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Gaius Petronius Arbiter

Satyricon

Die Witwe von Ephesus

 

Petron.110,6-113

 
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1. Eumolpos erz├Ąhlt die Novelle von der Witwe aus Ephesus
(110,6) ceterum Eumolpos, et periclitantium advocatus et praesentis concordiae auctor, ne sileret sine fabulis hilaritas, multa in muliebrem levitatem coepit iactare: (110,7) quam facile adamarent, quam cito etiam filiorum obliviscerentur, nullamque esse feminam tam pudicam, quae non peregrina libidine usque ad furorem averteretur. (110,8) nec se tragoedias veteres curare aut nomina saeculis nota, sed rem sua memoria factam, quam expositurum se esse, si vellemus audire. conversis igitur omnium in se vultibus auribusque sic orsus est: Eumolpos wollte durch lustigeSchwänke die gute Stimmung nicht einschlafen lassen und begann auf die Leichtfertigkeit der Weiber zu sticheln. Sie verliebten sich im Handumdrehen, vergäßen aufs schnellste die eigenen Kinder, keine Frau sei so keusch, dass sie sich nicht durch die Leidenschaft für einen fremden Mann bis zum Wahnsinn fortreißen lasse. Dabei denke er nicht an alte Tragödien, an Namen, die seit Jahrhunderten in aller Munde seien, sondern an ein Faktum, dassich zu seiner Zeit ereignet habe und das er, wenn wir es wünschten, uns gern erzählen wolle. Aller Augen und Ohren wandten sich ihm zu, und er fing also an:
(111,1) 'matrona quaedam Ephesi tam notae erat pudicitiae, ut vicinarum quoque gentium feminas ad spectaculum sui evocaret. (111,2) haec ergo cum virum extulisset, non contenta vulgari more funus passis prosequi crinibus aut nudatum pectus in conspectu frequentiae plangere, in conditorium etiam prosecuta est defunctum, positumque in hypogaeo Graeco more corpus custodire ac flere totis noctibus diebusque coepit. (111,3) sic afflictantem se ac mortem inedia persequentem non parentes potuerunt abducere, non propinqui; magistratus ultimo repulsi abierunt, complorataque singularis exempli femina ab omnibus quintum iam diem sine alimento trahebat. (111,4) assidebat aegrae fidissima ancilla, simulque et lacrimas commodabat lugenti et quotienscumque defecerat positum in monumento lumen renovabat. (111,5) una igitur in tota civitate fabula erat, solum illud affulsisse verum pudicitiae amorisque exemplum omnis ordinis homines confitebantur, cum interim imperator provinciae latrones iussit crucibus affigi secundum illam casulam, in qua recens cadaver matrona deflebat. (111,6) proxima ergo nocte cum miles, qui cruces asservabat ne quis ad sepulturam corpus detraheret, notasset sibi [et] lumen inter monumenta clarius fulgens et gemitum lugentis audisset, vitio gentis humanae concupiit scire quis aut quid faceret. (111,7) descendit igitur in conditorium, visaque pulcherrima muliere primo quasi quodam monstro infernisque imaginibus turbatus substitit. (111,8) deinde ut et corpus iacentis conspexit et lacrimas consideravit faciemque unguibus sectam, ratus scilicet id quod erat, desiderium extincti non posse feminam pati, attulit in monumentum cenulam suam coepitque hortari lugentem ne perseveraret in dolore supervacuo ac nihil profuturo gemitu pectus diduceret: omnium eundem esse exitum [sed] et idem domicilium, et cetera quibus exulceratae mentes ad sanitatem revocantur. (111,9) at illa ignota consolatione percussa laceravit vehementius pectus ruptosque crines super corpus iacentis imposuit. (111,10) non recessit tamen miles, sed eadem exhortatione temptavit dare mulierculae cibum, donec ancilla vini [certum ab eo] odore corrupta primum ipsa porrexit ad humanitatem invitantis victam manum, deinde refecta potione et cibo expugnare dominae pertinaciam coepit et (111,11) "quid proderit" inquit "hoc tibi, si soluta inedia fueris, si te vivam sepelieris, si antequam fata poscant, indemnatum spiritum effuderis? (111,12) id cinerem aut manes credis sentire sepultos? vis tu reviviscere? vis discusso muliebri errore, quam diu licuerit, lucis commodis frui? ipsum te iacentis corpus admonere debet, ut vivas." (111,13) nemo invitus audit, cum cogitur aut cibum sumere aut vivere. itaque mulier aliquot dierum abstinentia sicca passa est frangi pertinaciam suam, nec minus avide replevit se cibo quam ancilla quae prior victa est. Zu Ephesus war eine gewisse Dame wegen ihrer Keuschheit sehr berühmt, dass alle Frauenzimmer aus den benachbarten Gegenden, der Seltenheit wegen, hinreisten, um sie zu sehen. Da nun der teure Ehegemahl dieser zärtlichen Dame starb und aus der Welt getragen wurde, so war es ihr viel zu wenig, nach der gewöhnlichen Art die Leiche mit