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Politische und kulturelle Entwicklung Roms

Das Imperium Romanum: 5.Abschnitt (284 -337): Diocletianus und Constantinus

 

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Geschichte

v.Chr.

 
Kultur
 
 
 
Italienkarte
Italienkarte

Germanien

Britannien Imperium Romanum
Italien Germanien Britannien  Imperium Romanum
 
Diocletianus (Bronze)
Constantius Chlorus und Galerius (Venedig, Porphyrrelief am Dogenpalast)
Constantinus I., Silbermedaillon (München, Staatl. Münzsammlung)
Constantinus
Maxentius, Bronze (Privatbesitz)
Diocletianus (284 - 305) (Bronze)
Constantius I. (Chlorus) (305-306) und Galerius (305-311) (Venedig, Porphyrrelief am Dogenpalast)
Constantinus I. (307-337)
Silbermedaillon (München, Staatl. Münzsammlung)
Constantinus I. (307-337)
Kolossalstatue, Bronze
(Rom, Konservatorenpal.)
Maxentius (306-312)
Bronze (Privatbesitz)
284
  • Anfang 284 triumphiert Carinus über die Quaden.
  • Der Gardepräfekt Flavius Aper ermordetseinen Schwiegersohn Numerianus auf dem Rückmarsch bei Chalkedon, aber seine Hoffnungen, zum Kaiser erhoben zu werden, erfüllten sich nicht; denn die Wahl des Heeres fällt am 17. Sept. (20. Nov.) 284 (bei Nikomedeia) auf Gaius Valerius Aurelius Diocletianus. Diocletianus erdolcht Flavius Aper vor aller Augen noch in der Heeresversammlung.
  • Im Westen hatte inzwischen Carinus die Herrschaft angetreten.
 

Diocletianus (284 - 305)

Aur.Vict.Caes.39; Eutr.9,19-28; Paneg.10; Paneg.2-5; Lact.mort.pers.7ff.; Zon.12,31f.; Oros.7,25

 
  • Kaiser Diokletian (284 - 305). Lebensdaten ca. 245 - 316. Sein Geburtstag fällt auf den 22. Dezember 245 (?). Sohn eines Freigelassenen aus Illyrien. Er hieß bis 284 wahrscheinlich Diocles. Die Mitteilungen über seine militärische Laufbahn sind ganz unsicher. Er war Statthalter von Moesia, zehn Mal Consul und Befehlshaber der Leibwache. Seine Aufgabe sah er in der Grenzsicherung und in der inneren Neuorganisation des Reiches. Als Kaiser führte er die absolute Monarchie (Dominat) nach persischem Muster ein. Er trägt Purpurmantel und Diadem und sieht sich als "dominus" über den Bürgern als "subiecti" und als "deus" (Aur.Vict.Caes.39,4). Seine Politik führt zu einer starken Erhöhung der Steuerlast (Aur.Vict.Caes.39,4). Verheiratet war er mit Prisca und hatte mit ihr die Tochter Galeria Valeria.
  • Eine römische Gesandtschaft hält sich am Kaiserhof in China auf und übergibt 30 Tausend Papyrusrollen
285
  • Carinus schaltet Anfang 285 bei Verona den Gardepräfekten Sabinus Iulianus (oder Marcus Aurelius Iulianus) aus, der sich in Oberitalien als Gegenkaiser erhoben hatte.
  • Im Frühjahr 285 und 288 kämpfte Diocletianus in Germanien, 289 gegen die Sarmaten. Dez. 290 (od. Jan. 291 trifft sich Diocletianus mit Maximianus in Mailand. 296 Feldzug gegen die Karpen.
 
