius in Kampanien Feuer auszuwerfen und in Rom wütete eine Feuersbrunst drei Tage und drei Nächte unausgesetzte fort; (13) auch herrschte unter ihm die Pest in einem unerhörten Grad. (14) Ungeachtet dieser Unglücksfälle wurde doch niemand mit neuen Steuern belastet, sondern Titus suchte aus eigenen Mitteln auf jede mögliche Art abzuhelfen: Bald brachte er in eigener Person den Kranken Erquickung, bald denjenigen Trost, die der Tod ihrer Angehörigen in Trauer versetzt hatte. (15) Titus brachte sein Leben auf 41 Jahre und starb an Fieber im Sabinerland auf dem selben Landgut wie sein Vater. (16) Sein Tod erfüllte ganz Rom und die Provinzen mit unbeschreiblichem Schmerz: Man nannte ihn, wie ich schon oben bemerkt habe, die Wonne der Menschheit und betrauerte die Welt, die in ihm gleichsam ihren Schutzgott für immer verloren habe.
Übersetzung: nach A.Cloß bearbeitet v. E.Gottwein
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w44
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