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miles gloriosus - Der Bramarbas

III. 1

596-812: 3. Akt, 1. Szene
 

Übersetzung nach W.A.B.Hertzberg

 

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596-812:
Versmaß: Iambischer Septenar
septenarius iambicus
septenarius iambicus
septenarius iambicus
III. 1) 596-812
Palaestrio, Periplectomenus, Pleusicles
596 Pa. Cohibete intra limen etiam vos parumper, Pleusicles,
sinite me prius perspectare, ne uspiam insidiae sient,
concilium quod habere volumus. nam opus est nunc tuto loco,
unde inimicus ne quis nostri spolia capiat consili.
PA. Weilet innerhalb der Schwelle noch ein wenig, Pleusikles,
Lasst zuvor hinaus mich spähen, ob nicht wo ein Hinterhalt.
Denn wir wollen Rates pflegen. Not tut uns ein sichrer Ort,
Wo der Feind an unsrer Beratung keinen Raub begehen kann.
600 nam bene consultum inconsultum est, si id inimicis usuist,
neque potest, quin, si id inimicis usuist, obsit tibi;
nam bene <consultum> consilium surripitur saepissime,
si minus cum cura aut cautela locus loquendi lectus est.
quippe qui, si rescivere inimici consilium tuom,
Denn ein gut beratner Ratschluss wird gar oft mit List entwandt,
Ist der Ort der Unterredung nicht sehr sorgsam ausgesucht.
Guter Rat wird häufig ratlos, wenn er den Feinden Nutzen schafft;
Doch ist er den Feinden nützlich, schadet er notwendig dir.
Denn die Feinde, wenn dein Ratschlag ihnen bekannt geworden ist,
605 tuopte tibi consilio occludunt linguam et constringunt manus,
atque eadem, quae illis voluisti facere, illi faciunt tibi.
sed speculabor, ne quis aut hinc aut ab laeva aut dextera
nostro consilio venator adsit cum auritis plagis.
sterilis hinc prospectus usque ad ultumam est plateam probe.
Binden dir mit deinem eignen Rate Zung' und Hände fest,
Und dasselbe, was du ihnen antun wolltest, tun sie dir.
Doch ich werde spähn, dass keiner, nicht von rechts her noch von links,
Unserm Rat als Fallensteller sich mit Ohrennetzen naht. –
Eine Wüste ist die Aussicht bis zum Straßenende hin;
610 evocabo. heus Periplectomene et Pleusicles, progredimini!
Pe. Ecce nos tibi oboedientes. Pa. Facilest imperium in bonis.
sed volo scire: eodem consilio, quod intus meditati sumus,
gerimus rem? Pe. Magis non potest esse ad rem utibile. Pa. †Immo†
quid tibi, Pleusicles? Pl. Quodne vobis placeat, displiceat mihi?
Rufen will ich. Periplektomenus! Pleusikles, he! Kommt jetzt heraus!
PE. Sieh', wir zollen dir Gehorsam. PA. Bravem Volk befiehlt sich leicht.
Doch ich wüsste gern, ob wir dem Rat, den drinnen wir erdacht,
Jetzt nachhandeln. PE. Nein, kein andrer scheint mir möglich für den Fall.
Was denkst du? PL. Was euch gefällig, sollte mir missfällig sein?
615 quis homo sit magis meus quam tu es? Pa. Loquere lepide et commode.
Pe. Pol ita decet hunc facere. Pl. At hoc me facinus miserum macerat
meumque cor corpusque cruciat. Pe. Quid id est quod cruciat? cedo.
Pl. Me tibi istuc aetatis homini facinora puerilia
obicere, neque te decora neque tuis virtutibus;
Wer steht näher mir als du wohl? PE. Freundlich und höflich redest du.
PA. Ja, so steht's ihm an. PL. Doch diese Sache martert mich mit Macht,
Quält mir kläglich Kopf und Körper. PA. Quält dich kläglich? Komm, was ist's?
