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Politische und kulturelle Entwicklung Roms

Die entwickelte Republik: 4. Abschnitt

Der 2. Makedonische Krieg (200-197) und der Syrische Krieg (192-189)

 
 
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Geschichte

v.Chr.
 
Kultur
   
200
Griechische Geschichte
  • Der 2. Makedonische Krieg 200-197:
  • Die Rhodier und Pergamenier (Attalos I.), fühlen sich durch Philipp V. von Makedonien und Antiochos III., die sich das geschwächte Ptolemaierreich aufteilen wollten, bedroht. Sie gehen ein Bündnis ein und wenden sich zusätzlich mit der Bitte um Hilfe an Rom. Rom zeigt sich nach Abschluss des 2. Punischen Krieges interessiert.
  • Neuausrichtung der römischen Politik nach dem Sieg über Karthago. Veranlassung für die Römer, gegen Philipp V. von Makedonien vorzugehen, waren:
    • die besorgniserregenden Rüstungen Philipps  (Liv.31,3)
    • seine erfolgreiche Machtpolitik in Asien:
      • ein Bündnis, das Philipp Rückverweis203, nach dem Tod des Ptolemaios IV Philopator mit Antiochos dem Großen in der Absicht  eingegangen war, Ägypten in seine Hand zu bekommen (Liv.31,14; Polyb.15,20,1).
      • die Eroberung mehrer Städte um Rückverweis202 in Kleinasien (Polyb.15,2-24; Polyb.16,1-12; Polyb.16,24; Polyb.31,14), zuletzt von Abydos (Polyb.16,29-34; Liv.31,17f.).
    • die vertragswidrige Hilfeleistung an die Karthager gegen Ende des 2. Punischen Krieges (Liv.31,1; cf. Liv.29,4; Liv.30,42)
    • die feindselige Haltung Philipps gegenüber Athen.
    Liv.31,1,6-2,4:Textanker [1,6] pacem Punicam bellum Macedonicum excepit, periculo haudquaquam comparandum aut virtute ducis aut militum robore, [1,7] claritate regum antiquorum vetustaque fama gentis et magnitudine imperii, quo multa quondam Europae, maiorem partem Asiae obtinuerant armis, prope nobilius. [1,8] ceterum coeptum bellum adversus Philippum decem ferme ante annis triennio prius depositum erat, cum Aetoli et belli et pacis fuissent causa. [1,9] vacuos deinde pace Punica iam Romanos et infensos Philippo cum ob infidam adversus Aetolos aliosque regionis eiusdem socios pacem, [1,10] tum ob auxilia cum pecunia nuper in Africam missa Hannibali Poenisque preces Atheniensium, quos agro pervastato in urbem compulerat, excitaverunt ad renovandum bellum. [2,1] sub idem fere tempus et ab Attalo rege et Rhodiis legati venerunt nuntiantes Asiae quoque civitates sollicitari. [2,2] his legationibus responsum est curae eam rem senatui fore; consultatio de Macedonico bello integra ad consules, qui tunc in provinciis erant, reiecta est. [2,3] interim ad Ptolomaeum Aegypti regem legati tres missi, C. Claudius Nero M. Aemilius Lepidus P. Sempronius Tuditanus, ut nuntiarent victum Hannibalem Poenosque et gratias agerent regi, quod in rebus dubiis, cum finitimi etiam socii Romanos desererent, in fide mansisset, [2,4] et peterent, ut, si coacti iniuriis bellum adversus Philippum suscepissent, pristinum animum erga populum Romanum conservaret. (1,6) Auf den Frieden mit den Puniern folgte der Makedonische Krieg, hinsichtlich der Gefahr keineswegs zu vergleichen, weder nach der Tapferkeit des Anführers noch nach der Kernhaftigkeit des Kriegsvolkes, (7) aber durch den Glanz der früheren Könige, den alten Ruhm des Volkes und die Größe des Reiches, das einst einen großen Teil Europas und einen noch größeren Teil Asiens durch Waffengewalt umfasst hatte, beinahe noch gefeierter. (8) Übrigens war der ungefähr vor zehn Jahren gegen Philipp angefangene Krieg vor drei Jahren aufgegeben worden, und die Aetoler waren ebenso die Urheber des Kriegs wie des Friedens gewesen. (9) Hernach, da die Römer durch den Frieden mit den Puniern frei und gegen Philipp erbittert waren, sowohl wegen des treulosen Friedens gegen die Aetoler und andere Bundesgenossen in der dortigen Gegend, (10) als