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Q.Horatii Flacci
carmina

liber primus

Hor.c.1,31: An Apollon: Des Dichters Glück

 
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1zu den Anmerkungen
2zu den Anmerkungen
3zu den Anmerkungen
4zu den Anmerkungen
Quid dedicatum poscit Apollinem 
vates? quid orat de patera novum
fundens liquorem? non opimae
Sardiniae segetes feracis,
Was heischt der Sänger bei dem geweihten Herd
Apoll's? Was fleht er, während er jungen Most
Der Schal entgießet? Nicht die reiche
Saat von Sardiniens fetten Fluren,
     
5zu den Anmerkungen
6zu den Anmerkungen
7zu den Anmerkungen
8zu den Anmerkungen
non aestuosae grata Calabriae 
armenta, non aurum aut ebur Indicum,
non rura, quae Liris quieta
mordet aqua taciturnus amnis.
Nichtwohlgenährte Herden Calabriens,
Nicht Schätze Gold's, nicht Indiens Elfenbein,
Nicht Felder, die mit stillem Wasser
Liris, der schweigende Strom, benaget.
   
9zu den Anmerkungen 
10zu den Anmerkungen
11zu den Anmerkungen
12zu den Anmerkungen 
premant Calenam falce quibus dedit 
fortuna vitem, dives et aureis
mercator exsiccet culillis
vina Syra reparata merce,
Mit Cales Hippe schneide die Reben, wem
das Glück sie gab: aus goldenen Bechern mag
Der reiche Kaufmann Weine trinken,
Die er um syrische War' erhandelt,
     
13zu den Anmerkungen
14zu den Anmerkungen
15zu den Anmerkungen
16zu den Anmerkungen
dis carus ipsis, quippe ter et quater 
anno revisens aequor Atlanticum
inpune. me pascunt olivae,
me cichorea levesque malvae.
Ein Götterliebling, weil er ja in jedem Jahr
Dreimal und viermal ohne Gefahr die Flut
Des Meeres schaut. Mir sind Oliven
Speise, Cichorien mir und Malven.
     
17zu den Anmerkungen
18zu den Anmerkungen
19zu den Anmerkungen
20zu den Anmerkungen
frui paratis et valido mihi, 
Latoe, dones et, precor, integra
cum mente nec turpem senectam
degere nec cithara carentem.
Nur lass, o Phoebus, mich mit gesundem Leib
Und Geist genießen, was du bescheret hast,
Und gib, dass kein unrühmlich Alter
Schande mir sei, noch die Laute mang'le.
     