PL. Dass ich einem Mann von deinem Alter Knabenstreiche noch
Mute zu; dass, was für dich und deine Würde sich nicht schickt,
620 ea te expetere ex opibus summis mei honoris gratia
mihique amanti ire opitulatum atque ea te facere facinora,
quae istaec aetas fugere facta magis quam sectari solet:
eam pudet me tibi in senecta obicere sollicitudinem.
Pa. Novo modo tu homo amas, siquidem te quicquam, quod faxis, pudet;
Ich erbitte; dass mit allen Mitteln mir zu Ehren du
Meiner Liebe zum Beistand eilest, und zu Dingen dich verdingst,
Die in deinem Alter lieber man vermeidet als betreibt.
Solche Sorgen dir im Alter, zuzumuten, schäm' ich mich.
PE. Eine neue Art zu lieben! Wenn du irgend dich noch schämst,
625 nihil amas, umbra es amantis magis quam amator, Pleusicles.
Pl. Hancine aetatem exercere mei me amoris gratia?
Pe. Quid ais tu? itane tibi ego videor oppido Acherunticus?
tam capularis? tamne tibi diu videor vitam vivere?
nam equidem haud sum natus annos praeter quinquaginta et quattuor,
Liebst du nicht; der Schatten bist du eines Verliebten, nicht verliebt.
PL. Solchen Greis wie dich mit meiner Liebschaft zu behelligen!
PE. Wie! Und hältst du mich denn gänzlich schon verfallen dem Acheron?
Schon mit einem Fuß im Grabe? Abgelebt und lebenssatt?
Bin ich doch wahrhaftig älter nicht als vierundfünfzig Jahr,
630 clare oculis video, pernix sum manibus, pedibus mobilis.
Pa. Si albicapillus hic, videtur neutiquam ab ingenio senex.
inest in hoc emussitata sua sibi ingenua indoles.
Pl. Pol id quidem experior ita esse ut praedicas, Palaestrio;
nam benignitas quidem huius oppido adulescentuli est.
Hellsichtig noch von Augen, rasch von Hand und schnell zu Fuß.
PA. Zeigt er dir auch greise Haare, ist er doch kein Greis an Geist.
Seine angeborne Weise steht ihm nach der Richtschnur fest.
PL. Wahrlich mir bewährt das ganz sich, wie du sagst, Palaestrio,
Denn die Güte dieses Mannes ist so recht nach Jünglingsart.
635



639
Pe. Immo, hospes, magis cum periclum facies, magis nosces meam
comitatem erga te amantem. Pl. Quid opus nota noscere?
Pe. Ut apud te exemplum experiundi habeas, ne quaeras foris;
nam nisi qui ipse amavit, aegre amantis ingenium inspicit:
PE. Ja, je mehr du den Versuch machst, wirst du meine Freundlichkeit
Gegen dich erkennen, Gastfreund. PL. Schon genug erkannt' ich sie.
PE. Zeigen werd' ich mehr als rühmen mein gefälliges Gemüt.
Was du an dir selbst erfahren kannst, das suche draußen nicht.
Denn wer selbst nicht liebte, kennt auch eines Verliebten Stimmung nicht.
640 et ego amoris aliquantum habeo umorisque etiam in corpore,
nequedum exarui ex amoenis rebus et voluptariis.
vel cavillator facetus vel conviva commodus
item ero, neque ego oblocutor sum alteri in convivio:
incommoditate abstinere me apud convivas commodo
Doch mir wärmt noch etwas Liebe, wärmen Triebe noch das Blut;
Noch bin ich nicht ausgedörrt für sanfte Lieb' und muntern Scherz,
Noch kann ich ein heitrer Spötter und geselliger Kumpan
Bei dem Gastmahl sein und falle keinem andern in das Wort,
Weiß zu hüten mich zur rechten Zeit, um keinem andern Gast
645 commemini et meae orationis iustam partem persequi
et meam partem itidem tacere, quom aliena est oratio;
minime sputator, screator sum, itidem minime mucidus:
post Ephesi sum natus, non enim in Apulis; non sum Animula.