auch wegen der neuerlichen Sendung von Hilfsvölkern und Geld an Hannibal und die Karthager nach Afrika, werden sie durch die Bitten der Athener, deren Gebiet er verheert und die er selber in die Stadt getrieben hatte, zur Erneuerung des Kriegs aufgefordert. (2,1) Fast zur selben Zeit kamen auch Gesandte von König Attalus und Rhodiern und meldeten, auch die Staaten Asiens würfen aufgewiegelt. (2) Diesen Gesandten wurde geantwortet, der Senat werde dafür Sorge tragen. Die Beratung über den Makedonischen Krieg wurde ganz unberührt an die Konsuln überwiesen, die damals in ihren Amtskreisen waren. (3) Indessen wurde drei Gesandte an den König Ptolemaeus geschickt, Gaius Claudius Nero, Marcus Aemilius Lepidus und Publius Sempronius Tuditanus, damit sie ihm sowohl die Besiegung Hannibals und der Punier meldeten, als auch ihm dankten, weil er in der Bedrängnis der Römer, wo sie auch benachbarte Bundesgenossen im Stich ließen, treu geblieben wäre, (4) und ihn zu bitten, wenn sie durch Unbilden genötigt Krieg gegen Philipp unternähmen, seine frühere Gesinnung dem römischen Volk zu erhalten. (Üb. nach Gerlach)
  • Eine römischen Gesandtschaft unter Gaius Claudius Nero, Publius Sempronius Tuditanus und Marcus Aemilius Lepidus geht zu Philipp V. Die Römer fordern:
    • Einstellung des Krieges gegen Athen
    • Rückgabe der Eroberungen in Kleinasien
    • Einsetzung eines Schiedsgerichts zur Konfliktlösung in den  Beziehungen zu Rhodos und Pergamon.
  • Als Philipp, wie erwartet, die römischen Forderungen ablehnt, erklärt man ihm den Krieg. 
  • Auf der römischen Seite standen die Pergamenier unter Attalos, die Rhodier und die Athener. Dazu kamen kleinere Bundesgenossen aus der makedonischen Nachbarschaft: Pleuratus, der Sohn des Scerdilaedus, die Athamaner unter ihrem König Amynander, und die Dardaner unter ihrem König Bato (Liv.31,28). 204 (oder später) schlossen sich auch die Ätoler unter Rückgriff auf den Vertrag von Rückverweis211 wieder den Römern an (Liv.31,29-32; Liv.31,40-42). 
  • Der Konsul Publius Sulpicius Galba landet (im September) in Apollonia in Illyrien und operiert dort zwei Jahre, wenn man von der Eroberung der makedonischen Stadt Antipatreia absieht, ohne größeren Erfolg (Liv.31,27; Liv.31,33-38), während die Flotten der Römer, des Attalos von Pergamon und der Rhodier gegen Städte vorgehen, die unter Philipps Oberhoheit stehen (Liv.31,22-26; Liv.31,44-46). 
  • Keltenkrieg in Oberitalien 200-190: Die Gallier Oberitaliens waren im 2. Punischen Krieg mit Hannibal Bündnisse eingegangen. Sie galt es jetzt wieder zu unterwerfen. Die Boier und Insubrer in Oberitalien erheben sich im Bund mit Karthagern
    • 198: Kelten und Karthager nehmen Placentia ein.
    • 196: Die Insubrer werden unterworfen. Friedensschluss.
    • 193: Niederlage der Boier bei Mutina.
    • 191: Die Boier werden unterworfen. 
    • 190: Erneuerung der Colonien Placentia und Cremona.
  • Ennius (239-169) aus Rudiae: Komödie, Tragödien, Satiren, 18 Bücher Annales. (Hexameter)
  • Marcus Porcius Cato (234-149; Konsul 195; Censor 184): Reden (z.Zt. Ciceros 50 Reden verfügbar); Geschichtswerk 'Origines'; erhalten: De re rustica
  • Titus Maccius Plautus (aus Sarsina in Umbrien; 206 (?) - 184). Von den 130 ihm zugeschriebenen Komödien gelten nach Varro 21 als echt, davon 20 erhalten
  • Um 200: Porticus Deorum Consentium am Rand des Forums unterhalb des Capitols.
199
  • Konsulat des
    • Lucius Cornelius Lentulus
    • Publius Villius Tappulus
  • Ihren Vorstoß durch das Genusustal in die Lynkestis mussten die Römer abbrechen, weil Philipp, ohne sich zum Kampf zu stellen, auswich.
  • Philipp besiegt die Ätoler bei Pharkadon.
  • Römische Soldaten meutern in Apollonia, aber Publius Villius Tappulus, der Publius Sulpicius Galba nachgefolgt war, konnte die Ordnung wieder herstellen.
 
