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Q.Horatii Flacci

saturae - sermones

liber alter

Hor.sat.2,6: Stadt- und Landleben 

 
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Hoc erat in votis: modus agri non ita magnus, 
hortus ubi et tecto vicinus iugis aquae fons 
et paulum silvae super his foret. auctius atque 
di melius fecere. bene est. nil amplius oro, 
Maia nate, nisi ut propria haec mihi munera faxis.
Mein höchster Wunsch war einst ein kleines Feld, | ein Garten, eine Quelle nah am Hause, | und etwas Wald dazu: die Götter haben mehr | und Besser's mir gegeben: mir ist wohl, | ich bitte weiter nichts, o Maiens Sohn, | als dass du mir erhaltest, was du gabst. |
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si neque maiorem feci ratione mala rem 
nec sum facturus vitio culpave minorem, 
si veneror stultus nihil horum 'o si angulus ille 
proximus accedat, qui nunc denormat agellum!' 
'o si urnam argenti fors quae mihi monstret, ut illi,
Wofern ich nicht mein Gut durch böse Künste | vergrößert habe, nicht durch Torheit und Verschwendung | verringern werde, wenn in meine Seele | kein Wunsch, wie dieser, kommt: "o möchte doch, | mein Feld zu runden, noch der Winkel dort | hinzu sich fügen!" - oder: "wenn mich doch | mein gutes Glück auf einen Topf voll Gold, | 
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thesauro invento qui mercennarius agrum 
illum ipsum mercatus aravit, dives amico 
Hercule!', si, quod adest, gratum iuvat, hac prece te oro: 
pingue pecus domino facias et cetera praeter 
ingenium, utque soles, custos mihi maximus adsis.
wie jenen Mietling, stoßen ließe, der | mit dem gefundnen Schatze das zuvor | um Lohn gepflügte Land erkaufte, und | als Eigentum, von Herkuls Gnaden, baute: | kurz, wenn ich mich, was da ist, freuen lasse, | so höre nur dies einzige Gebet: | Lass meine Herden, o Merkur, mein Feld, | und alles andre fetter werden, nur | nicht meinen Witz, und bleibe, wie bisher, | mein großer Schutzpatron! - 
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ergo ubi me in montes et in arcem ex urbe removi, 
quid prius inlustrem saturis musaque pedestri? 
nec mala me ambitio perdit nec plumbeus auster 
autumnusque gravis, Libitinae quaestus acerbae. 
Matutine pater, seu Iane libentius audis, 
Nachdem ich also | mich aus der Stadt in meine kleine Burg | in den sabinschen Höhn zurückgezogen, | um frei zu sein vom Zwang der leidgen Etikette, | vom bleiernen Mittagswind, und vom schweren Druck | des Herbstes, der zu Rom der Leichengöttin wuchert, | was soll das erste sein, womit ich meine | fußgängerische Muse hier beschäftge? | Von dir, o Gott des Morgens, oder hörest du | dich lieber Janus nennen, dir, mit dem | 
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unde homines operum primos vitaeque labores 
instituunt ‑ sic dis placitum ‑ , tu carminis esto 
principium. Romae sponsorem me rapis: 'eia, 
ne prior officio quisquam respondeat, urge.' 
sive aquilo radit terras seu bruma nivalem 
die Sterblichen, zum Leben neu erwacht, | des Tages Arbeit nach der Götter Schluss beginnen, | von dir beginne nun auch mein Gesang! | Bin ich zu Rom, so kann ich sicher rechnen, | im Morgenschlaf von dir gestört zu werden. | "Auf! Du musst Bürge stehn! Mach hurtig fort! | Dass ja dir kein Behenderer den Vorsprung in dieser Freundschaftsprobe abgewinne!" | Nun mag das Wetter noch so schlimm, der Nordwind noch |  
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interiore diem gyro trahit, ire necesse est. 
postmodo quod mi obsit clare certumque locuto 
luctandum in turba et facienda iniuria tardis. 
'quid tibi vis, insane?' et 'quam rem agis?' inprobus urget 
iratis precibus, 'tu pulses omne quod obstat, 
so schneidend sein, durch Sturm und Schneegestöber | fort muss ich! - Hab ich dann mit klarer Stimme | gesprochen, was mir Schaden bringen wird, | so muss ich wieder mich, auf Kosten aller, | die schwerer sich bewegen, durchs Gedränge drücken. | Wie? Bist du rasend, Grobian? Was hast | du so zu eilen?" - schreit mich einer an, | mir wünschend, was der Zorn ihm eingibt - "Musst du alles, | was dir im Weg ist, niederrennen, weil | 
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ad Maecenatem memori si mente recurras.' 
hoc iuvat et melli est, non mentiar. at simul atras 
ventum est Esquilias, aliena negotia centum 
per caput et circa saliunt latus. 'ante secundam 
Roscius orabat sibi adesses ad Puteal cras.' 
dir einfällt, dass du deinem großen Götter | Mäcen aufwarten musst?" - Ich leugne nicht, | dies ist's, was mir das Angelegenste | und Angenehmste ist. Allein kaum sind | die traurigen Esquilien erreicht, | so springen hundert nichts mich selbst betreffende | Geschäfte mich von allen Seiten an. | "Herr! Roscius war da, und bat, ihr möchtet ihm | vor sieben, morgen früh, am Puteal | als Beistand dienen." - 
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'de re communi scribae magna atque nova te 
orabant hodie meminisses, Quinte, reverti.' 
