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Publius Ovidius Naso

Fasti - Fasten

LIBER II - lateinisch - deutsch

 
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  9. Fest des Faunus (193-242)    
       
Idibus agrestis fumant altaria Fauni
hic ubi discretas insula rumpit aquas.
anmerk. Das Fest des Faunus, dessen Tempel seit 194 v.Chr. auf der Tiberinsel stand, wird am 13. Februar begangen. Es ist verbunden mit der Erinnerung an den Heldentod der 306 Fabier im Kampf gegen Veji (479 v.Chr. Nach Ovid am 13. Febr., sonst ist der 18. Juli ├╝berliefert. Vgl. Liv.2,48,5-2,50,11).
L├Ąndlicher Faunus, dir raucht an dem Tage der Iden der Altar,
Da, wo die Insel des Stroms brandende Wellen zerteilt.
haec fuit illa dies in qua Veientibus armis
ter centum Fabii ter cecidere duo.
una domus vires et onus susceperat urbis:
sumunt gentiles arma professa manus.
egreditur castris miles generosus ab isdem,
 
Einst war dieses der Tag, als inmitten vejentischer Fluren
Dreimal hundert und sechs Fabier fielen zumal.
St├Ąrk' und Beschwerde der Stadt hatte ein Haus auf sich geb├╝rdet:
Drum zur verhei├čenen Wehr greifen die Sippen vereint.
Schau, aus demselbigen Lager entwallet die edele Kriegsschar,
e quis dux fieri quilibet aptus erat.
Carmentis portae dextro est via proxima iano:
ire per hanc noli, quisquis es; omen habet.
[illa fama refert Fabios exisse trecentos:
porta vacat culpa, sed tamen omen habet.]
 
Jeder von ihnen f├╝rwahr w├╝rdig, ein F├╝hrer zu sein.
Gradester Weg durch Carmentis' Tor ist der Bogen zur Rechten
Meide den Durchgang hier: Nicht ist geheuer der Pfad.
[Dort, so meldet die Kunde, seien die Fabier entschwunden:
Schuldlos ist zwar das Tor, ungeheuer gleichwohl.]
ut celeri passu Cremeram tetigere rapacem
(turbidus hibernis ille fluebat aquis),
castra loco ponunt: destrictis ensibus ipsi
Tyrrhenum valido Marte per agmen eunt;
non aliter quam cum Libyca de gente leones
 
Wie sie im eilenden Marsch zu der rei├čenden Cremera kamen
(Winterlich war es, und tr├╝b' rollten die Wasser dahin),
Bauten sie Lager am Ort und durchbrachen den Schwarm der Tyrrhener
Selber, die blinkende Wehr schwingend im wuchtigen Kampf.
So wohl vom libyschen Felsengebirge auf die weidenden Herden,
invadunt sparsos lata per arva greges.
diffugiunt hostes inhonestaque volnera tergo
accipiunt: Tusco sanguine terra rubet.
sic iterum, sic saepe cadunt; ubi vincere aperte
non datur, insidias armaque tecta parant.
 
Weit im Gefilde zerstreut, st├╝rzen die L├Âwen herab
Ringsum stieben die Feinde, und sie tragen im R├╝cken die Wunden,
Schmachdenkmale; das f├Ąllt f├Ąrbt sich vom tuskischen Blut.
Aber und aber erliegen sie oft; da auf offener Walstatt
Nimmer zu siegen verg├Ânnt, sinnen sie heimliche List.
campus erat, campi claudebant ultima colles
silvaque montanas occulere apta feras.
in medio paucos armentaque rara relinquunt,
cetera virgultis abdita turba latet.
ecce velut torrens undis pluvialibus auctus
 
Weithin den sich die Flur. Es umschlie├čen die ├Ąu├čersten S├Ąume
Waldige H├Âh'n, f├╝r des Berges Tier' ein erles'nes Versteck.
Wenige l├Ąsst man zur├╝ck in der Mitt' und vereinzelte Rinder;
Aber, im Dickicht versteckt, lauert die ├╝brige Schar.
Horch! Wie geschwellt von dem Schnee, der, lauen Zephyren erlegen,
aut nive, quae Zephyro victa tepente fluit,
per sata perque vias fertur nec, ut ante solebat,
riparum clausas margine finit aquas,
sic Fabii vallem latis discursibus implent,
quodque vident sternunt, nec metus alter inest.
 
Hinschmilzt oder vom Guss platzenden Regens gen├Ąhrt,
├ťber die Stra├čen und ├╝ber die Saat hinbrauset der Waldstrom,
Nicht, wie zuvor, in der Mark' engender Ufer gebannt:
Also f├╝llt sich das Tal von der Fabier st├╝rmendem Streifzug.
Was sie er schauen, es f├Ąllt; weiter ja f├╝rchten Sie nichts.
quo ruitis, generosa domus? male creditis hosti:
simplex nobilitas, perfida tela cave.
fraude perit virtus: in apertos undique campos
prosiliunt hostes et latus omne tenent.
quid faciant pauci contra tot milia fortes?
 
Edele Schar, wo willst Du hinaus? Es betr├╝gt dich die Rechnung:
Arglos Adelsgeschlecht, acht auf den lauernden Pfeil!
Arglist t├Âtet den Mut. Ringsum auf das offene Blachfeld
Springen die Feinde hervor; jegliche Seit' ist besetzt.
So viel Tausenden Trotz wie b├Âten die wenigen Braven?
quidve, quod in misero tempore restet, adest?
sicut aper longe silvis latratibus actus
fulmineo celeres dissipat ore canes,
mox tamen ipse perit, sic non moriuntur inulti,
volneraque alterna dantque feruntque manu.
 
Wo in der Stunde der Not blieb noch ein rettender Weg?
So wie der Eber, gehetzt weitum in laurentischen Forsten,
Blitzenden Zahnes die schnellf├╝├čige Meute zersprengt
Bald jedoch selber erliegt: so r├Ąchen sie fallend den Fall noch,
Wunden f├╝r Wunden zur├╝ckgebend mit wechselnden Schlag.
una dies Fabios ad bellum miserat omnes,
ad bellum missos perdidit una dies.
ut tamen Herculeae superessent semina gentis,
credibile est ipsos consuluisse deos:
nam puer impubes et adhuc non utilis armis
 
Ein Tag sah in den Kampf ausziehen die Fabier alle;
Ein Tag sah sie erblasst, die er enteilen geseh'n.
Aber dass nicht vom herkulischen Stamm ausginge der Samen,
Waren wohl - glaublich erscheint's - selber die G├Âtter besorgt.
Unmannbar und zu brauchen noch nicht in dem Kampfe der Waffen,
unus de Fabia gente relictus erat;
scilicet ut posses olim tu, Maxime, nasci,
cui res cunctando restituenda foret.
 
War von den Fabiern ein Knabe geblieben zur├╝ck,
Dass du, Maximus, k├Ânntest im Laufe der Zeiten erstehen,
Du, des zaudernder Geist wahrte den sinkenden Staat.
  ├ťbers. nach E. Klu├čmann bearbeitet von E. Gottwein