286
Maximianus (286-310)
  • Konsulat des
    • Marcus Iunius Maximus (II)
    • Vettius Aquilinus
  • Diocletianus ernennt Maximianus am 13. Dez. 285 zum Caesar und am 1. Apr. 286 zum (ihm gleichgestellten) Augustus im Westen.
  • 286-288 Germanenkrieg: Maximianus kann die Alamannen, Franken und Burgunder, die die Rheingrenze bestürmen, nicht vollständig abwehren. Er siedelt Franken und Nervier im Gebiet der Treverer an.
  • Die Sachsen dringen aus Germanien gegen die britannische und gallische Küste an.
  • Auch die gleichzeitige Erhebung des Carausius (286) in Britannien kann Maximianus nicht niederschlagen.
287
  • Maximianus schlägt bei Mainz eine Brücke über den Rhein
  • Am Euphrat drängt Diocletianus die Perser zurück, schließt Frieden mit ihnen und setzt 287 in Armenien Tiridates (287-324) ein.
288
  • 288 Konferenz des Diocletianus und Maximianus in Mailand
    • Trennung von Militärgewalt (duces) und Zivilgewalt und Rechtspflege (praefecti praetorio)
    • Einführung der absoluten Monarchie, gekennzeichnet durch das persische Hofzeremoniell mit Proskynese. Diocletianus trägt das Diadem und sieht sich als "dominus" über den Bürgern als "subiecti".
    • Diocletianus nimmt den Beinamen Iovius, Maximianus den Beinamen Herculius an
  • In Britannien tritt der Bataver Mausaeus Carausius als Gegenkaiser auf
    • 290 findet Carausius nach einem Sieg über Maximianus als Herrscher von Britannien Anerkennung.
    • 293: Allectus stürzt Carausius in Britannien und macht sich zum Caesar.
    • 296 endet mit der Niederlage des Allectus durch Constantius in Britannien die Herrschaft der Usurpatoren
289
  • Konsulat des
    • Lucius Ragonius Quintianus
    • Marcus Magrius Bassus
  • cos. suff.┬á
    • Marcus Umbrius Primus - Titus Flavius Coelianus
    • Ceionius Proculus - Helvius Clemens
    • Flavius Decimus - (?) Maximus
  • Usurpator┬á
    • Imperator Gaius Marcus Aurelius Mausaeus (?) Carausius Augustus (III)
  • 289 (oder früher) verheirat Constantius I. sich mit Flavia Maximiana Theodora, der Stieftochter des Kaisers Maximianus.
290
291
  • Konsulat des
    • Gaius Iunius Tiberianus (II)
    • Cassius Dion
  • Maximianus kämpft gegen die rechtsrheinischen Alamannen (im Maingebiet)
292
  • Konsulat des
    • Afranius Hanniballianus
    • Iulius Asclepiodotus
  • In Italien wird die Grundsteuer wieder eingeführt, die seit 168 v.Chr. abgeschafft war.
  • Diocletianus kämpft im Donaugebiet gegen die Sarmaten. Verstärkung der Grenzbefestigungen an Rhein, Donau und Euphrat.
293
  • Am 1. März (od. Mai) 293 ernennt Diocletianus in Nikomedien (Sirmium?) seinen Gardepräfekten Gaius Galerius Valerius Maximianus zum Caesar mit der Aufgabe, Italien, Spanien und Africa zu verwalten. Er adoptiert ihn und gibt ihm seine Tochter Valeria zur Frau.
  • Ebenfalls am 1. März 293 wird Marcus Flavius Valerius Constantius, der Gardepräfekt des Maximianus, der von den Byzantinern später "Chlorus" genannt wurde, von Diocletianus zum Caesar ernannt. Auch ihn adoptiert Diocletianus. Seiner Stieftochter Theodora hatte er ihm bereits 289 verheiratet.
  • Erste Tetrarchie (293-304): Neueinteilung des Reiches, aber keine eigentliche Reichsteilung (die Gesetze wurden im Namen aller vier Kaiser erlassen). Die Kaiser sehen sich als Brüder, unter denen Diocletianus den Vorrang einnimmt. Die Caesares unterstehen ihnen zunächst als Helfer (apparitores), werden ihnen aber später als Augusti nachfolgen (Aur.Vict.Caes.39,30ff.; Eutr.9,22).
  • Allectus stürzt Carausius in Britannien und macht sich zum Caesar.
  • Narses wird Perserkönig
294
  • Galerius kämpft erfolgreich gegen die Jazygen. Er siedelt Barbaren auf römischem Gebiet an und rekrutiert aus ihnen seinen Leibwache.
  • Die Franken und Friesen werden von Constantius aus dem Batavergebiet vertrieben. Gefangene (laeti) werden in Ostgallien angesiedelt.
295
  • Konsulat des
    • Nummius Tuscus
    • Gaius Annius Anullinus
  • Galerius kämpft erfolgreich gegen Markomannen, Quaden, Iuthungen
  • Der Jurist Gregorius sammelt kaiserliche Konstitutionen.
296
  • Mit der Niederlage des Allectus, der sich 293 als Gegenkaiser in Britannien aufgestellt hatte, gegen Constantius' Praefecten Asclepiodotus endet 296 in Britannien die Herrschaft der Usurpatoren. Allectus fällt.
  • Die Picten erheben sich in Schottland
  • 296 Feldzug des Diocletianus gegen die Karpen.
  • 296-304 ist Marcellinus Bischof von Rom
 