'inprimat his cura Maecenas signa tabellis.' 
dixeris: 'experiar': 'si vis, potes,' addit et instat. 
septimus octavo propior iam fugerit annus, 
"Das Collegium | der Scriben, Quintus, bittet wegen einer | gemeiner Angelegenheit von wichtigem | Belange bald von Tafel aufzustehen." - "Sei doch so gut, und mache, dass Mäcen | sein fiat dieser Bittschrift unterschreibe." | Sag ich, ich will's versuchen - "O! du kannst | es machen, wenn's dir nicht am Willen fehlt", | versetzt der Mensch und hängt sich an mich an. | Es sind nun bald acht Jahre, 
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ex quo Maecenas me coepit habere suorum 
in numero, dumtaxat ad hoc, quem tollere raeda 
vellet iter faciens et cui concredere nugas 
hoc genus: 'hora quota est?' 'Thraex est Gallina Syro par?' 
'matutina parum cautos iam frigora mordent', 
seit Mäcen |  den Seinigen mich beizuzählen anfing; | das heißt, auf Reisen mich in seinen Wagen | zu nehmen, oder Kleinigkeiten mir | vertraulich mitzuteilen; als: "Was ist | die Stunde? - Sollte wohl der Thrazier Gallina | dem Syrer gewachsen sein?" - "Die Morgen sind | schon frostig; wer mit keinem guten Überrock | verwahrt ist, kann sich leicht verkälten" - und | 
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et quae rimosa bene deponuntur in aure. 
per totum hoc tempus subiectior in diem et horam 
invidiae noster. ludos spectaverat, una 
luserat in campo: 'fortunae filius' omnes. 
frigidus a rostris manat per compita rumor: 
dergleichen Dinge, die man unbedenklich | dem ritzenvollsten Ohre anvertraut. | Indessen zog's in dieser ganzen Zeit | mit jedem Tag und jeder Stunde mir | mehr Missgunst zu. Sprach einer etwas: "Flaccus | sa&szlig heut im Schauplatz ihm zur Seite - spielte | im Campus Ball mit ihm" - Nun! Der hat Glück! | rief (naserümpfend) gleich der ganze Chor. | Läuft, von den Rostris aus, ein frostiges | Gerücht in Rom herum, 
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55zu den Anmerkungen
quicumque obvius est, me consulit: 'o bone ‑ nam te 
scire, deos quoniam propius contingis oportet ‑ , 
numquid de Dacis audisti?' 'nil equidem.' 'ut tu 
semper eris derisor.' 'at omnes di exagitent me, 
si quicquam.' 'quid? militibus promissa Triquetra 
gleich fragt der erste, | der auf der Straße mir entgegen kommt: | "Mein Bester! - Denn ein Mann, der mit den Göttern | so gut steht, muss es wohl am besten wissen - | Was hört man von den Daziern?" - Kein Wort! | "Dass du das Spotten doch nicht lassen kannst!" | Mich sollen alle Götter plagen, wenn | ich etwas wei&szlig! - "Nun wohl! So kannst du uns | doch sagen, ob die Güter, welche Cäsar | 
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60zu den Anmerkungen
praedia Caesar an est Itala tellure daturus?' 
iurantem me scire nihil mirantur ut unum 
scilicet egregii mortalem altique silenti. 
perditur haec inter misero lux non sine votis: 
o rus, quando ego te adspiciam quandoque licebit 
den Veteranen zugesagt hat, in | Italien oder in Sizilien angewiesen werden sollen?" - Schwör ich dann, | ich wisse nichts, so werd ich als ein mächtiger | Politicus und Meister in der Kunst | zu schweigen ausgeschrien. Indessen geht | auf diese Art ein Tag mir Armen nach | dem andern in Verlust, nicht ohne oft | aus vollem Herzen auszurufen: O! | Mein liebes Feld! wann sehen wir uns wieder? | Wann wird's so gut mir werden, 
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65zu den Anmerkungen
nunc veterum libris, nunc somno et inertibus horis 
ducere sollicitae iucunda oblivia vitae? 
o quando faba Pythagorae cognata simulque 
uncta satis pingui ponentur holuscula lardo? 