Pa. O lepidum senem, in se si, quas memorat, virtutis habet,
Unbequem zu werden, rede just zur rechten Zeit mein Teil,
Schweige just zur rechten Zeit auch, wenn am Wort ein anderer ist.
Niemals räuspr' ich mich und spuck' ich, trocken bleibt die Nase mir.
Kurz: aus Ephesus stamm' ich, nicht aus Animula in Apulien.
PA. O des liebenswürdgen Alten, wenn er begabt ist, wie er sagt!
650 atque equidem plane educatum in nutricatu Venerio.
Pe. Plus dabo, quam praedicabo, ex me venustatis tibi.
neque ego umquam alienum scortum subigito in convivio,
neque praeripio pulpamentum neque praevorto poculum,
neque per vinum umquam ex me exoritur discidium in convivio:
Ja, wahrhaftig, Venus selber zog ihn auf in ihrem Schoß.
PE. Mehr als ich mit Worten preise, wirst du an Freundlichkeit erfahr'n.
Nie vergreif' ich an eines andern Buhlerin mich beim Gelag',
Reiße mich nicht um Leckerbissen, stoße nicht die Becher um,
Fange nie, vom Wein benommen, Zänkerein beim Gastmahl an.
655 si quis ibi est odiosus, abeo domum, sermonem segrego;
Venerem, amorem amoenitatemque accubans exerceo.
Pa. Tui quidem edepol omnes mores ad venustatem valent;
cedo tris mi hominis aurichalco contra cum istis moribus.
Pl. At quidem illuc aetatis qui sit, non invenies alterum
Ist mir einer lästig, red' ich nicht mit ihm und geh nach Haus.
Venus' Lust und Amors heiterer Spiele pfleg' ich auf dem kühlen Pfühl.
PA. Deine Sitten gipfeln alle, ja bei Gott, in Freundlichkeit.
Bring' drei Menschen mir von dieser Art: ich wiege mit Gold sie auf.
PL. Einen andern dieses Alters findest du nicht, der wie er
660 lepidiorem ad omnis res nec, qui amicus amico sit magis.
Pe. Tute me ut fateare faciam esse adulescentem moribus,
ita apud omnis comparebo tibi res bene factis frequens.
opusne erit tibi advocato tristi, iracundo? ecce me;
opusne leni? leniorem dices, quam mutum est mare,
Gut gelaunt zu allen Dingen, so dem Freunde treu als Freund.
PE. Nun, du sollst mir noch gestehn, dass ich ein Jüngling bin von Herz:
So will mit Gefälligkeiten ich dir dienen in jedem Stück.
Ist ein Anwalt dir vonnöten, finster und zornig, so bin ich's.
Brauchst Du einen sanften? Sanfter bin ich als das stille Meer.
665 liquidiusculusque ero, quam ventus est favonius.
vel hilarissimum convivam hinc indidem expromam tibi,
pel primarium parasitum atque obsonatorem optumum;
tum ad saltandum non cinaedus malacus aequest atque ego.
Pa. Quid ad illas artis optassis, si optio eveniat tibi?
Lieblicher lächelnd, süßer säuselnd wie wenn weicher Westwind weht.
Auf der Stelle bin ich wieder dein vergnügter Zechkumpan,
Bin Schmarotzer erster Klasse, bin der beste Marktagent.
Und zum Tanzen ist kein Mannweib des Balletts gelenk wie ich.
PA. Stände der Wunsch dir frei, was wünschtest zu den Künsten du noch hinzu?
670 Pl. Huius pro meritis ut referri pariter possit gratia,
tibique, quibus nunc me esse experior summae sollicitudini.
at tibi tanto sumptui esse mihi molestumst. Pe. Morus es.
nam in mala uxore atque inimico, si quid sumas, sumptus est,
in bono hospite atque amico quaestus est, quod sumitur,
PL. Dass ich ihm für seine Dienste zahlen könnte mit gleichem Dank
Und auch dir, da ich zur größten Sorg' und Last euch beiden bin.