198
Griechische Geschichte
  • Der Konsul Titus Quinctius Flamininus übernimmt von Villius die Führung des Makedonischen Krieges. Er setzt nach Thessalien über, kann Philipp aus seiner Festung am Aous-Fluss vertreiben (Liv.32,11f.) und folgt ihm nach Thessalien. Auch die Ätoler und Athamaner fallen dort ein (Liv.32,13-15). Am Atrax muss Flamininus allerdings weichen. In Antikyra geht er ins Winterlager (Liv.32,17f.)
  • Lucius Quinctius Flamininus, der Bruder des Konsuls, nimmt Eretria auf Euboia ein. 
  • Wie bereits die Scipionen [4 u. 5] in Spanien gibt sich auch hier Flamininus als Befreier der einheimischen Städte, was ihm gegenüber Philipp einen unschätzbaren ideologischen Vorteil bietet: Spanien wurde Rückverweis206 römische Provinz, Makedonien und dem übrige Griechenland wird es ebenso ergehen.
  • Der Flotte war es inzwischen gelungen, Eretria und Karystos zu erobern. 
  • Flamininus gewinnt den Achaiischen Bund für ein Bündnis mit Rom (Liv.32,23,1). Allerdings blieben die ersten gemeinsamen Unternehmungen gegen Korinth und Argos ohne Erfolg. (Liv.32,29-32).
  • Marcus Porcius Cato ist Praetor in Sardinien.
 
197
Griechische Geschichte
  • Friedensverhandlungen, die mit Philipp V. seit 198 (Konferenz von Nikaia in Phokis) geführt werden, bleiben erfolglos. Zuletzt waren sie an der Forderung Roms gescheitert, Demetrias, Chalkis und Korinthos, die drei "Fesseln Griechenlands", sollten frei werden. Daraufhin verstärkte Rom seine militärische Präsenz in Griechenland. Flamininus gewinnt zusätzlich Nabis von Sparta und den Böotischen Bund als Bündnispartner (Liv.32,10; Liv.32,32-37; Polyb.17,1-12.)
  • Anfang Juni Niederlage Philipps V. gegen die Römer bei Kynoskephalai ("Hundsköpfe"), einer Bergkette in Thessalien. Philipps Verluste: 8000 Gefallene und 5000 Gefangene. Der Rest entflieht. Die Ätoler plündern Philipps Lager (Liv.33,7-10; Polyb.18,2-10; Liv.33,4,1-33,4,6). Die Verhandlungen der Römer mit Philipp führen zu Unstimmigkeiten zwischen ihnen und den Ätolern: Flamininus sieht den Vertrag mit den Ätolern von Rückverweis202  durch den Sondernfrieden der Ätoler mit Philipp aus dem Jahr Rückverweis207 außer Kraft gesetzt.
  • Einteilung Spaniens in die beiden Provinzen Hispania citerior (Nordspanien) und Hispania ulterior (Südspanien) mit dem Saltus Castulonensis als Grenze
  • Römische Colonie Italica (am Unterlauf des Baetis) als Zentrum der Baetica eingerichtet.
  • Ein Aufstand in Turdetanien erfasst auch die Hispania citerior.
  • Die Zahl der Prätoren wird auf sechs erhöht.
 