o noctes cenaeque deum, quibus ipse meique 
bald aus Schriften | der Alten, bald im stillen Müßiggang  und ungestörtem Schlaf ein liebliches Vergessen | der Stadt und ihres Lebens einzuschlürfen! | Wann werd ich wieder selbstgepflanzten Kohl mit Speck | und dem Pythagoras verwandte Bohnen | auf meinem Tische sehn! O wahre Göttermahle! | O frohe Nächte! wo ich mit den Meinigen | 
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70zu den Anmerkungen
ante Larem proprium vescor vernasque procacis 
pasco libatis dapibus. prout cuique libido est, 
siccat inaequalis calices conviva solutus 
legibus insanis, seu quis capit acria fortis 
pocula seu modicis uvescit laetius. ergo 
es mir am eignen Herde schmecken lasse, | und mit denselben Speisen, die ich vorgekostet, | mein mutges junges Hausgesinde füttre. | Vom Unsinn eurer Trinkgesetze frei | leert jeder meiner Gäste nach Gefallen | ungleiche Becher, größer oder kleiner, | so wie der Stärkre mehr vertragen kann, | der Schwächre lieber langsam sich befeuchtet. | Nun 
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sermo oritur, non de villis domibusve alienis, 
nec male necne Lepos saltet; sed, quod magis ad nos 
pertinet et nescire malum est, agitamus, utrumne 
divitiis homines an sint virtute beati, 
quidve ad amicitias, usus rectumne, trahat nos
spinnet unvermerkt ein trauliches Gespräch | sich an, nicht über andrer Leute Wirtschaft, nicht | ob Lepos übel tanze oder gut? | Wir unterhalten uns von Dingen, die | uns näher angehn, welche nicht zu wissen | ein Übel ist: ob Reichtum oder Tugend | den Menschen glücklicher mache? Vorteil oder | Rechtschaffenheit das Band der Freundschaft knüpfe? | 
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et quae sit natura boni summumque quid eius. 
Cervius haec inter vicinus garrit anilis 
ex re fabellas. siquis nam laudat Arelli 
sollicitas ignarus opes, sic incipit: 'olim 
rusticus urbanum murem mus paupere fertur 
Was wahres Gut und was das höchste sei? | Gelegentlich tischt uns Nachbar Cervius | in seiner eignen drolligen Manier | ein Märchen auf, das sich zur Sache schickt. | So, wenn, zum Beispiel, einer etwa von | dem Reichtum des Arellius mit Bewundrung spricht, | unwissend, wie dem armen Mann so übel | dabei geschieht, fängt Cervius an: die Feldmaus | erhielt in ihrer armen Höhle einst | von ihrer alten guten Freundin, | 
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85zu den Anmerkungen 
accepisse cavo, veterem vetus hospes amicum, 
asper et attentus quaesitis, ut tamen artum 
solveret hospitiis animum. quid multa? neque ille 
sepositi ciceris nec longae invidit avenae, 
aridum et ore ferens acinum semesaque lardi 
der Stadtmaus, unverhofft die Ehre ihres | Besuches. Wie genau nun jene sonst | zu leben pflegte, und wie sparsam sie | den sau'r errungnen Vorrat sonst zu Rate hielt, | so wurde doch für einen Gast das Herz | ihr weiter; kurz, sie schonet diesmal weder | der immer aufgesparten Erbse, noch | des langen Haferkorns, trägt ein Stückchen | halb abgenagten Specks und eine dürre | Zibeb im Munde noch herbei, 
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87zu den Anmerkungen
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89zu den Anmerkungen
90zu den Anmerkungen
frusta dedit, cupiens varia fastidia cena 
vincere tangentis male singula dente superbo, 
cum pater ipse domus palea porrectus in horna 
esset ador loliumque, dapis meliora relinquens. 
tandem urbanus ad hunc "quid te iuvat" inquit, "amice,
und lässt, | mit einem Worte, sich's recht angelegen sein, | durch der Gerichte Mannigfaltigkeit | den ekeln Gaum des Städters zu verführen, | der vornehm da sa&szlig, und mit stolzem Zahn | eins nach dem andern kaum berührte; während | der gute Hauswirt selbst, auf heurig Stroh | gestreckt, mit Spelt und Trespe sich behalf, | und alles Bessre seinem Gaste lie&szlig. | Zuletzt begann die Stadtmaus: Freund, wo nimmst | du die Geduld her, 
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95zu den Anmerkungen
praerupti nemoris patientem vivere dorso? 
vis tu homines urbemque feris praeponere silvis? 
carpe viam, mihi crede, comes, terrestria quando 
mortalis animas vivunt sortita neque ulla est 
aut magno aut parvo leti fuga: quo, bone, circa, 
in dem rauhen Berge da, | dein Leben hinzubringen? Hättest du nicht Lust, | den Aufenthalt bei Menschen in der Stadt | dem Walde vorzuziehen? Weißt du was? | Komm du mit mir: und weil nun einmal bei | den Erdekindern mit dem Leben alles | vorbei ist, und dem Tode weder Klein | noch Gro&szlig entrinnen kann; so sei du weise | 
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97zu den Anmerkungen
98zu den Anmerkungen
99zu den Anmerkungen
10zu den Anmerkungen
dum licet, in rebus iucundis vive beatus, 
vive memor, quam sis aevi brevis." haec ubi dicta 
agrestem pepulere, domo levis exsilit; inde 
ambo propositum peragunt iter, urbis aventes 
moenia nocturni subrepere. iamque tenebat 
und lass, solange du es haben kannst, | dir wohl geschehn, mein Schatz! Bedenke nur, | wie kurz das Leben ist! - Die Landmaus wird | gerührt durch diese Rede, springt behende | aus ihrem Loch hervor, und beide treten | den Weg zur Hauptstadt an, des Sinnes, unter | der Mauer sich bei Nacht hineinzuschleichen. | Es war schon Mitternacht, 
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102zu den Anmerkungen
103zu den Anmerkungen
104zu den Anmerkungen
105zu den Anmerkungen
nox medium caeli spatium, cum ponit uterque 
in locuplete domo vestigia, rubro ubi cocco 
tincta super lectos canderet vestis eburnos 
multaque de magna superessent fercula cena, 
quae procul exstructis inerant hesterna canistris. 