Doch dass dir ich solche Kosten mache, quält mich. PE. Sei kein Narr.
Kosten nenn' ich, was ein Kind mich kostet oder ein schlimmes Weib;
Was ein lieber Gastfreund kostet, rechn' ich als Erwerb mir an,
675 et quod in divinis rebus sumptumst, sapienti lucrumst.
deum virtute est, te unde hospitio accipiam apud me comiter:
es, bibe, animo obsequere mecum atque onera te hilaritudine.
liberae sunt aedis, liber sum autem ego: mei volo vivere.
nam mihi, deum virtute dicam, propter divitias meas
Wie dem Weisen als Gewinn gilt, was beim Opfer er verbraucht.
Gastlich dich bei mir zu empfangen, gab mir Götterhuld genug.
Iss und trink', sei guter Dinge und erheitre dich mit mir.
Frei steht dir mein Haus, auch ich bin frei und lebe selbstbestimmt.
Dank den Göttern kann ich sagen: mein Vermögen erlaubte mir
680 licuit uxorem dotatam genere summo ducere;
sed nolo mi oblatratricem in aedis intro mittere.
Pa. Cur non vis? nam procreare liberos lepidumst onus.
Pe. Hercle vero liberum esse tete, id multo lepidiust.
Pa. Tu homo et alteri sapienter potis es consulere et tibi.
Wohl ein Weib mit reicher Mitgift und vom höchsten Stand zu frein;
Doch ich nehme mir mein Lebtag keine Kläfferin ins Haus.
PL. Und warum nicht? Kinderzeugen ist ein heiteres Geschäft.
PE. Doch bei allen Göttern, frei sein ist um vieles heitrer noch.
PA. Du bist ein Mensch und taugst zu weisem Rat für andere und dich..
685 Pe. Nam bona uxor suave ductust, si sit usquam gentium,
ubi ea possit inveniri; verum egone eam ducam domum,
quae mihi numquam hoc dicat ‘eme, mi vir, lanam, unde tibi pallium
malacum et calidum conficiatur tunicaeque hibernae bonae,
ne algeas hac hieme’ (hoc numquam verbum ex uxore audias),
PE. Süß ein gutes Eheweib, wenn auf der Welt es eine gibt,
Wo ist das zu finden? Oder soll ich eine mir ins Haus
Bringen, die mir nie sagt: "Kauf' dir Wolle, Männchen, lass' dir draus
Einen warmen, weichen Mantel, einen guten Winterrock
Gegen die Kälte machen" –? Nimmer hörst du von der Frau das Wort.
690 verum prius, quam galli cantent, quae me e somno suscitet,
dicat ‘da, mi vir, kalendis meam qui matrem munerem,
da, qui faciam condimenta, da quod dem quinquatribus
praecantrici, coniectrici, hariolae atque haruspicae;
flagitiumst, si nil mittetur, quae supercilio spicit;
Nein, noch ehe der Hahnenschrei mich aus dem Schlaf weckt, sagt sie mir:
"Mann, gib Geld, dass ich am ersten März meine Mutter beschenken kann.
Gib mir Geld; einmachen muss ich; gib mir zum Minervafest
Für Vorsängerin, Prophetin, Gauklerin, Wahrsagerin.
Ein anständig Geschenk auch schickt sich für die Kindbettsühnerin.
695 tum plicatricem clementer non potest, quin munerem;
iam pridem, quia nihil abstulerit, suscenset ceriaria;
tum opstetrix expostulavit mecum, parum missum sibi;
quid? nutrici non missuru's quicquam, quae vernas alit?’
haec atque horum similia alia damna multa mulierum
Lange schon, da leer sie ausging, ist ganz böse die Wärterin.
Die Wehmutter hat gescholten, dass zu wenig sie bekam.
Wirst du nichts der Amme schicken, die die Sklavenkinder nährt?
Schimpf und Schande ist's, schickst du nichts ihr; wie sie die Augenbrauen zieht!"