196
Griechische Geschichte
  • Friedensschluss mit Philipp V. Die Bedingungen bei Liv.33,30, Eutr.4,2. Cf. Polyb.18,19-22; Polyb.18,25; Polyb.18,27
    • Verzicht Makedoniens auf die griechischen Städte in Kleinasien und im Mutterland
    • Herausgabe der Kriegsgefangenen und Überläufer an die Römer.
    • Zahlung von 1000 Talenten Entschädigung
    • Auslieferung der Kriegsflotte (außer sechs Schiffen).
  • Titus Quinctius Flamininus verkündet bei den Isthmischen Spielen in Korinth unter allgemeinem Jubel die Freiheit der griechischen Städte  (Liv.33,31-33; Plut.Flam.10f.; Plut.Pelop.15). Dieser diplomatische Schachzug lässt den Römern eine Woge der Sympathie entgegenströmen. Dem "Retter" (σωτήρ) Titus Quinctius Flamininus wurden sogar göttliche Ehren zu Teil. Man prägte Münzen mit seinem Bild. 
  • Unter eigener Verfügung behielten die Römer bis Vorverweis 194 Akrokorinth, Chalkis und Demetrias (Liv.34,49-51; Polyb.18,28-31).
  • Karthago wählt Hannibal in das höchste Amt (Sufet) und gestaltet seine Verfassung demokratischer, indem es die Ratsmitglieder vom Volk wählen lässt. Durch gezielte Reformen kann die Finanzkrise behoben werden (Liv.33,46f.)
195
Griechische Geschichte
  • Titus Quinctius Flamininus kämpft mit den Achaiern weiterhin gegen Nabis, den Tyrannen von Sparta, der die Herausgabe von Argos verweigert. Nabis muss schließlich auf die Küstenstädte verzichten und sich mit der Stadt Sparta bescheiden (Liv.34,22-41; Plut.Philop.13). Die Achaier hatten vergeblich erwartet, dass Nabis ganz entmachtet und Sparta dem Achaiischen Bund unterstellt werde. Nicht einmal die Verbannten und Agesipolis, den legitimen König von Sparta, ließ Flamininus zurückrufen. (Liv.34,41).
  • Abschaffung der LEX OPPIA aus dem Jahr Rückverweis215, obwohl der Konsul Marcus Porcius Cato entschieden dafür eintrat, das Gesetz beizubehalten (Liv.34,1-8; Val.Max.9,1,3; Oros.4,20).
  • Die Römer wenden sich mit einer Gesandtschaft unter Lucius Cornelius Scipio [10] an Antiochos III., dessen erfolgreiche Expansionspolitik (seit Rückverweis212) ihr Misstrauen hervorrief, erzielen aber keine Wirkung  (Polyb.18,50).
  • Hannibal findet Aufnahme bei Antiochos III. und versucht, ihn zum Krieg gegen Rom zu bestimmen.
  • In Spanien waren die Kriegshandlungen nach dem 2. Punischen Krieg nicht zum Stillstand gekommen. Marcus Porcius Cato geht gegen die aufständischen Keltiberer vor und unterwirft 195 das diesseitige Spanien vollständig. Die Silberminen werden verstaatlicht (Liv.34,8-21; App.Hisp.40f.). Doch hält die Ruhe nicht lange. [Vorverweis188]
  • In Smyrna erster römischer Tempel in Kleinasien
194
  • Titus Quinctius Flamininus verabschiedet sich in Korinth aus Griechenland. Die Römer räumen jetzt auch Akrokorinth, Chalkis und Demetrias
  • Glanzvoller Triumphzug in Rom mit griechischen Statuen als Beutestücken. 
  • Römische Colonien: Puteoli, Salernum, Volturnum, Thurii (Copia), Kroton.
  • Ausbau von Puteoli als Haupthafen für den überseeischen Passagierverkehr. 
  • Die Ludi Megalenses werden mit dramatischen Bühnenstücken bereichert.
  • Tempel für
    • Veiovis (Capitol)
    • Iuno Sospita (Forum Holitorium)
    • Faunus
    • Fortuna
193