297
  • 297-298 Aufstand in Ägypten: Diocletianus wirft in Alexandreia den Aufstand des Achilleus nieder und bestraft die Stadt. Zum Schutz der Südgrenze siedelt er bei Syene die Nubier an. Die Blemmyer beruhigt er mit Jahrgeldern.
  • Maximianus besiegt in Africa 297/298 die "Quingentiani", einen maurischen Volksstamm, der seit 288 einfiel und schon von Aurelius Litua besiegt worden war. Aufenthalt in Carthago und Expedition nach Tripolitanien
  • Perserkrieg (Aur.Vict.Caes.39,33-36; Eutr.9,24f.):
    • Weil der Perserkönig Bahram II. (Vararhan II.) Streit mit seinem Bruder Hormizda hat, sucht er mit Diocletianus eine Verhandlungslösung. Dieser lehnt ab und sichert die Euphrat-Grenze.
    • Als Diocletianus durch seine Kämpfe in Ägypten gebunden war, vertrieb Narses, der Nachfolger von Bahram II., 296 den Assarakiden Tiridates, der mit Roms Hilfe seit 287 in Armenien herrschte.
      • Narses überquerte den Tigris und konnte 297 Galerius bei Nikephorion bezwingen.
      • 298 verliert Narses. Friedensschluss
  • 297 siegt Maximianus über die Karpen und siedelt sie rechts der Donau an
  • Nach 297 (Aufenthalt in Italien) führt Constantius einen zweiten, nicht datierbaren Krieg gegen die Franken und siegt im Gebiet der Lingonen und bei Vindonissa über die Alamannen.
 
298
  • Konsulat des
    • Marcus Iunius Caesonius Nicomachus Anicius Faustus Paulinus (II)
    • Virius Gallus
  • 298 - 305 repräsentativer Prachtbau der Diokletiansthermen in Rom
  • 298 verliert Narses und bietet Frieden an. Die Verhandlungen führt für Rom Sicorius Probus. Der Freiden kommt Ende 298 zum Abschluss. Durch eine neue Grenzziehung gewinnen die Römer auch einige Gebiete östlich vom Tigris.
  • Sieg des Constantius über die Alamannen bei Vindonissa (Windisch)
 