als unsre Wandrer |in eines reichen Hauses Speisesaal | sich einquartierten, wo, auf Lagerstellen | von Elfenbeine, Purpurdecken glühten, | und eines großen Gastmahls Überbleibsel | ringsum in Körben aufgeschichtet standen. | 
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107zu den Anmerkungen
108zu den Anmerkungen
109zu den Anmerkungen
110zu den Anmerkungen
ergo ubi purpurea porrectum in veste locavit 
agrestem, veluti succinctus cursitat hospes 
continuatque dapes nec non verniliter ipsis 
fungitur officiis, praelambens omne quod adfert. 
ille cubans gaudet mutata sorte bonisque 
Sobald der Städter hier den bäurschen Gast | auf Purpur hingelagert, läuft er rüstig, | gleich einem aufgeschürzten Wirte, hin und her, | und trägt ein niedliches Gerichte nach | dem andern auf; vergisst jedoch sich selber nicht | dabei, indem er alles, was er bringt, | naschhaften Dienern gleich, zuvor beleckt. | Die Feldmaus, ganz entzückt von ihrem neuen Glück, | dehnt fein gemächlich auf dem weichen Sitze | 
111zu den Anmerkungen
112zu den Anmerkungen
113zu den Anmerkungen
114zu den Anmerkungen
115zu den Anmerkungen
rebus agit laetum convivam, cum subito ingens 
valvarum strepitus lectis excussit utrumque. 
currere per totum pavidi conclave magisque 
exanimes trepidare, simul domus alta Molossis 
personuit canibus. tum rusticus: "haud mihi vita 
sich aus, und lässt sich trefflich alles schmecken; | als plötzlich ein gewaltiges Geknarr | der Flügeltüren unsre beiden Schlemmer | von ihren Polstern wirft. Sie rennen zitternd | im ganzen Saal herum, und ihre Furcht | wird Todesangst, indem durchs hohe Haus | der großen Hunde Bellen widerhallt. | Ich danke für dies Leben, sprach mit schwacher Stimme | der Bau'r 
116zu den Anmerkungen
117zu den Anmerkungen
est opus hac" ait et "valeas: me silva cavosque 
tutus ab insidiis tenui solabitur ervo."'
zu seinem Freunde: fahre wohl! | Ich lobe mir mein kleines Loch im Walde! Da hab ich nichts zu fürchten wenigstens, und kann, wiewohl's nur magre Bissen gibt, | mich doch in Ruh an meinen Wicken laben.
     

Versmaß:  Hexametrum dactylicum

Übersetzung: C.M. Wieland, 430

  Weitere Üb.: 
  1. hoc = hocce (Positionslänge) | votum, i, n. - Wunsch (der durch ein Gelübde bekräftigt wird) | modus agri - ein Stück Land |  non ita magnus - nicht eben sehr gro&szlig zurück zum Text
  2. Verbinde: ubi tecto hortus <vicinus est> et fons vicinus est | iugis, e - nicht versiegend (zu iungere) zurück zum Text
  3. silvae - Gen.partit. zu paulum | super + Abl. - über | foret = esset | auctius = maius: prädikativ zu hoc (quod erat in votis); ebenso melius zurück zum Text
  4. bene est - gut so! - so ist es in Ordnung  zurück zum Text
  5. Maia nate - Sohn der Maia (Abl. orig.) = Mercurius | haec munera  - das Sabinum ist ein Geschenk des Maecenas | proprius, a, um  - (dauerhaft) zu eigen (Objektsprädikativum) | faxis = feceris (optativus) zurück zum Text
  6. ratio mala - gefälschte Rechnung, Betrug | res <familiaris> - Vermögen zurück zum Text
  7. vitium, ii, n  - Laster, Verschwendung |   zurück zum Text
  8. venerari - verehren, erbitten, (durch Gebet) erflehen  | o si = utinam  | angulus,i,m - Winkel, Ecke zurück zum Text
  9. denormare - aus dem Winkel bringen, verunstalten zurück zum Text
  10. si fors quae = si <ali>qua fors zurück zum Text
  11. thesaurus, i, m - Schatz | mercennarius, i, m - Lohnarbeiter, Taglöhner zurück zum Text
  12. mercari - einhandeln, kaufen | amico Hercule - durch die Gunst des Hercules (nominaler Abl.abs.) zurück zum Text
  13. quod adest - der momentane Besitzstand | si gratum <me> iuvat  - es freut mich als einen dankbaren; es macht mich dankbar und froh | te - sc. Hercules |  zurück zum Text
  14. pinguis, e - fett, fruchtbar (mit Bezug auf ingenium - plump, geistlos) | domino sc <mihi>  zurück zum Text
  15. utque soles = atque <ita> ut soles (Horaz schreibt Mercurius seine Rettung bei Philippi zu) zurück zum Text
  16. in montes et in arcem - Das Gütchen liegt in den Sabinerbergen. Es ist für ihn auf dem Land, was für den Stadtrömer das Capitol (arx) ist: et refugium et decus  | se removere = se recipere zurück zum Text
  17. prius = potius (Frage der Themenwahl, nicht der Reihenfolge) | illustrare - verherrlichen, besingen (Konj. deliberativus) | Musa pedestris - Satire und Prosa im Gegensatz zur Lyrik (Musa equestris) zurück zum Text