fliegenden Haaren zu begleiten und die entblößte Brust vor allem Volke zu schlagen, sondern sie folgt' ihm sogar bis in sein Grabmal nach. Der Verstorbene wurde in eine Gruft nach griechischer Weise gebracht, und hier fing sie nun an, seinen Leichnam zu bewachen und Tag und Nacht zu weinen. Ihre Betrübnis war so gewaltig, dass sie sich zu Tode hungern wollte, weder Anverwandte noch Freunde konnten sie davon abwendig machen. Zuletzt wurde noch der ganze Magistrat an sie abgeschickt, aber er musste mit einer abschlägigen Antwort wieder abziehen. Schon hatte sie den fünften Tag ohne Nahrung zugebracht, und alle Welt wurde über die Tugend dieser außerordentlichen Frau gerührt und weinte mit ihr und war ihretwegen höchlich bekümmert. Diese trostlose Dame begleitete noch ein ihr ungewöhnlich zugetanes Mädchen und trauerte und weinte die bittersten Zähren mit ihr, als wenn der letzte Mann auf dem Erdboden gestorben wäre; und wenn die Lampe im Begräbnis ausgehen wollte, so goss es wieder frisches Öl hinein. In der ganzen Stadt wurde von weiter nichts gesprochen. Groß und klein und jung und alt bekannten mit einem Munde, dass bei ihnen das einzige wahrhaftige Beispiel von der reinsten Keuschheit und Liebe erschienen sei. - Unterdessen hatte der Befehlshaber von der Provinz nicht weit von eben dem Gewölbe, wo die Dame ihren erstgestorbenen Mann beweinte, einige Spitzbuben ans Kreuz hängen lassen. Die folgende Nacht bemerkte ein Soldat, welcher bei den Kreuzen die Wache hatte, damit man keinen Spitzbuben davon stehlen und begraben möchte, ein hellleuchtendes Licht unter den Monumenten und hörte von eben daher ein klägliches Wimmern. Nach einem Fehler des ganzen menschlichen Geschlechts hüpft' ihm das Herz im Leibe, zu wissen, was das wäre und was dort geschehe. Er schlich sich also dahin und stieg in das Gewölbe, und wie er ein reizendes Weib erblickte, so stutzte er und glaubte, es sei ein Gespenst und ein Blendwerk böser Geister. Bald darauf aber, wie er die danebenliegende Leiche gewahr wurde und die Tränen betrachtete und das göttliche Gesicht von Nägeln zerkratzt, so traf er eben mit seinen Gedanken die Wahrheit und hielt sie für eine Dame, welche über den Verlust ihres Mannes trostlos sei. Er holte eine kleine Mahlzeit aus seinem Schnapsack, reichte sie freundlich der Dame dar und trug alle Trostgründe, die er wusste, der Betrübten auf das beweglichste vor, damit sie nicht in ihrem vergeblichen Schmerz beharre, und ihre schöne Brust mit unnützen Seufzern abzehre. ÔÇ×Wir müssen alle sterben! Das ist nun nicht zu ändern!" sagte er. ÔÇ×Wir alle müssen einmal in dergleichen Häuslein ziehen!" Und fügte noch alles übrige hinzu, wovon sonst sich diese Schwären in dem Herzen heilen lassen. Aber ihr Schmerz wuchs noch mehr bei diesen Trostgründen, sie erzürnte sich darüber, schlug sich wütend den Busen, riss ihre Locken aus dem Haupte und streute sie auf ihren geliebten Gemahl. Der Soldat aber war kein Mann, der sich so leicht abschrecken ließ. Er fuhr fort mit seinen Trostgründen und gab sich alle Mühe, sie zu bereden, dass sie etwas Speise zu sich nähme. Ihre Begleiterin wurde zuerst überwunden, der nektarische Geruch vom Weine hatte ihre Begierden erregt; schüchtern reichte sie ihre Hand dem freundlichen Mann entgegen, erquickte sich mit Speis' und Trank, und fing selbst an, die Hartnäckigkeit ihrer Frau zu bestürmen. ÔÇ×Was wird dir's helfen", sagte sie, ÔÇ×wenn dich nun der Hunger wird aufgezehrt haben? Wenn du dich lebendig begräbst? Wenn du deinen reinen Geist von dir stoßest, eh' ihn noch das Schicksal abruft? O liebe Frau, dein abgeschiedener Gemahl weiß nichts von deinem Harm, ihn rührt nicht deine Qual! Willst du wider den unveränderlichen Willen des Schicksals ihn wieder lebendig machen? Oder willst du nicht lieber die weiblichen Vorurteile ablegen und noch solange die Freuden des Lebens genießen, als es erlaubt ist? Siehe, die Leiche, die vor dir liegt, n├Âtigt dich zu leben!" Kein Sterblicher wird dadurch beleidigt, wenn man ihn zwingt, Speise zu sich zu nehmen und zu leben. Also ließ sich denn auch endlich diese Dame, von dem Fasten einiger Tage ausgehungert, von ihrem hartnäckigen Entschlüsse zurücke bringen und füllte sich nicht weniger begierig mit der Speise, durch deren Anblick sich das Mädchen vorher hatte überwinden lassen.
(112,1) ceterum scitis quid plerumque soleat temptare humanam satietatem. quibus blanditiis impetraverat miles ut matrona vellet vivere, isdem etiam pudicitiam eius aggressus est. (112,2) nec deformis aut infacundus iuvenis castae videbatur, conciliante gratiam ancilla ac subinde dicente:
 
