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Kohlbergs Stufenschema
der Moralentwicklung

Text: Funkkolleg Prakt.Philos./Ethik, Studienbegleitbrief 1. Weinheim und Basel (Beltz) 1980

 

 

Kohlbergs Stufenschema der Moralentwicklung

bu_right.gif (931 Byte) (I) Vorkonventlonelle Ebene
bu_right.gif (931 Byte) Stufe 1: Die Orientierung an Strafe und Gehorsam
bu_right.gif (931 Byte) Stufe 2: Die instrumentell-relativistische Orientierung
bu_right.gif (931 Byte) (II) Konventionelle Ebene
bu_right.gif (931 Byte) Stufe 3: Die interpersonale Konkordanz- oder "good boy - nice girl"-Orientierung
bu_right.gif (931 Byte) Stufe 4: Die Orientierung an "Gesetz und Ordnung"
bu_right.gif (931 Byte) (III) Nachkonventionelle Ebene
bu_right.gif (931 Byte) Stufe 5: Die legalistische Orientierung am Sozialvertrag
bu_right.gif (931 Byte) Stufe 6: Die Orientierung am universalen ethischen Prinzip
(I) Vorkonventlonelle Ebene
Auf dieser Ebene reagiert das Kind bereits auf kulturelle Regeln und Maßstäbe von "gut" und "böse", "recht" oder "unrecht"; doch es versteht diese Maßstäbe im Sinne der physischen oder lustbetonten Konsequenzen der Handlung (Bestrafung, Belohnung, Austausch von Vorteilen) oder im Sinne der physischen Macht der Personen, die die Regeln und Maßstäbe zur Geltung bringen (Eltern, Lehrer usw.).

Stufe 1: Die Orientierung an Strafe und Gehorsam
Die physischen Konsequenzen der Handlung bestimmen ihr Gut- oder Bösesein ohne Rücksicht auf den menschlichen Sinn oder Wert dieser Konsequenzen. Vermeidung von Strafe und fragloses Nachgeben gegenüber der Macht werden als Selbstzweck bewertet und nicht etwa im Sinne des Respekts vor der moralischen Ordnung, die durch Strafe und Autorität gestützt wird (die letztere Orientierung gehört zu Stufe 4).

Stufe 2: Die instrumentell-relativistische Orientierung
Rechthandeln besteht in der Handlung, die die eigenen Bedürfnisse und gelegentlich die von anderen als Mittel (instrumentell) befriedigt. Die menschlichen Beziehungen werden im Sinne von Austauschbeziehungen des Marktes verstanden. Elemente von Fairneß, Gegenseitigkeit und Gleichheit des Teilens sind vorhanden, doch sie werden stets in physisch-pragmatischer Weise verstanden. Gegenseitigkeit ist eine Angelegenheit des "Kratz du meinen Rücken, dann kratz ich dir deinen", nicht aber der Loyalität, Dankbarkeit und Gerechtigkeit.

(II) Konventionelle Ebene
Auf dieser Ebene wird das Erfüllen der Erwartungen der eigenen Familie, Gruppe oder Nation als Selbstzweck gewertet, ohne Rücksicht auf unmittelbare und offensichtliche Konsequenzen. Die Einstellung ist nicht nur bestimmt durch Konformität [Anpassung] gegenüber persönlichen Erwartungen und gesellschaftlicher Ordnung, sondern durch Loyalität, aktive Aufrechterhaltung, Unterstützung und Rechtfertigung der Ordnung und Identifikation mit den Personen oder der Gruppe, die als Träger der Ordnung auftreten.

Stufe 3: Die interpersonale Konkordanz- oder "good boy - nice girl"-Orientierung
Gutes Verhalten ist das, was anderen gefällt oder ihnen hilft und von ihnen gebilligt wird. Es herrscht weitgehende Konformität gegenüber stereotypen Vorstellungen vom "natürlichen" oder Mehrheitsverhalten. Es wird außerdem häufig aufgrund der zugehörigen Intention beurteilt - die Formel "Er meint es gut" wird zum ersten Mal wichtig. Man gewinnt die Zustimmung der anderen durch Nett-Sein ("being nice").

Stufe 4: Die Orientierung an "Gesetz und Ordnung"
Auf dieser Stufe herrscht die Orientierung an Autorität, fixierten Regeln und an derAufrechterhaltung der sozialen Ordnung. Das rechte Verhalten besteht darin, dass man seine Pflicht tut, Respekt vor der Autorität zeigt und die gegebene soziale Ordnung um ihrer selbst willen aufrechterhält.

(III) Nachkonventionelle Ebene
Auf dieser Ebene herrscht ein deutliches Bemühen, moralische Werte und Prinzipien zu bestimmen, die unabhängig von der Autorität der Gruppen und Personen, die diese Prinzipien vertreten, und unabhängig von der Identifikation des Individuums mit diesen Gruppen gültig sind und Anwendung finden.

Stufe 5: Die legalistische Orientierung am Sozialvertrag
Rechthandeln wird bestimmt im Sinne allgemeiner Individualrechte und im Sinne von Maßstäben, die von der gesamten Gesellschaft kritisch überprüft und akzeptiert worden sind. Es herrscht ein deutliches Bewußtsein der Relativität persönlicher Wertungen und Meinungen und eine entsprechende Forderung nach Regeln für Verfahren der Konsensbildung [übereinstimmende Meinungsbildung]. Sofern das Rechte nicht auf verfassungsmäßiger und demokratischer Übereinkunft beruht, ist es eine Angelegenheit persönlicher "Werte" und "Ansichten". Daraus ergibt sich eine Betonung des "rechtlichen Standpunkts" ("legal point of view") aber unter Berücksichtigung der Möglichkeit, das Recht im Sinne vernünftiger Erwägungen des gesellschaftlichen Nutzens zu ändern (jedenfalls eher, als es im Sinne der Formel "Gesetz und Ordnung" von Stufe 4 einzufrieren). Abgesehen vom rechtlichen Bereich sind freie Übereinkunft und Vertrag das verbindliche Element der Verpflichtung. Dies ist die "offizielle" Moral der amerikanischen Regierung und Verfassung.

Stufe 6: Die Orientierung am universalen ethischen Prinzip
Das Rechte wird bestimmt aufgrund der Gewissensentscheidung im Einklang mit selbstgewählten ethischen Prinzipien, die sich auf logischen Zusammenhang, Universalität und logische Widerspruchslosigkeit berufen. Diese Prinzipien sind abstrakt und ethisch (wie beispielsweise der kategorische Imperativ KANTS); es handelt sich nicht um konkrete moralische Regeln wie die Zehn Gebote. Im Kern geht es um universale Prinzipien der Gerechtigkeit, der Gegenseitigkeit (Reziprozität) und Gleichheit menschlicher Rechte sowie der  Achtung vor der Würde der Menschen als individueller Personen.

  1. Als Interpretationsgrundlage für Polybios VI 6
  2. http://www.xenodochy.org/ex/lists/moraldev.html

 
Sententiae excerptae:

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