Lateinische Übungstexte zu Ciceros Reden mit einer wörtlichen deutschen Übersetzung und Anmerkungen. 

Besonders zur Vorbereitung auf das Latinum 

(Cic.Deiot.12f)

 

Cic.Deiot.12f

König Deiotarus, Tetrarch der asiatischen Galater, hatte die Römer in allen Kriegen gegen Mithridates von Pontos (von 89 v.Chr. an) großzügig unterstützt. Im Bürgerkrieg Caesar - Pompeius stellte er sich auf die Seite des Pompeius, trennte sich von diesem nach Pharsalus (48 v.Chr.) und suchte nach dessen Ermordung den Vergleich mit Caesar. 45 v.Chr. wurde er angeklagt, die Partei des Pompeius im afrikanischen Krieg (46 v.Chr.) weiter unterstützt und einen Mordanschlag auf Caesar geplant zu haben. Im folgenden wirbt Cicero, der die Verteidigung übernommen hatte, um Verständnis für die Parteinahme des Deiotarus in der Auseinandersetzung Caesar - Pompeius. 

Ignosce, ignosce, Caesar, si eius viri auctoritati rex Deiotarus cessit, quem nos omnes secuti sumus; ad quem cum dei atque homines omnia ornamenta congessissent, tum tu ipse plurima et maxima. Neque enim, si tuae res gestae ceterorum laudibus obscuritatem attulerunt, idcirco Cn. Pompei memoriam amisimus. Quantum nomen eius fuerit, quantae opes, quanta in omni genere belli gloria, quanti honores populi Romani, quanti senatus, quanti tui, quis ignorat? Tanto ille superiores vicerat gloria, quanto tu omnibus praestitisti. Itaque Cn. Pompei bella, victorias, triumphos, consulatus admirantes numerabamus, tuos enumerare non possumus. Ad eum igitur rex Deiotarus venit hoc misero fatalique bello, quem antea iustis hostilibusque bellis adiuverat, quocum erat non hospitio solum, verum etiam familiaritate coniunctus, et venit vel rogatus ut amicus vel accessitus ut socius vel evocatus ut is, qui senatui parere didicisset, postremo venit ad fugientem, non ad persequentem, id est ad perculi, non ad victoriae societatem. Itaque Pharsalico proelio facto a Pompeio discessit; spem infinitam persequi noluit; vel officio, si quid debuerat, vel errori, si quid nescierat, satisfactum esse duxit; domum se contulit teque Alexandrinum bellum gerente utilitatibus tuis paruit. Ille exercitum Cn. Domiti, amplissimi viri, suis tectis et copiis sustentavit, ...
Verzeih, verzeih, Caesar, wenn König Deiotarus sich dem Ansehen dieses Mannes untergeordnet (gefügt) hat, dem wir alle gefolgt sind; auf diesen hatten sowohl die Götter und Menschen alle ehrenden Auszeichnungen gehäuft als auch du selbst ganz besondert die meisten und größten (w. da auf diesen die Götter ... gehäuft hatten, dann du selbst ...). Denn wir haben, wenn deine Taten den Ruhmestaten der anderen Dunkelheit gebracht haben (f.: die Ruhmestaten ... verdunkelt haben), deshalb nicht die Erinnerung an Cn. Pompeius verloren. Wie groß sein Name gewesen ist, wie groß seine Macht, wie groß sein Ruhm in jeder Art des Krieges, wie groß die Ehren des römischen Volkes, wie groß die des Senates, wie groß deine, wer weiß (dies) nicht? Um soviel hatte jener die früheren (Feldherren ) an Ruhm übertroffen, wie du alle übertroffen hast. Daher zählten wir des Cn. Pompeius Kriege, Siege, Triumphe und Konsulatswürden bewundernd auf, deine können wir nicht aufzählen. König Deiotarus kam also in diesem unglücklichen und schicksalhaften Krieg zu dem, den er vorher in den gerechten Kriegen gegen die Feinde (von außen) unterstützt hatte, mit dem er nicht alleine durch Gastfreundschaft, sondern auch durch vertrauten Umgang verbunden war, und er kam entweder gebeten als Freund, oder hergeholt als Verbündeter, oder vorgeladen als derjenige, der dem Senat Folge zu leisten (zu gehorchen) gelernt hatte, er kam zuletzt zu einem, der auf der Flucht war, nicht zu einem, der (d)eine Verfolgung aufnahm, d.h. (aber) zur Teilnahme an der Gefahr, nicht (zur Teilnahme) am Sieg. Daher trennte er sich nach der Schlacht bei Pharsalus von Pompeius; er wollte nicht einer unbestimmten Hoffnung nachgehen; entweder der Pflicht, wenn er etwas geschuldet hatte, oder dem Irrtum (irrigem Denken), wenn er etwas nicht gewusst hatte, glaubte er Genüge getan zu haben (w. er glaubte, dass Genüge getan worden sei entweder der Pflicht ... ). Er begab sich nach Hause und, als du den alexandrinischen Krieg führtest, unterstützte er das Heer des Cn. Domitius, eines sehr angesehenen Mannes, mit seinen Unterkünften und Truppen.
eius viri: sc. Cn. Pompei - cedere (+ Dat.): „sich unterordnen“ - nos omnes: der Senat (auch Cicero) stand auf der Seite des Pompeius. - plurima et maxima (sc. ornamenta congessisti): Caesar hatte u.a. sogar seine Tochter Iulia mit Pompeius verheiratet (59 v.Chr.). - superiores: h. “die früheren (Feldherren)“ - tanto - quanto: „um soviel ... wie“ - vincere: h. “übertreffen“ - evocatus, a, um: „vorgeladen“ (durch die Obrigkeit) - ad fugientem: als Caesar den Rubikon überschritt, floh Pompeius mit den meisten Senatoren aus Rom nach Griechenland - spes infinita: unbestimmte Hoffnung“ - Alexandrinum bellum: Caesar verfolgte Pompeius nach Ägypten, wo er von dessen Tod erfuhr. - ducere + A.c.I: „glauben“ - Cn. Domitius: Offizier Caesars, mit einem Heer gegen den Sohn des Mithridates geschickt.
Cic.Arch.12-14 Cic.Catil.4,7 Cic.Deiot.12  Cic.Manil.65 Cic.Mur.6-7
Cic.Mur.83,9 Cic.Phil.3,1-5 Cic.Phil.4,11 Cic.Phil.5,42-45 Cic.Phil.5,49-51
Cic.Phil.7,19f; 27 Cic.Phil.8,8-10 Cic.Planc.64,7 Cic.Sest.46 Cic.Sest.50
Cic.S.Rosc.4-5 Cic.div.in Caec.11-14 Cic.div.in Caec.19-21 Cic.Verr.1,18 Cic.Verr.1,47-50
Cic.Verr.2,1,46-48 Cic.Verr.2,1,54-57 Cic.Verr.2,4,94-95   Lektuere

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