"placitone etiam pugnabis amori?
  [nec venit in mentem, quorum consederis arvis?]"
quid diutius moror? ne hanc quidem partem corporis mulier abstinuit, victorque miles utrumque persuasit. (112,3) iacuerunt ergo una non tantum illa nocte qua nuptias fecerunt, sed postero etiam ac tertio die, praeclusis videlicet conditorii foribus, ut quisquis ex notis ignotisque ad monumentum venisset, putaret expirasse super corpus viri pudicissimam uxorem. (112,4) ceterum delectatus miles et forma mulieris et secreto, quicquid boni per facultates poterat coemebat et prima statim nocte in monumentum ferebat. (112,5) itaque unius cruciarii parentes ut viderunt laxatam custodiam, detraxere nocte pendentem supremoque mandaverunt officio. (112,6) at miles circumscriptus dum desidet, ut postero die vidit unam sine cadavere crucem, veritus supplicium, mulieri quid accidisset exponit: nec se expectaturum iudicis sententiam, sed gladio ius dicturum ignaviae suae. commodaret modo illa perituro locum et fatale conditorium familiari ac viro faceret. (112,7) mulier non minus misericors quam pudica "nec istud" inquit "dii sinant, ut eodem tempore duorum mihi carissimorum hominum duo funera spectem. malo mortuum impendere quam vivum occidere." (112,8) secundum hanc orationem iubet ex arca corpus mariti sui tolli atque illi quae vacabat cruci affigi. usus est miles ingenio prudentissimae feminae, posteroque die populus miratus est qua ratione mortuus isset in crucem.'
Übrigens wisst ihr, was der Mensch verlange, wenn er sich satt gegessen und getrunken hat. Mit eben den Schmeicheleien, wodurch der Soldat die Dame bewegt hatte, nicht mehr sterben zu wollen, griff er nun auch ihre Keuschheit an. Dieser Jüngling schien ihr nicht hässlich und unartig zu sein, und das Mädchen stand dem Soldaten treulich bei, weil ihm das auferweckte Leben durch ihn sehr wohl behagte und rief oft ihrer tugendhaften Frau zu:
 