  18. plumbeus, a, um - bleiern (weil er die Glieder schwer wie Blei macht) | auster, ri, m - Südwind | zurück zum Text
  19. Libitina - Göttin der Leichenbestattung | quaestus, us, m  - Gewinn, Erlös (Im Herbst gab es viele Tote; entsprechend erhielt Libitina viele Opfer) zurück zum Text
  20. Matutinus pater = Ianus (Gott des Anfangs, auch des Tagesanfangs) | audis = diceris, vocaris (gr. = ἀκούεις, κλύεις)  zurück zum Text
  21. unde = a quo | primos labores - den Anfang der Mühen | operum vitaeque - (Hendiadyoin) ihres arbeitsreichen Lebens zurück zum Text 
  22. instituere, o, ui, utum - beginnen, herleiten zurück zum Text
  23. sponsor, oris, m - Bürge zurück zum Text
  24. officio respondere - seiner Pflicht nachkommen, genügen | urge - eile dich! rasch! zurück zum Text
  25. aquilo, onis, m - Nordostwind | bruma, ae, f  - Winter, Wintersonnwende (= brevissuma dies) zurück zum Text
  26. interiore gyro - auf einem inneren, kürzeren Kreis (im Winter nimmt die Sonne eine tiefere Bahn) zurück zum Text
  27. postmodo = paulo post  | Verbinde: <mihi> id locuto, quod mihi postmodo obsit, luctandum <est> zurück zum Text
  28. luctari - ringen, kämpfen | turba, ae, f - Gewühl, Gedränge | tardus, a, um - zögerlich; subst.: Müßiggänger zurück zum Text
  29. quid tibi vis?  - was hast du vor, was führst du im Schilde? (tibi = Dat.ethic.) | quas res  <agis> | improbus, a, um - unverschämt; prädikativ zu einem <aliquis> | urgere, eo - h.: zusetzen, anfahren zurück zum Text
  30. iratis precibus - mit aufgebrachten Flüchen, Verwünschungen | pulsare - umrennen, anrempeln (Potentialis) |  zurück zum Text
  31. memori mente - mit deinen Gedanken bei sonst nichts | simul = simulatque zurück zum Text
  32. mihi melli est - "es gereicht mir zum Honig" = mihi gaudio est - es ist mir eine große Freude (Dat.finalis) zurück zum Text
  33. Esquiliae zurück zum Text
  34. salire, io - springen (wie eine Springflut. Die Bittsteller passen ihn vor dem Haus des Maecenas ab | ante secundam <horam> zurück zum Text
  35. Roscius (eine fingierte Person) | Puteal |zurück zum Text
  36. scriba, ae, m - Amtsschreiber, Sekretär (Horaz hatte sich nach der Niederlage bei Philippi in eine Stelle als Schreiber eingekauft und hielt die Verbindung mit ihrer Gilde noch aufrecht. zurück zum Text
  37. Quinte - vertraute Anrede der Kollegen | reverti - drückt sowohl Entfremdung als  auch alte Verbundenheit aus zurück zum Text
  38. signa tabellis imprimere - Siegel und Unterschrift unter ein Schriftstück setzen zurück zum Text
  39. <si> dixeris | instare - auf etwas bestehen (insistieren)  zurück zum Text
  40. septimus octavo propior annus - das siebte Jahr, dem achten näher; d.h.: schon über die Hälfte des siebten; fast schon acht Jahre) | fugerit - Potent.d.Ggw. | zurück zum Text
  41. ex quo coepit - Vgl. zur ersten Begegnung mit Maecenas: Hor.sat.1,6,54 zurück zum Text
  42. dumtaxat - genau genommen, lediglich | quem + Konj. = ut me | raeda tollere - im Wagen mitnehmen zurück zum Text
  43. cui + Konj. = ut mihi | concredere, o - anvertrauen | nugae, arum, f - Nichtigkeiten (vgl. Hor.sat.1,9,2) zurück zum Text
  44. hoc genus - adv.Akk.: auf folgende Art | quotus, a, um - der wievielte; quota hora es? - wie viel Uhr ist es | Thraex Gallina - Gallina, ein Gladiator in thrakischer Rüstung zurück zum Text
  45. matutinus, a, um - morgendlich, am Morgen | mordere, eo - beißen  zurück zum Text
  46. rimosus, a, um  (rima, ae, f) - voll Ritzen, nicht verschwiegen | bene - ohne Schaden zurück zum Text
  47. subiectus, a, um - unterworfen, ausgesetzt | in diem et horam - täglich, ja stündlich (Klimax zurück zum Text
  48. noster = ego ("unsereins") | una  <cum Maecenate> zurück zum Text
  49. in campo  <Martio> | omnes <dicebant>zurück zum Text
  50. frigidus, a, um - schaurig | a rostris = a foro (pars pro toto) | compitum, i, n - Kreuzweg (verkehrsreich)  zurück zum Text
  51. consulere, o  + Akk. - jdn. befragen zurück zum Text
  52. deos - metaphorisch für maßgebende Persönlichkeiten (Maecenas, Augustus zurück zum Text
  53. Daci | equidem  - in der Tat zurück zum Text
  54. derisor, oris, m - Spötter, Schalk | exagitare - <mit Strafen> verfolgen, quälen zurück zum Text
  55. si quicquam  - sc. <audivi> | <in> Triquetra <tellure> = in Sicilia (Antonomasie) zurück zum Text