  • Masinissa fällt in karthagisches Gebiet ein.[ Vorverweis161 | Vorverweis149].
  • Tempel für Victoria Virgo
  • Emporium am Tiber
  • Porticus Aemilia am Tiber
192
Griechische Geschichte
  • Anfangstext Syrischer Krieg (bellum Antiochicum) oder Aitolisch-römischer Krieg (192-189) zwischen Rom und den Aitolern im Bund mit König Antiochos III. von Syrien.
    • Die Aitoler schließen ein Bündnis mit Antiochos III., der in der Pose des Befreiers in Thessalien landet, aber außer den Aitolern, Boiotern, Eleiern und Euboiern keine Bundesgenossen findet. 
    • Die Römer konnten Philipp V. von einem Bündnis mit Antiochos abhalten, indem sie ihm seine restliche Kriegsschuld erließen und neben anderen Versprechungen die Geiseln zurückgaben, darunter seinen Sohn Demetrius (Liv.36,35). Dies, obgleich Philipp die Gelegenheit für eigene Eroberungen nutzte.
    • Die Römer hatten Antiochos, solange sie mit Philipp V. noch keinen Frieden hatten (196), durch Gesandtschaften beruhigt und hingehalten (Liv.32,7; Liv.33,20). 
    • Nach dem Friedensschluss der Römer mit Philipp V. kommen Gesandte des Antiochos zu Flamininus. Die Römer sprechen jetzt Klartext (Liv.33,34)
    • Der Praetor Marcus Baebius trifft mit einer kleinen Truppe in Apollonia ein, um die Entwicklung zu beobachten.
    • Antiochos III. heiratet in Chalkis auf Euboia die Tochter eines einheimischen  Bürgers, obwohl seine Frau Laodike noch am Leben ist. 
  • Römische Colonie Vibo in Bruttium.
191
  • Wenig erfolgreicher Feldzug des Antiochos III. nach Akarnanien. 
  • Der Konsul Manius Acilius Glabrio landet bei Apollonia und schlägt König Antiochos III. und die Aitoler in den Thermopylen entscheidend. Marcus Porcius Cato war es als Militärtribun gelungen, die Aitoler zu umgehen und in die Flucht zu schlagen. König Antiochos III. begibt sich eilig über Chalkis und Ephesos zurück nach Asien (Liv.36,14-21). Mit den Aitolern vermittelt Flamininus einen Frieden, nachdem Glabrio bereits mit der Belagerung von Naupaktos begonnen hatte.
  • Das Angebot Karthagos, die noch ausstehenden Raten der Kriegsschulden von insgesamt 8000 Talenten im voraus abzutragen, lehnt Rom ab.
  • 191-189: Lucius Aemilius Paullus schlägt einen Aufstand im Süden Spaniens nieder.
  • Weitere Siege, die die Römer in diesem Jahr zur See errangen, stellt Liv.37,8-32 dar.
    • Zusammen mit dem Pergamenier Eumenides II. (197-159) besiegen die Römer bei Korykos (Hafen und Vorgebirge von Teos) den syrischen Admiral Polyxenidas und erringen einen ersten Seesieg (Liv.36,41-45).
    • Der Konsul Publius Cornelius Scipio Nasica [8] führt das Landheer von Apollonia zum Hellespont. In seiner Begleitung Publius Cornelius Scipio Africanus [ 9], der heimliche Heerführer.
      • Eine von Hannibal geführte syrische Flotte wird bei Side geschlagen; 
      • 190: Bei Myonnesos erringen die Römer einen weiteren Sieg, bei dem sich besonders Eudamidas, der Führer der verbündeten Rhodier auszeichnet (Liv.37,30; Liv.37,33; Liv.37,47). Diese Niederlage verleitete den König zu dem Fehler, die Besatzung aus Lysimacheia abzuziehen, worauf sich dieses ohne Gegenwehr ergibt und den Übergang nach Kleinasien freigibt (Liv.37,31).
  • Tempel der Magna Mater auf dem Palatin eingeweiht
  • Tempel der Iuventus
 