Dies und hundert Arten solches Unheil, das von Frauen kommt,
700 me uxore prohibent, mihi quae huius similes sermones serat.
Pa. Di tibi propitii sunt, nam hercle, si istam semel amiseris
libertatem, haud facile in eundem rusum restitues locum.
Pl. At illa laus est, magno in genere et in divitiis maxumis
liberos hominem educare, generi monumentum et sibi.
Hindern mich, ein Weib zu nehmen, das mir ähnliche Reden führt.
PA.
Wahrlich die Götter sind dir günstig; denn verlierst du einmal erst
Diese Freiheit, wirst du schwerlich diese Stellung dir erneun.
PL. Und doch, löblich ist's, wenn jemand, hoch von Rang und reich an Gut,
Kinder aufzieht, seinem Geschlecht zur Verewigung und sich selbst.
705 Pe. Quando habeo multos cognatos, quid opus est mihi liberis?
nunc bene vivo et fortunate atque, ut volo atque animo ut lubet.
mea bona in morte cognatis didam, inter eos partiam.
i apud me aderunt, me curabunt, visent quid agam, ecquid velim.
prius quam lucet, adsunt, rogitant, noctu ut somnum ceperim.
PE. Da ich viele Verwandte habe, was bedarf ich der Kinder noch?
Gut und glücklich leb' ich, wie es mir gefällt und mir behagt.
Meinen Verwandten versprech' ich ihnen zu vererben all mein Gut:
Die sind da, umsorgen mich, sehn, wie mir's geht, ob ich was will.
Eh' es tagt, schon sind sie da und fragen, wie ich nachts geruht.
710 eos pro liberis habebo, qui mihi mittunt munera.
sacrificant: dant inde partem mihi maiorem quam sibi,
abducunt ad exta; me ad se ad prandium, ad cenam vocant;
ille miserrumum se retur, minimum qui misit mihi.
illi inter se certant donis, egomet mecum mussito:
Die sind mit so gut wie Kinder, die mir schicken ein Geschenk.
Opfern sie, so wird der größte Teil für mich zurückgelegt.
Zu dem Opferschmaus, zum Frühstück und zur Mahlzeit lädt man mich.
Der dünkt sich ganz unglückselig, der am wenigsten geschickt.
Sie wetteifern mit Geschenken und ich murml' in meinen Bart:
715 bona mea inhiant, me certatim nutricant et munerant.
Pa. Nimis bona ratione nimiumque ad tete et tuam vitam habes:
et tibi sunt gemini et trigemini, si te bene habes, filii.
Pe. Pol si habuissem, satis cepissem miseriarum e liberis:
"Schnappt nach meinem Geld, wenn eifrig ihr mich pflegt und reich beschenkt!"
PA. Nun, mit trefflichem Verstande sorgst du für dein Gut und dich.
Wem's so gut wird, der hat Kinder: Zwillinge, ja Drillinge.
PE. Wahrlich, nein! Wenn ich sie hätte, hätt' ich Jammer genug davon.
720 continuo excruciarer animi: si ei forte fuisset febris,
censerem emori; cecidissetve ebrius aut de equo uspiam,
metuerem, ne ibi diffregisset crura aut cervices sibi.
Pa. Huic homini dignum est divitias esse et diu vitam dari,
qui et rem servat et se bene habet suisque amicis usui est.
Ewig würde mein Herz sich quälen. Käme das Fieber einen an,
Würd' ich denken, er müsste sterben; fiele betrunken er vom Pferd,
Würd' ich fürchten, dass beim Fallen er zerbrochen Hals und Bein.
PA. Reichtum und ein langes Leben hat ein solcher Mann verdient,
Der das Seine wahrt, sich gut hält und der Seinen Gutes gönnt.