299
  • Diokletianspalast in Spalatum (Split) bei Salonae
  • Trier: Thermen, Basilika, Moselbrücke
  • Umbilicus Romae auf dem Forum (t.p.q.)
300
  • Um 300 Die Gepiden (Ostgermanen) fallen in Dakien ein.
  • Iamblichos von Chalkis (ca. 280-330): Neuplatoniker
  • Diophantos von Alexandreia: Begründer der Algebra
  • Nonius Marcellus: Grammatik
301
  • Konsulat des
    • Titus Flavius Postumius Titianus (II)
    • Virius Nepotianus
  • 301 Edictum de pretiis venalium rerum, das, um der Teuerung zu begegnen, Höchstpreise festsetzt. Es führte dazu, dass manche Leistungen nicht mehr angeboten werden.
  • Iulius Valerius: Alexandergeschichte
  • Stephanos v. Byzantion: Lexikon
  • Achilleus Tatios v. Alexandreia: Liebesroman
  • Heliodoros v. Emesa
  • Longos: Daphnis und Chloe
302
  • 31. März 302 (od. 297, 298) Verbot der Kultausübung der Manichäer.
  • 302 feiert Diocletianus in Rom seinen Triumph
  • Hormizda II. wird Perserkönig
303
  • 23. Febr. 303 ergeht in Nikomedeia das 1. Edikt gegen die Christen. Beginn der Christenverfolgung:
    • Verbot des Gottesdienstes
    • Zerstörung der Beträume
    • Entzug der bürgerlichen Rechte
    • Beschlagnahmung des Gemeindevermögens
    • Entlassung von Christen aus Verwaltung und Heer.
  • Das 2. und 3. Edikt zwingt die Kleriker zum Opfer.
  • Triumph über die Perser
  • Mit dem Bataver Aurelius Ianuarius, der "dux" in Pannonien wird, erreicht zum ersten Mal ein Germane ein so hohes Kommando.
  • Castor und Pollux-Tempel auf dem Forum Romanum
  • Die Kurie auf dem Forum Romanum wird neu erbaut
  • Ehrensäule der Tetrarchen auf dem Forum
  • Palatium Sessorianum der Kaiserin Helena auf dem Esquilinus (t.p.q.)
  • Ianus Quadrifrons auf dem Forum Boarium) (t.p.q.)
304
  • Das 4. Edikt gegen die Christen zwingt alle Gläubigen unter Androhung von Zwangsarbeit im Bergwerk zum Opfer.
  • Im Osten verstärken sich dadurch die Verfolgungen, während Constantius im Westen nachgiebiger vorgeht und kein Todesurteil vollzieht.
  • In Nikomedeia erkrankt Diocletianus zunächst im Aug. 304, dann noch schwerer im Dez. 304. Er entschließt sich zur Abdankung und veranlasst Maximianus, in Mailand das selbe zu tun.
305
  • Thermen des Diocletianus auf dem Viminal eingeweiht (ca.)
Constantius I. (Chlorus) (305-306)—— Galerius (305-311)
  • Der armenische König Tiridates wird von Gregorios Photistes missioniert und wird Christ.
  • In Afrika geht der Gegenbischof
306
  • Am 25. Juli 306 stirbt Constantius in Eboracum und wird wahrscheinlich in Trier bestattet. Das Heer ruft seinen Sohn Flavius Constantinus noch am Todestag des Constantius zum Imperator (Mitregenten) aus. Galerius erkennt ihn am 28. Aug. 307 notgedrungen an, so dass Constantinus seinem Vater als Caesar nachrückt. Den Severus erhebt Galerius zum Augustus des Westens. (Lact.mort.pers.24f.; Zosim.2,9f.).
  • In Rom kommt es hauptsächlich wegen der hohen Abgabenlast zu einem Aufstand, in dessen Verlauf sich Maxentius, der Sohn des Maximianus am 27. Okt. 306 in Rom zum Imperator erhebt(Lact.mort.pers.23).
  • Maxentius-Basilica auf dem Forum (t.p.q.)
307
Severus II. (306-307) —— Maxentius (306-312) —— Constantinus (307-337)
  • Als sich sein Sohn Maxentius Im Frühjahr 307 Augustus zum Augustus erklärt, lässt sich Maximianus von dessen Anhängern dazu bringen, noch einmal Kaiser zu werden, und wehrt den Angriff des Severus ab, dessen Unterwerfung er etwa im April 307 in Ravenna entgegennimmt.
  • Am 16. Sept. 307 kommt Severus entweder durch Hinrichtung oder durch Selbstmord ums Leben. Er wird an der Via Appia im Grabmal des Gallienus beigesetzt.
  • Constantinus schließt sich Maximianus an, dessen Tochter Fausta er heiratet. Er wird zum Augustus erhoben und zusammen mit Maximianus 307 Consul.
  • Auf einem Feldzug vom Herst 306 bis in das nächste Frühjahr schlägt Constantinus die Alamannen und Franken und baut bei Köln eine Rheinbrücke.
  • Erster Bürgerkrieg: Galerius und Severus, der Augustus des Westens, versuchen vergeblich, Maxentius und Maximianus aus ihrer Stellung zu drängen. Im Gegenteil: Severus fällt ihnen in die Hände und wird getötet (Zosim.2,9-10; Lact.mort.pers.24f.).
  • Bei der Neuordnung der Thronfolge vom 11. Nov. 307 wird Maxentius wieder nicht berücksichtigt.
308
Licinius (308-324)
  • Auf der Konferenz von Carnuntum am 11. Nov. 308 verzichtet Maximianus auf der von Diocletianus geleiteten Konferenz von Carnuntum erneut auf die Kaiserwürde.
  • Nach Streitigkeiten mit seinem Sohn und dem vergeblichen Versuch, ihn in Rom abzusetzen (April 308), wechselt Maximianus als Privatmann in das Lager des Constantinus und gibt ihm seine Tochter Fausta zur Frau. Auch Galerius versucht er für sich einzunehmen, allerdings ohne Erfolg.
  • Maxentius aber wird in Italien, Spanien und zeitweise in Africa anerkannt.
  • Africa fällt nach dem 20. April 308 von Maxentius ab, wird aber Ende 309 und Anfang 310 wieder zurückgewonnen.
309