  56. praedium, ii, n  - Landgut, Landbesitz (praedia promissa - die im Zusammenhang mit der Schlacht von Actium vpn Octavianus den Soldaten zugesicherten Landzuweisungen)  zurück zum Text
  57. unus  - einzigartig zurück zum Text
  58. scilicet  - natürlich (ironisch, weil man es Horaz nicht abnimmt) | (homo) egregii altique silenti - (Gen.qualitatis) ein tief verschwiegener Mensch (Hendiadyoin) zurück zum Text
  59. inter haec  = inter-ea unter solchem Treuben | misero  - sc. <mihi> | lux  = dies (Metonymie) zurück zum Text
  60. quando - Anapher (ungeduldige Sehnsucht)  zurück zum Text
  61. quando - Anapher (ungeduldige Sehnsucht) | iners, inertis  - untätig, träge; h. = otiosus | zurück zum Text
  62. iners, inertis  - untätig, träge; h. = otiosus | ducere  = adducere | oblivium, ii, n  - Vergessen (oblivium ducere  - "Vergessen trinken") zurück zum Text
  63. faba, ae, f  - Bohne (sie heißt scherzhaft cognata Pythagorae  , "Verwandte des Pythagoras", weil er auf Grund seiner Seelenwanderungslehre verboten hatte, Bohnen zu essen. Vgl. Pyth. DK 58C3: "Dasselbe ist es, Bohnen zu essen und die Köpfe seiner Eltern.")  zurück zum Text
  64. unctus, a, um  - geschmälzt, gefettet | pinguis, e  - fett | ponere  = apponere (auftischen) | holusculum, i, n. - etwas Kohl, Gemüse (Demin. zu holus, eris, n - Kohl) | lardum, i, n - Speck zurück zum Text
  65. deum  = deorum zurück zum Text
  66. ante Larem proprium  - am eigenen Herd | vesci, or - leben, speisen, essen | verna, ae, m  - ein im Haus geborener Sklave, Haussklave | procax, acis - frech, dreist  zurück zum Text
  67. daps, dapis, f  - Speise, Mahl, Opferschmaus | dapibus libatis  - nach Darbringung des Speiseopfers (Libation) | prout  - so wie  zurück zum Text
  68. siccare  - trocknen, leeren | inaequabilis, e  - hier vom Wein: "ungleichmäßig (mit Wasser) vermischt) | calix, icis, m - Kelch, Becher |   zurück zum Text
  69. legibus insanis  - damit bezeichnet Horaz die Sitte, ein festes Mischungsverhältnis von Wein und Wasser vorzuschreiben | fortis, e  - trinkfest (prädikativ: "wenn er trinkfest ist") | acria pocula  - Becher in denen der Wein weniger verdünnt ist (entsprechend: modica pocula zurück zum Text
  70. uvescere, o  - feucht werden, "sich anfeuchten" | laetius  = libentius zurück zum Text
  71. villa, ae, f  - h.: Luxusvilla zurück zum Text
  72. lepos, oris, m  - Anmut; h. als sprechender Name eines Pantomimentänzers | quod ad nos  = τὰ πρὸς ἡμᾶς zurück zum Text
  73. agitare  - behandeln, besprechen zurück zum Text
  74. die üblichen philosophisch - ethischen Fragestellungen, die auch die Nähe der satura zur Diatribe kennzeichnen: beatitudo (εὐδαιμονία), virtus ( ἀρετή), amicitia ( φιλία), natura boni (φύσις τοῦ ἀγαθοῦ) finis bonorum et malorum ( τέλος τῶν ἀγαθῶν τε κακῶν τε)  zurück zum Text
  75. usus, us, m  - Nutzen | rectum, i, n  = honestum - der sittliche Wert zurück zum Text
  76. summum eius  = summum boni, summum bonum, finis bonorum zurück zum Text
  77. Cervius  - einer der ortsansässigen Gäste, vielleicht ein Gutsnachbar | haec inter  (Anastrophe) = inter haec (interea) | garrire - schwatzen, erzählen | anilis, e - altweiberhaft (anus, us, f - die Alte); aniles fabellae - Altweibergeschichten  zurück zum Text
  78. ex re  - entsprechend dem Thema; wie es das Gespräch ergibt (Kennzeichnung des assoziativen Satirenstils) | Arellius - ein reicher Großgrundbesitzer (dient als Folie zu Horaz' bescheidenen Wünschen) zurück zum Text
  79. sollicitus, a, um  - h. aktive Bedeutung: beunruhigend, Sorgen bereitend | ignarus - prädikativ: ahnungslos <wie er ist>; weil er ahnungslos ist zurück zum Text
  80. Beachten Sie in 80f. Wortstellung und Wortwiederholungen. Welche Wirkung wird damit erstrebt? | mus, muris, m  - Maus  zurück zum Text
  81. cavus, i, m  - Höhle, h.: Loch zurück zum Text
  82. asper, era, erum  - rau, unkultiviert, einfach | victu  - Abl. limit. (victus, us, m - Lebensweise) | attentus  + Dat. - aufmerksam auf; sparsam mit | quaesita, orum, n - das Gesuchte, Erworbene = die Vorräte | artus, a, um - eng, knausrig zurück zum Text
  83. hospitiis - Dat. fin., (für die Bewirtung, um gastfreundlich zu sein) oder Abl. instr. (durch die Bewirtung; dadurch, dass sie gastfreundlich war) | quid multa  <dicam, loquar>?  zurück zum Text
  84. seponere, o  - zur Seite legen, aufsparen | cicer, eris, m - (Kicher-) Erbse) | invidere, eo - etwas missgönnen, vorenthalten  | avena, ae, f - Hafer   zurück zum Text