725 Pl. O lepidum caput. ita me di deaeque ament, aequom fuit
deos paravisse, uno exemplo ne omnes vitam viverent;
sicut merci pretium statuit, qui est probus agoranomus:
quae probast mers, pretium ei statuit, pro virtute ut veneat,
quae improbast, pro mercis vitio dominum pretio pauperat,
PL. Oh, welch nette Mensch! Bei aller Götter und Göttinnen Huld,
Billig wär's, ihr gäbt dasselbe Lebenslos nicht jedermann.
Wie ein rechter Marktverwalter jeder Ware den Preis bestimmt,
Dass, was gut ist und vortrefflich, auch bezahlt wird nach dem Wert,
Und der schlechten Ware Fehler den Verkäufer ärmer lässt,
730 itidem divos dispertisse vitam humanam aequom fuit:
qui lepide ingeniatus esset, vitam ei longinquam darent,
qui improbi essent et scelesti, is adimerent animam cito.
si hoc paravissent, et homines essent minus multi mali
et minus audacter scelesta facerent facta, et postea,
Also sollten billig die Götter unterscheiden des Menschen Los,
Dass sie freundlichen Naturen längres Dasein auch verlieh'n,
Doch den Bösen und Verbrechern rasch auslöschen das Lebenslicht.
Hätten so sie's eingerichtet, würden wen'ger Böse sein,
Würden weniger frech sie schlechte Streiche spielen, und hinterher
735 qui homines probi essent, esset is annona vilior.
Pe. Qui deorum consilia culpet, stultus inscitusque sit,
quique eos vituperet. nunc istis rebus desisti decet.
nunc volo opsonare, ut, hospes, tua te ex virtute et mea
meae domi accipiam benigne, lepide et lepidis victibus.
Wäre für rechtschaffne Leute billiger ihr täglich Brot.
PE. Wer der Götter Ratschluss anklagt, ist ein unverständ'ger Tor,
Sogar der, der sie nur tadelt. Aber lassen wir das jetzt.
Speise will ich kaufen, dass ich deiner und meiner würdig dich
Freundlich kann bei mir bewirten, nett mit nettem Proviant.
740 Pl. Nihil me paenitet iam, quanto sumptui fuerim tibi;
nam hospes nullus tam in amici hospitium devorti potest,
quin, ubi triduom continuom fuerit, iam odiosus siet;
verum ubi dies decem continuos sit, east odiorum Ilias:
tam etsi dominus non invitus patitur, servi murmurant.
PL. Und mich soll's nicht schmerzen, dass ich so in Kosten dich gesetzt?
Denn nie kehrt selbst in des besten Freundes Haus ein Gastfreund ein,
Dass er nicht schon nach drei Tagen auf sich zieht des Hauses Hass.
Aber bleibt er gar zehn Tage, trifft ihn rechter Iliashass,
Und wenn auch der Herr ihn willig duldet, murret doch die Sklavenschar.
745 Pe. Serviendae servituti ego servos instruxi mihi,
hospes, non qui mi imperarent, quibusve ego essem obnoxius:
si illis aegrest, mihi quod volup est, meo remigio rem gero,
tamen id, quod odiost, faciundumst cum malo atque ingratiis.
nunc, quod occepi, opsonatum pergam. Pl. Si certumst tibi,
PE. Mir dienstfertig stets zu dienen lehrt' ich meine Dienerschaft,
Gastfreund, nicht mir zu befehlen, so dass ich gehorchen muss.
Wenn sie verdrießt, was mir genehm ist, steur' ich meinen strikten Strich,
Was sie hassen, tun sie wider Willen notgedrungen doch.
Doch jetzt setz' ich meinen Weg fort, Speise zu holen. PL. Willst Du das,
750 commodulum obsona, ne magno sumptu: mihi quidvis sat est.
Pe. Quin tu istanc orationem hinc veterem atque antiquam amoves?
proletario sermone nunc quidem, hospes, utere;
nam ei solent, quando accubuere, ubi cena adpositast, dicere:
‘quid opus fuit hoc sumptu sumpto tanto nostra gratia?
Hole nur wenig ohne große Kosten, mir ist alles recht.
PE. Solch Gered' ist aus der Mod' und höchst altfränkisch, lass das, Freund!