  • 309 strebt Maximianus, während Constantinus gegen die Franken Krieg führt, zum dritten Mal die Kaiserwürde an. Er setzt sich in Arelate fest und flieht, als Constantinus anrückt, nach Massilia. Dort wird er von Constantinus gefangen genommen, worauf er sich 310 in Massilia erhängt.
  • Grabmal und Tempel des Romulus auf dem Forum (t.p.q.)
  • Circus des Maxentius
310
Maximinus Daia (310-313)
  • Maximianus Herculius wollte seinen Sohn in Rom stürzen. Da aber das Heer an seinem Sohn festhielt, floh Maximianus zu Constantinus (Lact.mort.pers.29; Eutr.10,3). Sein Versuch Diocletianus zur Rückkehr an die Macht zu bewegen scheitert ebenso wie Verhandlungen mit Galerius. Mit einem Teil des Heeres von Constantinus setzt er sich nach Massilia ab, muss sich aber ergeben und wird bei einem Anschlag gegen Constantinus selbst getötet (Lact.mort.pers.29f.; Zos.2,12; Eutr.10,3).
  • Nach dem vergeblichen Versuch des Maxentius, sich Constantinus anzunähern, bricht er mit ihm im Juli 310 und erklärt ihm den Krieg, der ihn am 28. Okt. 312 am Pons Mulvius in die Niederlage führt.
311
  • Am 30 April 311 Toleranzedikt zugunsten der Christen von Constantinus, Licinius und Galerius erlassen.
  • Galerius stirbt am 15. Mai 311. Noch am 5. Apr. 311 (30. April) soll er unter dem Eindruck seiner schmerzhaften Krankheit in einem Edikt die Christenverfolgung zurückgenommen haben (Lact.mort.pers.34)
  • Nach dem Tod des Galerius ergeben sich neue Bündnisse: Der Augustus Maximinus Daia schließt sich mit Maxentius zusammen, der Augustus Licinius aber mit Constantinus. Ein drohender Krieg zwischen Maximinus und Licinius kann durch einen neuen Teilungsvertrag verhindert werden (Lact.mort.pers.36).
312
  • Zweiter Bürgerkrieg: Constantinus überquert mit seinem Heer die Alpen. Nach zwei Siegen gegen die Feldherrn des Maxentius bei Turin und Verona, schlägt er Maxentius entscheidend am 28. Okt. 312 an der Milvischen Brücke. Maxentius ertrinkt beim Einsturz der Brücke im Tiber (Zosim.2,14-17; Lact.mort.pers.43-44). Angeblich hatte er vor der Schlacht die Vision des Kreuzes mit der Inschrift ╬Ą╬┐¤Ź¤äß┐│ ╬Ż╬»╬║╬▒. Constantinus ließ die Soldaten dieses Zeichen im Schild führen und als Standarte (Labarum) dem Heer voraustragen. Er soll den Sieg mit 90 Tausend Fußsoldaten und 8 Tausend Reitern gegen 170 Tausend Mann des Maxentius errungen haben.
  • Constantinus schafft die Prätorianer ab.
  • Nach kurzem Aufenthalt in Rom trifft sich Constantinus in Mailand mit Licinius, schließt mit ihm ein Bündnis und gibt ihm seine Schwester Constantia zur Frau (Lact.mort.pers.45).
  • Konstantinsbogen zwischen Palatin und Caelius (t.p.q.)
313
  • Das Mailänder Toleranzedikt garantiert den Christen die Duldung im gesamten Römischen Reich und macht Christenverfolgungen unmöglich (Lact.mort.pers.48).
  • Der Sonntag wird als Feiertag eingeführt. Spätere Edikte billigen den Christen weitere Rechte zu.
314
  • Konsulat des
    • Gaius Ceionius Rufius Volusianus (Eusebius ?) (II)
    • Petronius Annianus
  • Vierter Bürgerkrieg: Auseinadnersetzung zwischen Licinius und Constantinus (und zugleich zwischen Heidentum und Christentum). Constantinus schlägt Licinius bei Cibalae (8. Okt. 314) und Adrianopel (3. Juli 324) und zwingt ihn zum Frieden. Er muss Pannonien, Dalmatien, Dacien, Macedonien und Griechenland an Constantinus abtreten (Zosim.2,18-20, Eutr.10,5).
    • Nachdem Licinius über Maximinus Daia gesiegt hat, intrigiert er jetzt gegen Constantinus, indem er Bassianus, den Constantinus als Caesar für Italien und Illyricum favorisierte und mit seiner Schwester Anastasia verheiratet hatte, zum Abfall von Constantinus verleiten will.
    • Constantinus schlägt Licinius zunächst am 8. Okt. 314 bei Cibalae (Unterpannonien). Die auf dem Campus Mardiensis folgende Schlacht (zw. Philippopel und Andrianopel) endet ohne Sieger. Licinius behält in Europa nur Thrakien.
    • Beide herrschen jetzt gemeinsam und sind 315 gemeinsam Konsuln. Sie kämpfen auch beide an der Donau gegen Sarmaten, Goten und Karpen.
    • Am 1. März 317 werden zur Nachfolgeregelung die beiden Söhne des Constantinus (Crispus und Constantinus) und der Sohn des Licinius (Licinianus) zu Caesares ernannt.
    • Erneuter Bruch (aus unbekannten Ursachen): Anlass war, dass Constantinus eine Gotenschar, die in Thrakien eingefallen war, dort, also auf dem Territorium des Licinius, besiegte.
    • Licinius verliert, bis er schließlich aufgibt, mehrere Schlachten:
      • 3. Juli 324 Constantinus schlägt Licinius bei Adrianopel. Licinius flieht nach Byzanz
      • Crispus schlägt die Flotte des Licinius bei Kallipolis. Licinius zieht sich nach Asien zurück. Die Provinzen fallen von ihm ab.
      • Licinius wird am 18. Sept. 324 bei Chrysopolis erneut geschlagen.
      • Nach dem Fall von Constantinopel und Chalkedon wird er nach Thessalonike verwiesen, bald darauf aber wegen Hochverrats hingerichtet.
      • Constantinus ist jetzt Alleinherrscher
315
 