Selbst wider dich willst du hartnäckig immer streiten? Du liebst, und deine Liebe schmeichelt dir? O häufe nicht auf Leiden größres Leiden! Wer dich getröstet hat, Madame, liegt hier!"
Was soll ich euch länger aufhalten? Ihr wisst vielleicht, wie schnell der Übergang von Traurigkeit zu Liebe ist! Die Dame fastete auch hier nicht länger, und der unüberwindliche Soldat überredete sie, auch diese Fasten aufzuheben. Sie lagen nicht nur diese Nacht zusammen, in welcher sie Hochzeit machten, sondern auch den folgenden und dritten Tag. Freilich schlossen sie die Türen der Gruft zu, damit jedermann, wer von Bekannten oder Unbekannten an das Monument kommen würde, glauben möchte, die keuscheste Frau unter dem Monde habe über dem Leibe ihres Mannes den Geist aufgegeben. Übrigens ergötzte den Soldaten sowohl die Schönheit der Dame als auch das Geheimnis und er kaufte, soviel sein Vermögen erlaubte, das Beste, was er erhalten konnte, und trug es, sobald die Nacht hereinbrach, in das Gewölbe. Wie die Verwandten eines von denen ans Kreuz Gehängten bemerkten, dass keine Wache zugegen sei, so zogen sie ihn bei Nacht herab und erwiesen ihm noch die letzten Pflichten, und der Soldat wurde, während er am Busen seiner Geliebten lag, hintergangen. Bei anbrechender Morgendämmerung bemerkte er, dass ein Dieb an dem einen Kreuze mangelte. Er fürchtete sich vor der Lebensstrafe und lief zu seiner Getrösteten und erzählt' ihr, was sich zugetragen habe und dass er das Urteil nicht erwarten wolle, sondern seine Nachlässigkeit gleich selbst mit seinem Schwerte zu bestrafen beschlossen habe. Er bitte sie nur noch um diese einzige Gefälligkeit, dass sie ihn zur Ruhe bestatten und mit dem unseligen Grabe ihres Mannes auch zugleich ihren Freund bedecken möge. Die Dame war nicht weniger barmherzig, als sie keusch war, und rief: ÔÇ×Ach! Das wollen die Götter nicht zulassen, dass ich zu gleicher Zeit die zwei Sterblichen, welche ich am zärtlichsten liebte, in einem Grabe sehen solle! Nein! Besser ist es, dass ich den Toten aufhänge, als den Lebendigen umbringe." - Nach dieser Rede befahl sie, dass man den Leichnam ihres Mannes aus dem Sarge zöge und an das Kreuz hinge, von welchem der Dieb war gestohlen worden. Der Soldat bediente sich der List der klugen Dame; und den Tag darauf verwunderte sich alles Volk und konnte nicht begreifen, wie es der Verstorbene müsse gemacht haben, dass er sich ans Kreuz geschlagen hätte.
2. Die Wirkungen der Erz├Ąhlung auf die Zuh├Ârerschaft
(113,1) risu excepere fabulam nautae, [et] erubescente non mediocriter Tryphaena vultumque suum super cervicem Gitonis amabiliter ponente. (113,2) at non Lichas risit, sed iratum commovens caput 'si iustus' inquit 'imperator fuisset, debuit patris familiae corpus in monumentum referre, mulierem affigere cruci'. Die Schiffer nahmen das Märchen mit beifälligem Gelächter auf, Tryphaina aber wurde über und über rot und verbarg ihr Antlitz lieblich an Gitons Hals. Aber Lichas lachte nicht, sondern schüttelte erzürnt sein Haupt und sagte: "Wäre der Statthalter gerecht gewesen, so hätte er die Leiche des Gatten ins Grab zurückbringen und das Weib ans Kreuz schlagen lassen müssen.

