Lateinische Übungstexte zu Livius mit einer wörtlichen deutschen Übersetzung und Anmerkungen. 

Besonders zur Vorbereitung auf das Latinum 

(Liv.25,39,2)

 

Liv.25,39,2

Während Hannibal in Italien die Römer in vier Schlachten (218 am Ticinus; an der Trebia; 217 am Trasumenischen See; 216 bei Cannae) besiegt, hindern in Spanien die beiden Brüder Gnaeus Cornelius Scipio und Publius Cornelius Scipio den Bruder Hannibals, Hasdrubal, am Durchbruch nach Italien, erobern das Gebiet zwischen Ebro ud Sagunt (212), werden dann aber von den Karthagern geschlagen und finden dabei beide den Tod (211). Lucius Marcius, ein junger Mann, der unter Gnaeus Cornelius Scipio diente, sammelt die römischen "Restheere" und kann die verfolgenden Punier in die Flucht schlagen. Er wird zum Feldherrn ausgerufen und will nun einen Angriff auf die Punier wagen.  Im folgenden ein Ausschnitt aus seiner Rede vor der Schlacht: 

"Vel mea erga imperatores nostros vivos mortuosque pietas vel praesens omnium nostrum, milites, fortuna fidem cuivis facere potest mihi hoc imperium, ut amplum iudicio vestro, ita re ipsa grave ac sollicitum esse. Cogor vestram omnium vicem, quod difficillimum in luctu est, unus consulere. ... Praesto est enim acerba memoria et Scipiones me ambo dies noctesque curis insomniisque agitant et excitant saepe somno, neu se neu invictos per octo annos in his terris milites suos, commilitones vestros, neu rem publicam patiar (esse) inultam; suam disciplinam suaque instituta (me) sequi iubent et, ut imperiis vivorum nemo oboedientior me uno fuerit, ita post mortem suam, quod quaque in re facturos illos fuisse maxime censeam, id optimum ducere. Vos quoque velim, milites, (eos) non lamentis lacrimisque tamquam exstinctos prosequi - vivunt vigentque fama rerum gestarum - sed, quotienscumque occurret memoria illorum, velutsi adhortantes signumque dantes videatis eos, ita proelia inire. Nec alia species hesterno die oblata oculis animisque vestris memorabile illud edidit proelium, quo documentum dedistis non cum Sciopionibus exstinctum esse nomen Romanum et populum, cuius vis atque virtus non obruta sit Cannensi clade, ex omni profecto saevitia fortunae emersurum esse. ... "
Sowohl mein Pflichtgefühl gegenüber unseren Feldherren zu ihren Lebzeiten und nach ihrem Tod als auch die gegenwärtige Lage von uns allen, Soldaten, kann jeden überzeugen, dass dieses Feldherrnamt für mich zwar ehrenvoll durch euer Urteil, aber durch die Sachlage (o.den Umstand / die Umstände) selbst drückend und besorgniserregend ist (freier: mir zwar Ehre ... , aber ... Last und Sorgen bringt). Ich werde gezwungen, wegen unser aller Schicksal allein mit mir zu Rate zu gehen, was bei der Trauer sehr schwierig ist. ... Gegenwärtig ist nämlich die schmerzliche Erinnerung, und die Scipionen treiben mich bei Tag und bei Nacht mit Sorgen und Schlaflosigkeit (o. Traumbildern) um; sie jagen mich oft aus dem Schlaf, dass ich nicht sie noch ihre Soldaten, die acht Jahre in diesen Ländern unbesiegt waren, (nämlich) eure Mitstreiter, noch den (römischen) Staat ungerächt lasse (o. dass ich nicht zulasse, dass sie ... oder ... ungerächt seien). Sie befehlen mir, ihrer Ordnung und ihren Grundsätzen zu folgen und so, wie keiner ihren Befehlen zu ihren Lebzeiten mehr gehorchte als ich allein, nach ihrem Tod das für das Beste zu halten, was sie - meiner festen Meinung nach - in jeder Lage getan haben würden. Ich möchte, dass auch ihr, Soldaten, diesen nicht mit Wehklagen und Tränen (so) wie Ausgelöschten nachtrauert, - sie leben und stehen durch den Ruhm ihrer Taten in Ansehen - , sondern dass ihr, sooft nur die Erinnerung an jene sich einstellt, so in die Kämpfe geht, wie wenn ihr jene sähet, wie sie (euch) mahnen und Zeichen geben. Und keine andere Erscheinung bot sich gestern euren Augen und Sinnen und brachte (deshalb) jenen Kampf zustande, durch den ihr (den Feinden) bewiesen habt, dass mit den Scipionen der römische Name nicht ausgelöscht worden ist und das römische Volk, dessen Kraft und Tapferkeit nicht mit der Niederlage bei Cannae versunken ist, in der Tat aus jedem grausamen Schicksalsschlag (wieder) auferstehen (w. auftauchen) wird."
erga imperatores vivos mortuosque: gemeint sind die beiden Scipionen, die die römischen Heere in Spanien führten. - fortuna, ae f.: "Schicksal, Lage" - fidem cuivis facere: "jeden überzeugen" (w. den Glauben eines jeden bewirken) - imperium, i n. h.: "Feldherrnamt"; (das F. hatten die Soldaten dem L. Marcius übertragen) - ut ... ita h.: "zwar ... aber" - amplus, a, um: "ehrenvoll" - in luctu: sc. über den Tod der beiden Scipionen - consulere +Akk. h.: "mit sich zu Rate gehen wegen" - unus = solus - neu ... neu ... neu: "damit nicht ... noch ... noch" - inultam esse: bezieht sich grammatikalisch nur auf den letzten Subjektsakkusativ, sinngemäß aber auch auf die Subjektsakkusative se und invictos ... milites suos - institutum, i n. h.: "Grundsätze" - ut ... ita h.: "wie ... so" - (eos): sc. Scipiones - prosequi + Akk.: "jemandem nachtrauern" (w. begleiten) - hesterno die: "gestern" (als die römischen Soldaten die Punier verjagten) - nec alia species oblata .... edidit: "und keine andere Erscheinung bot sich (oblata PPP beigeordnet) ... und brachte ... zustande" - documentum alicui dare + A.c.I.: "jemandem einen Beweis liefern, jemandem beweisen".
Lat.Lekt. Liv.1,9ff Liv.1,16 Liv.1, 31 Liv.2, 23 Liv.2,34
Liv.3,17 Liv.3,27 Liv.4,19 Liv.5, 27,1 Liv.5,27,10 Liv.6, 28
Liv.7,9,8 Liv.7,17 Liv.8,9 Liv.9,7,6 Liv.9,30,3 Liv.10,11
Liv.21,11,3 Liv.21,23 Liv.22,49 Liv.25,39,2 Liv. 26,18 Liv. 26,43
Liv.26,49,7 Liv.28,39 Liv.30,20 Liv.31,6,3   Lektuere

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