Versmaß:  Alcaicum

Übersetzung: Ch.W. Binder 

    Weitere Üb.: Färber (55) |  R.A.Schröder (38) | J.H.Voss, 26
  1. dedicatum: Äußerer Anlass für das Gedicht war die Einweihung des Apollontempels auf dem Palatin am 9.Okt.28 v.Chr., den Augustus acht Jahre zuvor gelobt hatte. mit dem er auch den Seesieg bei Actium (31 v.Chr.) feierte. Die Bedeutung dieser Tempelweihe geht auch daraus hervor, dass Augustus sie im Mon.Ancyr.19 eigens erwähnt. Die Bronzestatue des Gottes (ein Werk des Skopas) in der Cella des Tempel zeigte Apollon als Kitharöden, also als "Lyriker". Horaz, der sich ihm darin verbunden weiß, tritt als "vates" (Dichterpriester) mit einem Gebet an ihn heran. zurück zum Text
  2.  poscit = stärker als orat (2) (degressive Klimax als Ausdruck zunehmender Bescheidenheit) und precor (18). Das stärkere poscit ist aus der Position des vates nachvollziehbar | vates, is m - Seher, Priester, Dichter. Horaz sieht sich öfter als "vates Romanus". Er ist Träger einer Sendung: seine Funktion in der Gesellschaft geht somit über die eines einfachen Bürgers hinaus (vgl. Hor.epod.16,66; Hor.c.1,1,35; Hor.c.2,20,3; Hor.c.4,6,44. | patera, ae, f - Schale (Opferschale für die Libation).  zurück zum Text
  3.  liquor, oris m - Flüssigkeit, Nass; h.: junger Wein (Most aus der neuen Ernte) | pinguis,e - fett, fruchtbar zurück zum Text
  4.  seges, etis, f - Saatfeld, Saat | ferax, acis - ertragreich, fruchtbar zurück zum Text
  5.  aestuosus | gratus, a, um - "dankbar" (insofern die Herden die Investitionen durch ihren Ertrag lohnen) | Calabria Landkarte zurück zum Text
  6.  armentum | ebur, oris, n - Elfenbein (aurum et ebur: kostbare Zimmerausstattung von Palästen) zurück zum Text
  7.  Liris, is m - Fluss im Süden von Latium, nahe bei der Grenze zu Kampanien. In seinem fruchtbaren Tal gedeihen Öl und Wein (Caecubum, Massicum) Landkarte zurück zum Text
  8.  mordere - benagen: einerseits ist das Ackerland am Fluss das beste, andererseits schwemmt er trotz seiner ruhigen Strömung, schwemmt Ackerland weg. | taciturnus, a, um - schweigsam, still, ruhig | amnis zurück zum Text
  9.  Calenus - aus Cales, einer Stadt im Norden von Kampanien Landkartezurück zum Text
  10.  dives et = et dives (et statt der Lesart eines ut-concessicum) zurück zum Text
  11.  exsiccare - austrocknen; bis auf den Grund leeren | exsiccet. coni. concessivus | culillus, i m - Becher, Pokal zurück zum Text
  12.  reparare - h.: eintauschen gegen + Abl.pret. | Syra merx - die über syrische Umschlagshäfen gehandelten Luxusgüter des Ostens zurück zum Text
  13. quippe - kausal | ter et quater: et = etiam (steigernd) | aequor Atlanticum - das Meer westlich der Straße von Gibraltar, nach Atlas benannt zurück zum Text
  14.  revisere - wiedersehen, wiederholt aufsuchen  zurück zum Text
  15.  inpune - unbeschadet (obwohl weite Seefahrten einen Übergriff des Menschen bedeuten, und eine 'poena deorum' zu erwarten wäre) | pascere - (er)nähren (genussreiches Stillen des natürlichen Bedürfnisses statt überflüssigem und belastendendem Luxus) | me: betont durch Antithese und Anapher zurück zum Text
  16.  cichoreum, i n - Endivie  | malva, ae f - Malve (Abführmittel; daher 'leves' - erleichternd) zurück zum Text
  17.  Verbinde: dones, precor, mihi valido et paratis frui et (cum integra  mente) senectam degere (nec turpem nec citara carentem). | parata, orum n - was bereit liegt zurück zum Text
  18.  Latous, i m - Sohn der Lato (Leto, Latona) Apollon | integra mens - 'klarer Kopf'  zurück zum Text
  19.  senecta, ae f = senectus, utis f zurück zum Text
  20.  cithara - metaphor. f. die lyrische Dichtkunst, Lyrik zurück zum Text
Aufgabenvorschläge:
  1. Inwiefern lässt sich von einer Dreiteilung des Gedichtes sprechen?
    Vgl. Numberger, S. 116
  2. Wie wird der Dichter durch die Besonderheit seiner Gebetswünsche im Vergleich zu den abgewiesenen Wünschen charakterisiert?
  3. Umreißen Sie das Begriffsfeld von "vates" und bestimmen Sie welche Aspekte dieses Begriffes Horaz meint, wenn er ihn für sich beansprucht!
  4. Kann man zu Recht Anapher und paraktaktischen Satzbau als auffälligste Stilisierung des Gedichtes bezeichnen? Warum wählt der Dichter gerade diese Ausdrucksmittel?
    Vgl. Syndikus I, S. 281
Sententiae excerptae:
w38
Literatur:
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