190
  • Der Konsul L.Cornelius Scipio [10] und sein Bruder P.Cornelius Scipio [9], der als Legat im Heer dabei war, überquerten als erste Römer mit einem römisches Heer den Hellespont nach Asien (Liv.37,33). Antiochos bot einen weitgehenden Frieden an. Doch lehnt er die Forderung des Konsuls Lucius Cornelius Scipio [10], ganz Kleinasien bis zum Taurusgebirge zu räumen, ab. (Liv.37,34-36).
  • In Spanien führt Lucius Aemilius Paullus das Kommando.
  • Tempel des Herakles und der Musen (auf dem Marsfeld)
189
Griechische Geschichte
  • Ende des Syrischen Krieges:  
    • Die Römer  erringen bei Magnesia (ad Sipylum) den endgültigen Sieg über Antiochos III. Entscheidend war ein Reiterangriff, den der Pergamenier Attalos II. führte. (Liv.37,38ff.; App.Syr.31ff.). Die Verluste gibt Liv.37,44 an. Der Konsul Lucius Cornelius Scipio [10] führte seitdem den Beinamen Asiaticus. Antiochus flieht über Sardes nach Phrygien (Apameia). Die Römer gaben, um einer Ausweitung des Krieges nach Osten vorzubeugen, gern seiner Bitte um Frieden statt.
  • Erstes Vordringen der Römer nach Inneranatolien. Sie unterwerfen unter dem Konsul Gnaeus Manlius Vulso die Galater (Kelten), die östlich vom Pergamenischen Reich ansässig sind. Der Grund ist deren Gefährlichkeit für die Griechenstädte und besonders für Pergamon. (Liv.38,12-27; Polyb.21,33-40; Polyb.22,16-22; App.Syr.42). Die Römer mussten zwei Bergfestungen erstürmen: die der Tolistoboii auf dem Olympos (Ala Dagh) und die der Tektosager und Tokmer auf dem Berg Magaba (Karg Dagh). Nach ihrer Erstürmung litt der Gehorsam der römischen Soldaten unter ihrer Gier nach der riesigen Beute (Liv.38,27; Liv.39,1,3-5).
  • Die Aitoler sind sowohl mit dem Frieden, den die Römer mit Philipp geschlossen hatten, als besonders mit der Regelung um Nabis und Sparta unzufrieden (Liv.33,11-13; 34,22f., u.ö.) und riskieren einen Krieg mit den Römern (Liv.34,43). Sie schickten Gesandtschaften an Philipp, Antiochos und Nabis (Liv.35,12), bleiben aber allein. Friedensverhandlungen mit den Römern scheitern mehrfach an der Unnachgiebigkeit beider Seiten (Liv.36,22,27-29; Liv.36,34f.; Liv.37,1; Liv.37,49; Polyb.2,7-9; Polyb.21,1-3; Polyb.22,8).
  • Sie müssen schließlich, als der Konsul Marcus Fulvius Nobilior Ambrakia eingenommen hatte, den ihnen von den Römern diktierten Frieden annehmen (Liv.38,11; Polyb.22,15). Dies bedeutete den Verlust ausgedehnter Ländereien und die Verpflichtung zur Waffenhilfe
    • 188: Marcus Fulvius Nobilior beendet den Syrischen Krieg mit einem Flottenunternehmung gegen Kephallenia und der Einnahme der Stadt Same auf Kephallenia..
  • Ennius (239-169) im Gefolge des Marcus Fulvius Nobilior, dem er in der fabula praetexta "Ambracia" ein Denkmal setzte.
188
  • Frieden mit Antiochos III. (Frieden von Apameia in Syrien) (Liv.37,45-55; Liv.38,38f.; Polyb.21,13-14; Polyb.21,46; Polyb.22,1-7; App.Syr.44; App.Mithr.62). Die wichtigsten von einer Zehnmännerkommission unter Leitung des Vulso formulierten Friedensbedingungen: 
    • Antiochos muss Europa und Asien westlich vom Taurusgebirge räumen.  
    • Zahlung einer Kriegsentschädigung von 15000 Euböischer Talente in zwölf Jahresraten..
    • Stellung von Geiseln und Auslieferung Hannibals (der aber zu König nach Bithynien entkommt).
  • Das neu gewonnene Gebiet teilen die Römer unter den Rhodiern (Lykien und Karien) und Eumenes II. (den Rest mit der Thrakischen Chersones und der lykischen Hafenstadt Telmessos) auf. Die griechischen Städte erhalten entsprechend ihrem bisherigen Status teils volle Autonomie (civitates liberae et immunes), teils werden sie Eumenes II. zugeschlagen oder erhalten wie Ilium, Smyrna und Milet einen Sonderstatus.
  • Cato baut eine Opposition gegen die Scipionen auf. Africanus wird des Hochverrats beschuldigt, sein Bruder Asiaticus wird wegen Unterschlagung verurteilt (Polyb.23,14; Liv.38,50,4f.).
 
 
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Sekundärliteratur

Sententiae excerptae:
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Römisches Provinzialrecht in der Provinz Arabia (Rechtspolitik als Instrument der Beherrschung
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Muthmassungen über den Ursprung und das Alterthum des Heil. Römischen Reichs Stadt Aalen in Schwaben am Kocherfluss, und einem dortig gestandenen Lager der Römer : als einem Beweiss, dass sich die Macht derselben auch in diese Gegend erstreckt ; Mit einer Kupfertafel.
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