  • Konstantinsthermen auf dem Quirinalis (ca.)
316
  • Konsulat des
    • Antoninus Caecina Sabinus
    • Vettius Rufinus (Gaius Vettius Cossinius Rufinus ?) (I)
  • Diocletianus stirbt am 3. Dez. 316 und wird in seinem Palast in Salonae beigesetzt.
317
  • cos. suff.┬á
    • Ovinius Gallicanus
    • Iunius Bassus (seit 17. Febr.)
  • Am 1. März 317 werden zur Nachfolgeregelung die beiden Söhne des Constantinus (Crispus und Constantinus) und der Sohn des Licinius (Licinianus) zu Caesares ernannt.
  • Der spätere Constantius II. (337-361 Ostkaiser), am 3. Aug. (7. Aug.?) 317 als dritter Sohn Constantins d.Gr. (mit Fausta) wahrscheinlich in Sirmium geboren.
318
 
319
 
320
 
  • "Tempel der Minerva Medica" in den Horti Liciniani auf dem Esquilinus (ca.)
321
  • 321 wird der spätere Kaiser Valentinianus I. als Sohn des Offiziers Gratianus in Cibalae (Pannonien) geboren.
322
  • Konsulat des
    • Petronius Probianus
    • Amnius Anicius Iulianus
 
