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Publius Cornelius Tacitus

Annales

4,67

 Tiberius zieht sich nach Capreae (Capri) zurück

 
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Tiberius zieht sich 29 n.Chr. auf die Insel Capreae (Capri) zurück.
Der Kaiser hatte zwar nach Einweihung der Tempel in Campanien, damit niemand seine Erholung störte, ein eigenes Anschreiben ergehen lassen, und dem Zudrang der Leute aus den Städten wurde durch die Aufstellung von Kriegsvolk gewehrt. Jetzt aber begrub er sich, weil Municipien und Colonien und der ganze Kontinent ihm höchst zuwider waren, vollends gänzlich auf der Insel Capreae (Capri), die durch einen drei Meilen breiten Meeresarm von der Spitze des sorrentinischen Vorgebirges getrennt ist. Hauptsächlich zog ihn, wie ich glaube, ihre Abgeschiedenheit an, da ringsum kein Hafen ist und kaum für mäßig große Schiffe sich einige wenige Liegeplätze finden, und man selbst da nicht anlegen kann, ohne dass es der Wächter erfährt. Ihr Klima ist im Winter mild, weil das vorliegende Gebirge die rauhen Winde abhält; der Sommer außerordentlich angenehm, da sie dem Westwind offen daliegt und ringsum freies Meer ist. Auch gewährte sie, ehe noch der Ausbruch des Vesuvius die Gestalt der Landschaft verwandelte, die reizendste Aussicht auf den Meerbusen. Die Sage erzählt, Griechen hätten die Gegend innegehabt und Capreae sei von Teleboiern bewohnt gewesen. Jetzt aber saß Tiberius da in einem Dutzend Landhäuser mit ihren verschiedenen Namen und Bauten, er, wie früher den Regierungssorgen zugewandt, in dem selben Maße jetzt heimlichen Lüsten und verderblichem Müßiggang hingegeben. Der blinde Argwohn und der blinde Glauben war noch der selbe bei ihm, und Seianus, wie er schon in der Stadt ihn zu nähren gewohnt war, wusste ihn noch stürmischer aufzupeitschen, indem er seine feindlichen Absichten gegen Agrippina und Nero gar nicht mehr verborgen hielt. Es wurde ihnen eine Wache gegeben, die über alle Botschaften und Besuche, über Offenes und Geheimes ein ordentliches Tagebuch führte. Ja, man stellte Leute ab, die ihnen Winke geben mussten, sich zu den germanischen Heeren zu flüchten, oder, wenn das Forum am besuchtesten wäre, das Bild des verewigten Augustus zu umfassen und das Volk und den Senat um Hilfe anzurufen. Sie wiesen das von sich; aber, als hätten sie es vor, warf man es ihnen vor. Tac.ann.4,67: At Caesar dedicatis per Campaniam templis, quamquam edicto monuisset, ne quis quietem eius inrumperet, concursusque oppidanorum disposito milite prohiberentur, perosus tamen municipia et colonias omniaque in continenti sita, Capreas se in insulam abdidit, trium milium freto ab extremis Surrentini promunturii diiunctam. solitudinem eius placuisse maxime crediderim, quoniam importuosum circa mare et vix modicis navigiis pauca subsidia; neque adpulerit quisquam nisi gnaro custode. caeli temperies hieme mitis obiectu montis, quo saeva ventorum arcentur; aestas in favonium obversa et aperto circum pelago peramoena; prospectabatque pulcherrimum sinum, antequam Vesuvius mons ardescens faciem loci verteret. Graecos ea tenuisse Capreasque Telebois habitatas fama tradit. sed tum Tiberius duodecim villarum nominibus et molibus insederat, quanto intentus olim publicas ad curas tanto occultiores in luxus et malum otium resolutus. manebat quippe suspicionum et credendi temeritas, quam Seianus augere etiam in urbe suetus acrius turbabat, non iam occultis adversum Agrippinam et Neronem insidiis. quis additus miles nuntios, introitus, aperta secreta velut in annalis referebat, ultroque struebantur, qui monerent perfugere ad Germaniae exercitus vel celeberrimo fori effigiem divi Augusti amplecti populumque ac senatum auxilio vocare. eaque spreta ab illis, velut pararent, obiciebantur.
   
Deutsche Übersetzung nach: Strodtbeck, G.F. bearbeitet von E.Gottwein  
Sententiae excerptae:
w36
Literatur:

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