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Cornelius Nepos


Exempla fragmentorum - Einige Fragmente

 

 
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I. Ex epistula a Cornelia, matre Gracchorum, ad Gaium filium primum tribunatum petentem scripta
Aus einem Brief der Cornelia, der Mutter der Gracchen, an ihren Sohn Gaius während der Bewerbung um sein erstes Tribunat
124 v.Chr.
(59) Dices pulchrum esse inimicos ulcisci. id neque maius neque pulchrius cuiquam atque mihi esse videtur, sed si liceat re publica salva ea persequi. sed quatenus id fieri non potest, multo tempore multisque partibus inimici nostri non peribunt atque, uti nunc sunt, erunt potius quam res publica profligetur atque pereat. . . .
Du wirst sagen, es sei etwas Schönes, sich an seinen Feinden zu rächen. Niemandem kann dies größer und schöner erscheinen als mir, doch unter der Bedingung, dass man es ohne Schaden für den Staat erreichen kann. Insofern dies jedoch nicht möglich ist, sollen unsere Feinde viel eher und bei weitem lieber nicht verderben und so wie jetzt fortexistieren, als dass der Staat umgestürzt werde und zu Grunde gehe.
II. alio loco eiusdem epistulae
Verbis conceptis deierare ausim, praeterquam qui Tiberium Gracchum necarunt, neminem inimicum tantum molestiae tantumque laboris, quantum te ob has res, mihi tradidisse; quem oportebat omnium eorum, quos antehac habui liberos, partis eorum tolerare atque curare, ut quam minimum sollicitudinis in senecta haberem, utique quaecumque ageres, ea velles maxime mihi placere, atque uti nefas haberes rerum maiorum adversum meam sententiam quicquam facere, praesertim mihi, cui parva pars vitae restat. ne id quidem tam breve spatium potest opitulari, quin et mihi adversere et rem publicam profliges? denique quae pausa erit? ecquando desinet familia nostra insanire? ecquando modus ei rei haberi poterit? ecquando desinemus et habentes et praebentes molestiis desistere? ecquando perpudescet miscenda atque perturbanda re publica? sed si omnino id fieri non potest, ubi ego mortua ero, petito tribunatum; per me facito quod lubebit, cum ego non sentiam. ubi mortua ero, parentabis mihi et invocabis deum parentem. in eo tempore non pudebit te eorum deum preces expetere, quos vivos atque praesentes relictos atque desertos habueris? ne ille sirit Iuppiter te ea perseverare, nec tibi tantam dementiam venire in animum. et si perseveras, vereor ne in omnem vitam tantum laboris culpa tua recipias, uti in nullo tempore tute tibi placere possis.
Einen förmlichen Eid vermöchte ich zu schwören, dass außer denen, die den Tiberius Gracchus getötet haben, mir kein Feind so viele Beschwerde und Mühsal um dieser Dinge willen auferlegt hat, als du. Und doch hättest du gerade die Pflichten aller meiner früheren Kinder auf dich nehmen und sorgen sollen, dass ich in meinem Alter so wenig wie möglich Bekümmernis hätte, und dass du bei allem, was du tätest, hauptsächlich meinen Beifall suchtest und es für Unrecht hieltest, irgendetwas von Wichtigkeit gegen meinen Wunsch zu unternehmen, zumal ich nur noch eine kurze Lebensneige übrig habe. Kann dich denn nicht einmal diese kurze Frist bestimmen, nicht gegen meinen Willen zu handeln und den Staat umzustürzen? Wo soll endlich ein Stillstand eintreten? Wann wird unsere Familie aufhören zu rasen? Wann wird diesem Treiben ein Ziel gesteckt sein? Wann werden wir aufhören danach zu jagen, uns selbst und anderen Sorge zu schaffen? Wann wird uns tiefe Scham erfüllen, den Staat in Unordnung und Verwirrung zu stürzen? Ist das jedoch überhaupt unmöglich, so bewirb dich, wenn ich tot bin, um das Tribunat, und tue meinetwegen, was du willst, wenn ich es nicht mehr merke. Bin ich gestorben, so wirst du mir Totenopfer bringen und die mütterliche Gottheit anrufen. Schämst du dich aber nicht, dann die Gottheit mit Gebeten anzugehen, die du, solange sie lebte und bei dir war, verlassen und versäumt hast? Iupiter wolle nicht zugeben, dass du dabei beharrst und dass dir solcher Wahnwitz beikomme! Beharrst du dennoch, so wirst du, fürchte ich, für dein ganzes Leben so viel Mühsal durch eigene Schuld auf dich laden, dass du in keiner Lage selbst mit ihr zufrieden sein kannst.
III. E libro de Latinis rerum scriptoribus
Aus dem Buch über die latienischen Geschichtsschreiber
(58) modo non respondere Graeciae, sed omnino rude atque inchoatum morte Ciceronis relictum. ille enim fuit unus qui potuerit et etiam debuerit historiam digna voce pronuntiare, quippe qui oratoriam eloquentiam rudem a maioribus acceptam perpoliverit, philosophiam ante eum incomptam Latinam sua conformarit oratione. ex quo dubito, interitu eius utrum res publica an historia magis doleat. . . . Locuples ac divina natura, quo maiorem sui pareret admirationem ponderatioraque sua essent beneficia, neque uni omnia dare nec rursus cuiquam omnia voluit negare.
Das darf dir nicht verborgen bleiben, dass diese einzige Gattung der lateinischen Literatur nicht nur noch nicht den Leistungen Griechenlands entspricht, sondern durch den Tod Ciceros überhaupt unausgebildet und in ihren Anfängen geblieben ist. Denn er war der einzige, der die Fähigkeit und sogar die Verpflichtung hatte, die Geschichte in würdigen Worten darzustellen, da er ja der eigentlichen Beredsamkeit, die ihm von den früheren noch roh überliefert war, ihren herrlichen Glanz verliehen und die vor ihm formlose lateinische Philosophie durch die Kunst seiner Rede ausgebildet hat. Darum weiß ich nicht, ob der Staat oder die Muse der Geschichte mehr über seinen Tod trauen soll.
IV. Ex epistula ad Ciceronem scripta
Aus einem Brief an Cicero
apud Lactant.instit.3,15,10
(39) abest ut ego magistram putem esse vitae philosophiam beataeque vitae perfectricem, ut nullis magis existimem opus esse magistros vivendi quam plerisque qui in ea disputanda versantur. video enim magnam partem eorum, qui in schola de pudore [et] continentia praecipiant argutissime, eosdem in omnium libidinum cupiditatibus vivere.
Ich bin so weit entfernt, die Philosophien für eine Lehrerin des Lebens und die Schöpferin eines glückseligen Lebens zu halten, dass nach meiner Ansicht niemandem Lehren der Lebensweisheit mehr not tun, als den meisten, die sich mit philosophischen Erörterungen beschäftigen. Denn ich sehe, dass ein großer Teil derer, die in der Philosophenschule sehr scharfsinnige Regeln über Sittsamkeit und Enthaltsamkeit aufstellen, gleichwohl im Taumel aller Wollüste leben.
  Übersetzung: nach J. Siebelis bearbeitet von E.Gottwein
Sententiae excerptae:
w39
Literatur:

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