323
  • Konsulat des
    • Acilius Severus
    • Vettius Rufinus (Gaius Vettius Cossinius Rufinus ?) (II)
  • Fünfter Bürgerkrieg: Constantinus schlägt Licinius bei Adrianopel und Chalkedon und wird seiner habhaft.
324
  • 3. Juli 324 Constantinus schlägt Licinius bei Adrianopel. Licinius flieht nach Byzanz
  • Crispus schlägt die Flotte des Licinius bei Kallipolis. Licinius zieht sich nach Asien zurück. Die Provinzen fallen von ihm ab.
  • Licinius wird am 18. Sept. 324 bei Chrysopolis erneut geschlagen.
  • Licinius wird bei Thessalonica hingerichtet (Zosim.2,21-28; Eutr.10,6; Aur.Vict.Epit.41,5-7; Vict.Caes.41,10).
  • Konstantin d. Gr. ist Alleinherrscher (Zosim.2,29-39; Eutr.10,7-8; Aur.Vict.Caes.41,10-21; Aur.Vict.Epit.41,11ff.; Epit.Euseb.Vit.Const.).
  • Constantius II. wird am 8. Nov. 324 Caesar für Äypten, den Orient, Asia, Pontos
  • Die epochalen Neuerungen des Constantinus sind, dass er
    • das bisher nur geduldete Christentum zur Staatsreligion erhebt (Kirchenbauten, Verbot heidnischer Opfer; Euseb.Vit.Const.4,28; Euseb.Vit.Const.2,24-42; Euseb.Vit.Const.48-60; Euseb.Vit.Const.3,25ff; Euseb.Vit.Const.4,41ff.),
    • seine Residenz nach Konstantinopel verlegt, das am 11.Mai 330 eingeweiht wird (Zosim.2,30-32; Zosim.2,35; Euseb.Vit.Const.3,48; Euseb.Vit.Const.4,58-60).
    • Neuorganisation der Reichsverwaltung und des entsprechenden Beamtenapparates.
      1. Den Zivilbeamten oblagen Aufgaben wie Rechtspflege, Finanzverwaltung, Polizei- und Postwesen. Ihnen war eine Vielzahl weiterer Beamten als Helfer untergeordnet.:
        1. 4 Präfekturen (Oriens, Illyricum, Italia, Galliae), mit je einem praefectus praetorio an der Spitze.
        2. 13 Diözesen mit je einem vicarius (comes)
        3. 117 Provinzen mit je einem rector (corrector, consular, praeses)
      2. Das Heer wurde von einem magister peditum und einem magister equitum geführt. Ihnen unterstanden die comites und duces.
      3. Sieben Hofbeamten stellten das Zentrum der Verwaltung dar:
        1. Praepositus sacri cubiculi
        2. Magister officiorum
        3. Quaestor
        4. Comes sacrarum largitionum
        5. Comes rerum privatarum divinae domus
        6. Comites domesticorum equitum et peditum
      4. Die Rangordnung der Beamten kennt sechs Stufen. Die mittleren vier bilden die eigentliche notitia dignitatum. Die erste steht darüber, die letzte darunter:
        1. Konsulat, Nobilissimat, Patriciat.
        2. Illustres: die praefecti praetorio; die magistri equitum et peditum und die sieben Hofbeamten
        3. Spectabiles: die vicarii, die comites und duces.
        4. Clarissimi: die meisten rectores
        5. Perfectissimi: einige rectores
        6. Egregii
  • Die Neuorganisation der Verwaltung war teuer und führte zu neuen zusätzlichen Steuern:
    • das Kopfgeld (bereits von Diocletianus erfunden), das auf einer (seit dem 5. Sept. 312) alle 15 Jahre vorgenommenen Bewertung des Grundbesitzes beruhte.
    • Chrysargyrum: eine Art Gewerbesteuer, die alle vier Jahre sehr willkürlich erhoben wird
  • Quellen zur Würdigung der Person des Constantinus: Eutr.10,7; Aur.Vict.Epit.41,12ff..
325
  • Konsulat des
    • Sextus Anicius Faustus Paulinus (II)
    • Publius Ceionius Iulianus Camenius
 
  • Am 20. Mai 325 eröffnet der Kaiser die erste ökumenische Kirchenversammlung von Nikaia, um den Streit in der Trinitätslehre zwischen Athanasius und Ariaus beizulegen: Unter seinem Vorsitz wird die Arianische Lehre als Ketzerei verdammt (Euseb.Vit.Const.2,61-73; 3,5-21; Theodoret.H.E.1,4ff.). Das Konzil wird 327 noch einmal neu berufen.
326
  • Konstantin lässt seinen Sohn Crispus (aus unbekanntem Grund oder weil ihn seine Mutter verleumdet hatte) und seine Gemahlin Fausta ermorden (Zosim.2,29; Eutr.10,6,5; Aur.Vict.Caes.41,11; Aur.Vict.Epit.41,11).
  • Am 25. Juli 326 feiert Constantinus in Rom mit großem Aufwand die Vicennalien.
  • Am 27. Nov. 326 wird Arius an den Hof nach Constantinopel berufen
327
  • Konsulat des
    • D.N. Flavius Iulius Constantinus Nobilissimus Caesar (II)
    • Valerius Maximus
  • Am 7. Jan. 327 Neugründung von Helenopolis, dem vormaligen Drepana, dem Geburtsort von Constantinus' Mutter Helena
328
  • Konsulat des
    • Flavius Ianuarius
    • Vettius Iustus
  • Ungefähres Geburtsjahr des späteren oströmischen Kaisers Valens (364-378)
  • Statio Aquarum auf dem Forum eingeweiht
329
 
