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Q.Horatii Flacci

carmina

liber tertius

Hor.c.3,2: Tapferkeit im Kampf - Manns Mut 

 
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1
Angustam amice pauperiem pati 
robustus acri militia puer
condiscat et Parthos ferocis
vexet eques metuendus hasta
Der engen Armut gerne gewöhnen lern
Der Knabe, früh durch strenges Geschäft des Kriegs
Gestählt, bis er mit reisigem Speer zu
Paaren die trutzigen Parther treibe.
     
5
vitamque sub divo et trepidis agat 
in rebus. illum ex moenibus hosticis
matrona bellantis tyranni
prospiciens et adulta virgo
Vorm offnen Himmel, wo die Gefahr ihn trifft,
Führ er sein Leben. - Blickt von der Burg herab
Des feindlichen Tyrannen Hausfrau
Oder die mannbare Braut und sieht ihn,
     
9
suspiret: "eheu, ne rudis agminum 
sponsus lacessat regius asperum
tactu leonem, quem cruenta
per medias rapit ira caedes."
Erseufze sie: »Weh, wollte der Gatte nie,
Noch grün zum Streit, der König, den Leu'n bestehn,
Den unangreifbarn, den die Zorneswut
Mitten durch Mord und Gemetzel fortreißt"«
     
13
dulce et decorum est pro patria mori: 
mors et fugacem persequitur virum
nec parcit inbellis iuventae
poplitibus timidoque tergo.
Süß ist's und ruhmvoll: fallen fürs Vaterland.
Der Tod folgt auch dem flüchtigen Manne nach,
Schont nicht der kampfentwöhnten Jugend
Schlotternd Gebein und den feigen Nacken.
     
17
virtus repulsae nescia sordidae 
intaminatis fulget honoribus
nec sumit aut ponit securis
arbitrio popularis aurae:
Manns Mut, der schnöden Ämterverweigrung fremd,
In Ehren funkelnd, nimmer bemakelten,
Nimmt nicht und legt das Beil nicht nieder
Nach dem Geraune der Pöbelwillkür.
     
21
virtus recludens inmeritis mori 
caelum negata temptat iter via
coetusque volgaris et udam
spernit humum fugiente pinna.
Manns Mut, gewürdigt, nimmer den Tod zu schaun,
Erschließt den Himmel, wandelt missgönnte Bahn,
Gemeine Rottung und der Erde
Brodem verweigernd mit flüchtger Schwinge.
     
25
est et fideli tuta silentio 
merces: vetabo, qui Cereris sacrum
volgarit arcanae, sub isdem
sit trabibus fragilemque mecum
Behalten bleibt der treuen Verschwiegenheit
Ihr Lohn. - Wer Ceres' heilig verborgnen Dienst
Verplaudert, sei nicht unterm gleichen
Dach oder löse mit mir gemeinsam
     
29
solvat phaselon: saepe Diespiter 
neglectus incesto addidit integrum;
raro antecedentem scelestum
deseruit pede Poena claudo.
Den leichten Kahn vom Strande. Diespiter
Sucht mit dem Frevler öfters den Frommen heim;
Doch selten weicht von sündger Sohle,
Folgend mit hinkendem Fuß die Strafe.
 

 

Versmaß:  Alcaicum

Übersetzung: R.A.Schröder (129) 

    Weitere Üb.: C.Hoffmann (59) | R.A.Schröder (77) | K.Vretska (Plankl, 18) | J.H.Voss, 48
Aufgabenvorschläge:
  1. Forumbeitrag von "Ballisto", Antwort von "theophilteros":
    Hallo zusammen, ich habe eine Frage, auf die ich im Netz bislang keine Antwort finden konnte. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.
    Der Spruch "Dulce et decorum est pro patria mori" von Horaz bedeutet soviel wie "Süß und ehrenvoll ist es fürs Vaterland zu sterben". Meine Frage ist: Wie hat ihn Horaz gemeint??? Ist der Spruch eine leidenschaftliche Aufforderung, für sein Land in den Tod zu gehen oder ist der Spruch eine Verhöhnung eben jener Einstellung oder ist er sogar noch subtiler zu verstehen? Wer kann mich über die Intention und eventuelle Missverständnisse aufklären?
    Beim googlen hab ich lediglich herausgefunden, dass der Spruch eine gewisse Bedeutung während des 1. Weltkrieges hatte und oftmals falsch verstanden wurde. Wenn sich jemand auskennt, wäre ich für Hinweise sehr dankbar.
    Gruß Peter
    Hallo Peter, man darf diesen Satz nicht als isolierten "Spruch" sehen, sondern muss ihn als Zentrum im Zusammenhang der 2. Römerode des Horaz verstehen. In den Römeroden unterstützt Horaz das ideologische Programm des Kaisers Augustus. Beiden (und anderen augusteischen Schriftstellern wie Vergil und Livius) geht es um eine Wiederbelebung altrömischer Tugenden (virtutes). In diesem Gedicht spricht Horaz zumindest die "Selbstbescheidung" (paueriem pati), die "Tapferkeit" (acris militia), die "Treue" (fidele silentium") an. Die Aufforderung an die Jugend, ihre "persönliche Stärken (virtutes)" zur Entfaltung zu bringen, um so für Gefahrenzeiten (trepidis rebus) gewappnet zu sein, geht auch mit der in der Zeit der Republik vorherrschenden Philosophie der Stoa konform. Der Satz "Dulce et decorum est pro patria mori" ist insofern keine "leidenschaftliche Aufforderung, für sein Land in den Tod zu gehen" und gänzlich undenkbar ist es, ihn als Ironisierung oder Verhöhnung seiner Botschaft zu verstehen. Wenn er das wäre, wären sowohl Vergils Aeneas als auch Livius‘ altrömische Helden nichts als Lachplatten.

Sententiae excerptae:
w30
Literatur:
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