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Lateinische Übungstexte zu Ciceros Reden mit einer wörtlichen deutschen Übersetzung und Anmerkungen. 


Besonders zur Vorbereitung auf das Latinum
 

(Cic.Manil.65f.)

 

Cic.Manil.65f.

Im Jahr 66 v. Chr. stellte der Volkstribun C. Manilius den Antrag, den Oberbefehl im Krieg gegen König Mithridates, den gefährlichsten Gegner Roms seit Hannibal, Cn. Pompeius zu übertragen. Der Senat zögerte aus Furcht vor einer erneuten Diktatur, eine zu große Machtfülle in die Hand eines einzigen Mannes zu legen. In diese Auseinandersetzung griff Cicero ein und hielt seine erste politische Rede. Im folgenden Text weist er auf Fehler der Feldherrn hin, die in den beiden vorhergehenden Kriegen gegen Mithridates den Oberbefehl hatten.

Difficile est dictu, Quirites, quanto in odio simus apud exteras nationes propter eorum, quos ad eas per hos annos cum imperio misimus, libidines et iniurias. Quod enim fanum putatis in illis terris nostris magistratibus religiosum, quam civitatem sanctam, quam domum satis clausam ac munitam fuisse? Urbes iam locupletes et copiosae requiruntur, quibus causa belli propter diripiendi cupiditatem inferatur. Pro sociis vos contra hostes exercitum mittere putatis an hostium simulatione contra socios atque amicos? Quae civitas est in Asia, quae non modo imperatoris aut legati, sed etiam tribuni militum animos ac spiritus capere possit? Quare, etiamsi quem habetis, qui collatis signis exercitus regios superare posse videatur, tamen, nisi erit idem, qui se a pecuniis sociorum, qui ab eorum coniugibus ac liberis, qui ab ornamentis fanorum atque oppidorum, qui ab auro gazaque regia manus, oculos, animum cohibere possit, non erit idoneus, qui ad bellum Asiaticum regiumque mittatur. Ora maritima, Quirites, Cn. Pompeium non solum propter rei militaris gloriam, sed etiam propter animi continentiam requisivit. Quare nolite dubitare, quin huic uni credatis omnia, qui inter tot annos unus inventus est, quem socii in urbes suas cum exercitu venisse gaudeant!

 

Schwierig ist es zu sagen, Römer, in wie großem Hass wir sind bei den auswärtigen Nationen wegen der Ausschweifungen und Ungerechtigkeiten derjenigen (derer), die wir zu ihnen in diesen (vergangenen) Jahren mit einem Kommando geschickt haben. Welches Heiligtum nämlich - glaubt ihr - ist in jenen Ländern unseren Beamten heilig gewesen, welche Bürgerschaft (welcher Staat) unverletzlich, welches Haus hinreichend verschlossen und befestigt? Schon werden reiche und wohlhabende Städte aufgespürt, für die ein Vorwand zum Krieg wegen des Verlangens zu plündern gefunden wird. Glaubt ihr, ihr schickt euer Heer zum Schutz der Bundesgenossen gegen die Feinde oder unter dem Vorwand der Feinde (frei: unter dem Vorwand, man werde gegen die Feinde kämpfen) gegen die Bundesgenossen und Freunde. Welcher Staat (welche Bürgerschaft) gibt es in Asien, der die Gelüste und Begierden nicht nur des Feldherrn oder des Gesandten, sondern auch des Militärtribuns zufriedenstellen könnte (kann)? Deshalb, auch wenn ihr einen habt, der in offener Feldschlacht die Heere des Königs besiegen zu können scheint, wird er (o. dieser) dennoch, wenn er nicht derselbe sein wird, der sich von dem Geld der Bundesgenossen, der sich von deren (ihren ) Ehefrauen und Kindern, der von den Schmuckstücken der Heiligtümer und Städte, der vom königlichen Goldschatz Hände, Augen und Sinn fernhalten kann, nicht geeignet sein, dass er zum Krieg gegen Asien und gegen den König geschickt wird. Die Meeresküste, Römer, hat Cn. Pompeius nicht nur wegen seines Ruhmes im Militärwesen (im Krieg), sondern auch wegen seiner Selbstbeherrschung angefordert. Tragt daher keine Bedenken, dass ihr diesem einen alles (alle Befehlsgewalt) anvertraut (o.: diesem einen alles anzuvertrauen), der im Verlauf so vieler Jahre als einziger befunden worden ist, über den (o.: dass sich über diesen) sich die Bundesgenossen freuen, dass er in ihre Städte mit dem Heer gekommen ist.
quod enim fanum putatis ... ?: Übersetzen Sie den A.c.I. als Hauptsatz (direkte Frage), und putatis als Parenthese („- glaubt ihr -“) - sanctus, a, um: h. „unverletzlich“ - requirere: h. „aufspüren“ - causam belli inferre: „einen Vorwand zum Krieg finden“ - pro sociis ... putatis an ... ?: an h.: „oder im Gegenteil - animos et spiritus: „Gelüste und Begierden“ - capere: h.: „zufrieden stellen“ - collatis signis: „in offener Feldschlacht“ - exercitus regios: gemeint sind die Heere des Königs Mithridates - cohibere: „fernhalten“ - ora maritima: w. „die Meeresküste“; gemeint sind: „die Städte an der Westküste Kleinasiens“ - animi continentia: „Selbstbeherrschung“ - requirere: h. „verlangen, anfordern“ - non dubitare, quin + Konj.: „keine Bedenken tragen, dass / etw. zu tun“ - quem ... gaudeant: „über den ... sich freuen, dass er“; (mit dem A.c.I. verschränkter Relativsatz)
Cic.Arch.12-14 Cic.Catil.4,7 Cic.Deiot.12  Cic.Manil.65 Cic.Mur.6-7
Cic.Mur.83,9 Cic.Phil.3,1-5 Cic.Phil.4,11 Cic.Phil.5,42-45 Cic.Phil.5,49-51
Cic.Phil.7,19f; 27 Cic.Phil.8,8-10 Cic.Planc.64,7 Cic.Sest.46 Cic.Sest.50
Cic.S.Rosc.4-5 Cic.div.in Caec.11-14 Cic.div.in Caec.19-21 Cic.Verr.1,18 Cic.Verr.1,47-50
Cic.Verr.2,1,46-48 Cic.Verr.2,1,54-57 Cic.Verr.2,4,94-95   Lektuere

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