330
  • Konsulat des
    • Flavius Gallicanus
    • Aurelius Valerius Tullianus Symmachus Phosphorius
  • 11.Mai Einweihung von Constantinopolis, das seit 324 Hauptstadt des Reiches ist.
331
  • Konsulat des
    • Iunius Annius Bassus
    • Flavius Ablabinus
  • Der spätere Kaiser Iovianus (363-364) wird als Sohn des comes Varronianus in Singidunum (Moesia superior) geboren.
332
  • Konsulat des
    • Lucius Papinius Pacatianus
    • Maecilius Hiliarianus
  • Der spätere Kaiser Iulianus Apostata wird 332 als Sohn des Iulius Constantius und der Basilina in Constantinopel geboren. Sein Vater wurde 338 bei einem Aufstand der Soldaten erschlagen.
  • Constantinus' ältester Sohn Constantinus II. siegt am 20. Apr. 332 über die Goten, so dass sie bereit sind, gegen Zahlung von Jahrgeldern Truppen bereitzustellen
333
  • Konsulat des
    • Flavius Iulius Dalmatius
    • Domitius Zenophilus
  • Constans, Constantinus' dritter Sohn von Fausta, wird am 25. Dez. 333 Caesar für Africa, Pannonien, Pontos
334
  • Konsulat des
    • Flavius Optatus
    • Amnius Manius Caesonius Nicomachus Anicius Paulinus
  • Im Spätjahr 334 unternimmt Constantius II. einen Feldzug gegen die Sarmaten. Er siedelt angeblich 300'000 Sarmaten in den Donauprovinzen und Vandalen in Pannonien an.
  • 334: Der Aufstand des Calocerus, des Aufsehers über die kaiserlichen Kamelherden in Cypern, wird 335 niedergeschlagen.
  • Reiterstandbild des Constantinus auf dem Forum
335
  • Der Perserkönig Schapur II. fällt 335 in Armenien und Mesopotamien ein, um die unter Diocletianus verlorenen Gebiete zurückzugewinnen. Constantinus rüstet zum Krieg. Constantius II. wird er gegen die Perser vorausgeschickt.
  • Am 7. Nov. 335 wird Athanasius nach einer Anhörung in Constantinopel verbannt.
336
  • Konsulat des
    • Virius Nepotianus
    • Tettius Facundus
  • Am 25. Juli 336 hält Eusebios seine Tricennalienrede
337
  • Konsulat des
    • Flavius Felicianus
    • Fabius Titianus
  • Ostern 337: Mitten in den Vorbereitungen zum Perserkrieg erkrankt Constantinus. Er stirbt am 22. Mai 337 auf seinem Perserfeldzug in Ankyrona bei Nikomedeia. Angesichts seines Todes ließ er sich angeblich von Eusebius, dem Bischof von Nikomedeia, taufen. Er wird in der Apostelkirche in Constantinopel beigesetzt. (Euseb.Vit.Const.4,61-70; Eutr.10,8; Aur.Vict.Caes.41,15)
  • Constantius II. kehrt wegen des Todes seines Vaters vom Perserfeldzug um und geleitet seinen Leichnam nach Constantinopel.
  • Seine drei Söhne Constantinus II. Constantius II. und Constans teilen das Reich unter sich auf. Ihre konkurrierenden Vetter bringen sie bis auf Gallus und Iulianus um. Constantinus, der zuerst nach Konstantinopel eilte, wurde offenbar von seinen Soldaten zum Verwandtenmord an Dalmatius gezwungen (Zosim.2,40).
   

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Sekundärliteratur

 

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Schwabach, 1773
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