(113,3) non dubie redierat in animum Hedyle expilatumque libidinosa migratione navigium. (113,4) sed nec foederis verba permittebant meminisse, nec hilaritas, quae occupaverat mentes, dabat iracundiae locum. (113,5) ceterum Tryphaena in gremio Gitonis posita modo implebat osculis pectus, interdum concinnabat spoliatum crinibus vultum. (113,6) ego maestus et impatiens foederis novi non cibum, non potionem capiebam, sed obliquis trucibusque oculis utrumque spectabam. (113,7) omnia me oscula vulnerabant, omnes blanditiae, quascunque mulier libidinosa fingebat. nec tamen adhuc sciebam, utrum magis puero irascerer, quod amicam mihi auferret, an amicae, quod puerum corrumperet: utraque inimicissima oculis meis et captivitate praeterita tristiora. (113,8) accedebat huc, quod neque Tryphaena me alloquebatur tanquam familiarem et aliquando gratum sibi amatorem, nec Giton me aut tralaticia propinatione dignum iudicabat aut, quod minimum est, sermone communi vocabat, credo, veritus, ne inter initia coeuntis gratiae recentem cicatricem rescinderet. (113,9) inundavere pectus lacrimae dolore paratae, gemitusque suspirio tectus animam paene submovit. <. . .>

Jedenfalls dachte er dabei wieder an Hedyle und an sein auf der Liebesfahrt gepl├╝ndertes Schiff. Indes der Friedensvertrag verbot eine solche Erinnerung, auch bot die Heiterkeit, die bei Tisch herrschte, f├╝r Zornausbr├╝che keine Gelegenheit. Tryphaena hatte sich inzwischen dem Giton auf den Scho├č gesetzt und gab ihm bald unz├Ąhlige K├╝sse auf die Brust, bald strich sie ihm die Haare zur├╝ck, die ihm ins Gesicht fielen. Ich aber war traurig und ├╝ber den neuen Vertrag so verstimmt, dass ich weder Speise noch Trank zu mir nahm, sondern beide mit w├╝tenden Blicken von der Seite her ansah. Alle K├╝sse, alle Schmeicheleien, die das l├╝sterne Weib ersann, trafen mich wie Pfeile. Aber noch wusste ich nicht, ob ich mich mehr ├╝ber den Knaben entr├╝sten sollte, weil er mir die Freundin raubte, oder ├╝ber die Freundin, weil sie mir den Knaben verf├╝hrte: beide waren mir ein tief verletzender Anblick, schmerzlicher noch als meine j├╝ngste Gefangenschaft. Dazu kam, dass Tryphaena mit mir nicht wie mit einem guten Bekannten und fr├╝her willkommenen Liebhaber sprach und auch Giton mich nicht einmal eines fl├╝chtigen Zutrinkens w├╝rdigte oder - was doch mindestens zu erwarten war - mich zur Teilnahme an ihren Gespr├Ąchen mit heranzog. Ich glaube, er f├╝rchtete, bei der Erneuerung ihres Verh├Ąltnisses wieder an die alte Narbe zu r├╝hren. Mein Kummer dr├Ąngte wir Tr├Ąnen in die Augen, die mir auf die Brust hinabtropften. Mir war, als wollten wir meine tiefen Seufzer die Seele aushauchen. <...>
(113,10) in partem voluptatis <Lychas> temptabat admitti, nec domini supercilium induebat, sed amici quaerebat obsequium. <. . .>

Er (Lichas) war darauf aus, wieder seine Lust bei mir zu finden, und legte seine Stirn nicht in gebieterische Falten, sondern warb um die Willf├Ąhrigkeit des Freundes. <...>.

(113,11) [ancilla Tryphaenae ad Encolpium:] "si quid ingenui sanguinis habes, non pluris illam facies, quam scortum. Si vir fueris, non ibis ad spintriam". <. . .> "Wenn du nur einen Tropfen Adel in deinem Blut hast, dann wirst du sie nicht h├Âher einsch├Ątzen als eine Dirne. Wenn du nur ein Mann bist, dann wirst du nicht zu einer Schmutzigen gehen." <...>
(113,12) me nihil magis pudebat, quam ne Eumolpus sensisset, quidquid illud fuerat, et homo dicacissimus carminibus vindicaret. <. . .> Nichts qu├Ąlte mich mehr als die Sorge, dass Eumolpos es merken k├Ânnte, was da vorging, und es als so geschw├Ątziger Mensch in Versen l├Ącherlich machen k├Ânnte. <...>

(113,13) iurat verbis Eumolpus conceptissimis. <. . .>

Eumolpos schwur in aller Form. <...>
   
Übersetzung: (111-112) W.Heinse, (110-113,2) A.Hausrath / A.Marx und (113,3-113,133) L.Gurlitt.  
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Sententiae excerptae:
w30
Literatur:

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