  85. aridus, a, um  - trocken, getrocknet | acinus, i, m - Weinbeere | semesum, a, um - halb gegessen, angebissen | lardum, i, n - Speck (64)  zurück zum Text
  86. frustum, i, n  - Brocken, Bissen | dedit = posuit | fastidium, ii, n - Abneigung, Widerwillen, Ekel | zurück zum Text
  87. tangentis  - sc.: fastidia <convivae> tangentis... | male  = vix  zurück zum Text
  88. cum  - cum adversativum | pater domus  - Hausherr, Gastgeber (cf. pater familias) | palea, ae, f - Spreu | porrectus, a, um  - (PPP v. porrigere, o) - hingestreckt | hornus, a, um - heurig, diesjährig, frisch zurück zum Text
  89. ēsset = ĕderet | ador, oris, n - Dünkel, Spelt | lolium, ii, n - wilder Hafer (im Ggstz. zur avena, 84) | dapis meliora - (Gen. part.) - "Leckerbissen" zurück zum Text 
  90. quid te iuvat? - was hast du davon? wie kannst du das aushalten? zurück zum Text
  91. praeruptus, a, um - steil, abschüssig | nemus, oris, n - Wald, Waldgebirge | patientem - prädikativ: entsagungsvoll, als Hungerleider | dorsum, i, n - (Berg-) Rücken | dorso = in dorso (Abl. loc.)zurück zum Text
  92. homines urbemque - Hendiadyoin zurück zum Text
  93. viam carpere - den Weg (freudig) zurücklegen (Imperativ: "frisch auf den Weg!") | terrestia <animalia> - irdische Lebewesen |  quando - da ja (Kausalkonjunktion zurück zum Text
  94. mortalis animas sortita - prädikativ zu vivunt  (mit...) | zurück zum Text
  95. neque... aut magno aut parvo <homini>  - weder... noch... | letum, i, n - Tod (leti fuga - Gen. obj.) | quo circa - (Tmesis) = ideo, idcirco zurück zum Text
  96. dum licet - solange es möglich ist (Temporalkonjunktionen) | beatus - prädikativ zu vive zurück zum Text
  97. brevis aevi (=vitae) - (Gen.qualit.) kurzlebig zurück zum Text
  98. agrestis = rusticus (Subst.) | pellere, o - Simplex st. Compositum (= compellere) | levis, e - leicht, leichtfüßig, schnell   zurück zum Text
  99. iter peragere - den Weg zurücklegen | avere, eo + Inf. - heftig verlangen, wünschen  zurück zum Text
  100. nocturni - prädikativ zum Subjekt: (noch) in der Nacht  | subrepere, o = subire - unten hinschleichen zurück zum Text
  101. nox medium caeli spatium tenebat - Umschreibung für Mitternacht. Der hochpoetische Ton zeichnet parodisierend das Stimmungshoch der Landmaus | vestigia ponere - seine Füße setzen, betreten   zurück zum Text
  102. coccum, i, n - Scharlchfarbe (Abl. instr. zu tinctus) | tinctus, a, um - gefärbt (PPP v. tinguere, o) zurück zum Text
  103. lectus, i, m - Liege, Speisesofa (im triclinium) | candere, eo  - glänzen, schimmern | vestis, is, f - h. Decke |  eburnus, a, um  - aus Elfenbein gefertigt, mit Elfenbein eingelegtzurück zum Text
  104. ferculum, i, n (ferre)  - Schüssel, Menue  zurück zum Text
  105. procul  - abseits (adv. zu exstructis) | hersternus, a, um - gestrig, von gestern (prädikativ zu fercula) | canistrum, i, n - Korb zurück zum Text
  106. locare - jdn. sich setzen lassen, den Platz anweisen zurück zum Text
  107. succinctus, a, um  - hochgeschürzt (wie eine Sklavin) | cursitare - hin und her laufen (verbum intensivum [oder frequentativum]  zu currere)  zurück zum Text
  108. dapes continuare - das Mahl nicht abreißen lassen, immer neue Speisen auftischen | nec non - Litotes  | verniliter - sklavisch zurück zum Text
  109. officiis fungi - seiner Pflicht genügen (Abl. als Obj.) | praelambere, o - vorher belecken, vorkosten zurück zum Text
  110. mutata sorte - Abl.causae zu gaudet |  zurück zum Text
  111. rebus bonis - Abl.causae zu laetum | convivam agere - den Gast (die Rolle des Gastes) spielen  zurück zum Text
  112. valvae, arum, f - Flügeltür | excutere, io - herunterjagen, verscheuchen  zurück zum Text
  113. currere - Inf. desciptivus (historicus); ebenso trepidare, 114 | conclave, is, n - Zimmer zurück zum Text
  114. exanimis, e - halbtot (vor Angst) zurück zum Text
  115. Molossis canibus - Abl. instr. zu personuit  | personare, o, ui ,itum - laut erschallen, widerhallen  zurück zum Text
  116. mihi opus est  + Abl. instr. - ich habe nötig  zurück zum Text
  117. tenuis, e - dünn, dürftig | solari  = consolari | ervum, i, n  - Hülsenfrucht (Erbse), Wicke zurück zum Text
Aufgabenvorschläge:
  1. Vier Kompositionsabschnitte werden vorausgesetzt : 1-15; 16-57; 59-76; 77-117. Charakterisieren Sie 
    1. die Eigenart jedes Abschnitts
    2. die Art, in der die Abschnitte miteinander verknüpft sind!
    3. Fertigen Sie von dem letzten Abschnitt (77-117) noch eine Binnengliederung an!
  2. Wie verbinden sich im ersten Abschnitt (Gebet an Hermes) Anspruch und Bescheidenheit des Dichters?
  3. Das Land- und Stadtleben des Dichters korrespondiert mit dem der beiden Mäuse. Worin liegen die Vergleichspunkte?
  4. Welche der beiden Mäuse ist der (bessere) Epikureer?
  5. Was bedeutete Horaz das Sabiner Landgut?
    • H.Hommel 124: Das Sabinergut (Die Zitierweise wurde angepasst):
      • "Das dem Dichter [33. v.Chr.] von seinem Gönner Mäcenas zum Geschenk gemachte Besitztum lag im Tal (c.3,1,47) des Baches Digentia (heute Licenza), eines nördlichen Zuflusses des Anio, nördlich von Tibur. [...] Die von Horaz nach üblichem Sprachgebrauch gewählte Bezeichnung des Sabinergutes ist nicht Sabinum - so heißt der dort gezogene bescheidene Wein (c.1,20,1; vgl. c.1,9,7f.) -, sondern Sabini, orum (c.2,18,14). Eine genaue Beschreibung gibt der glückliche Besitzer epist.1,16,1-16 (vgl. a. sat.2,6,1-6). Das Besitztum umfasst außer dem Gutshof noch fünf Feuerstellen (epist.1,14,2), die wohl mit Pächtern (coloni) besetzt waren, während Horaz auf seinem das Zentrum der Wirtschaft bildenden Hof acht Sklaven (operae = operarii) beschäftigte (sat.2,7,118), die von einem Verwalter (vilicus) beaufsichtigt wurden (epist.1,14,1ff.). c.1,22,9ff und c.2,13 berichten von Erlebnissen auf dem von Horaz über alles geliebten stillen Fleck Erde (vgl. a. epist.1,14). Freilich trat von den 20er Jahren an bei Horaz die Liebe zu seinem Sabinergütchen mehr und mehr zurück gegenüber einer zunehmenden Bevorzugung Tiburs, wo der Dichter ebenfalls ein Haus erwarb.
  6. Wie sieht Horaz sein Verhältnis zu dem Gott Mercurius, an den er sein Gebet richtet?
    • H.Hommel 125ff.: Mercurius (Die Zitierweise wurde angepasst):
      • "Horaz hat den Gott des Glücks und Friedens, dem er einen schönen Hymnus gewidmet hat (Hor.c.1,10), als seinen persönlichen Beschützer empfunden und verehrt (Hor.sat.2,6,5; 15), der ihn bei Philippi 42 aus Kriegsgefahr errettet hat (Hor.c.2,7,13f.; vgl. Hom.Il.20,443f.) und dem er sich daher anlässlich weiterer Errettung aus Lebensgefahr als Mercurialis vir dankbar verbunden fühlt (c.2,17,29f.), zumal Hermes-Mercur auch als Erfinder der Leier galt (epod.13,9f.) und als Ἑρμῆς λόγιος der Patron der geistigen Berufe war (sat.2,6,14f., dort auch Anspielung auf den Ἑρμῆς νόμιος, den Gott der Herden). Überdies mag Horaz das besondere Verhältnis zu Mercur schon vom Vater übernommen haben, der als Geldeinnehmer oder Makler (coactor argentarius) wohl bereits durch die Mitgliedschaft in einem collegium Mercuralium dem Handelsgott besonders verbunden gewesen sein wird [...]. c.1,30,8 tritt Mercurius (c.1,10,1 als facundus bezeichnet) als Gott der gewinnenden Rede im Gefolge der Venus gleichsam als Ersatz für die griechische Πειθώ ein, zumal auch Hermes bei den Griechen gelegentlich in Aphrodites Gesellschaft begegnet. 
Sententiae excerptae:
w38
Literatur:
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