Eine Sprache führst du, wie sie nur für Proletarier passt.
Diese, wenn sie Platz genommen um den Tisch, und das Essen kommt,
Sprechen: "Ach, was soll so großer Aufwand unseretwegen doch?
755 insanivisti hercle, nam idem hoc hominibus sat erat decem.’
quod eorum causa obsonatumst culpant et comedunt tamen.
Pa. Fit pol illud ad illud exemplum. ut docte et perspecte sapit.
Pe. Sed eidem homines numquam dicunt, quamquam adpositumst ampliter:
‘iube illud demi; tolle hanc patinam; remove pernam, nil moror;
Nein, wahrhaftig, unklug bist du; das war ja für zehn genug!"
Was man ihrethalb gekauft hat, schmähn sie und verzehren's doch.
PA. Wahrlich, ja, so grade tun sie: Wie erfahren und gescheit!
PE. Doch dieselben sagen niemals, wenn man reichlich aufgesetzt:
"Nimm das fort! Setz' weg die Schüssel; spare den Schinken; ich ess' ihn nicht.
760 aufer illam offam porcinam, probus hic conger frigidus,
remove, abi aufer’ neminem eorum haec adseverare audias,
sed procellunt se et procumbunt dimidiati, dum appetunt.
Pa. Bonus bene ut malos descripsit mores. Pe. Haud centesimam
partem dixi atque, otium rei si sit, possum expromere.
Lass das Schweinsragout abtragen! Meeraal schmeckt auch kalt recht gut.
Nimm, geh' und trag' ab!" Das hörst du keinen sagen von der Art.
Nein, sie werfen, stürzen bis zur Brust sich gierig auf's Menu.
PA. Oh, wie fein der Feine grobe Sitten malt! PE. Kein Hundertstel
Hab' ich gesagt von allem, womit ich dienen könnte, hätt' ich Zeit.
765 Pa. Igitur id, quod agitur, huice primum praeverti decet.
nunc hoc animum advortite ambo. mihi opus est opera tua,
Periplectomene; nam ego inveni lepidam sycophantiam,
qui admutiletur miles usque caesariatus atque uti
huic amanti ac Philocomasio hanc ecficiamus copiam,
PA. Nun, so lasst denn das, was Not tut, unsere erste Sorge sein.
Merkt jetzt beide wohl; mir ist dein Beistand, Periplektomenus,
Nötig; denn ich hab' ein feines Stück Intrige mir erdacht,
Wie wir jenen langgelockten Landsknecht zwicken und zugleich
Diesen Verliebten und Philokomasium setzen in den Stand, dass er
770 ut hic eam abducat habeatque. Pe. Dari istanc rationem volo.
Pa. At ego mi anulum dari istunc tuom volo. Pe. Quam ad rem usui est?
Pa. Quando habebo, igitur rationem mearum fabricarum dabo.
Pe. Utere, accipe. Pa. Accipe a me rusum rationem doli,
quam institui. Pl. Perpurigatis damus tibi ambo operam auribus.
Als sein eigen sie entführe. PE. Nun, wie fingst du das wohl an?
PA. Gib zuerst mir deinen Ring da. PE. Und zu welchem Zwecke das?
PA. Erst muss ich ihn haben, eh' ich dir erkläre meinen Plan.
PE. Nimm, hier ist er. PA. Und hier ist auch die Erklärung meiner List,
Die ich ersonnen. PE. Mit geputzten Ohren hör'n wir beid' auf dich.
775 Pa. Erus meus ita magnus moechus mulierum est, ut neminem
fuisse aeque neque futurum credo. Pl. Credo ego istuc idem.
Pa. Isque Alexandri praestare praedicat formae suam,
itaque omnis se ultro sectari in Epheso memorat mulieres.
Pe. Edepol qui te de isto multi cupiunt nunc mentirier,
PA. Mein Gebieter ist ein solcher Weiberjäger, wie es nie
Einen zweiten gab, noch, glaub' ich, geben wird. PE. Das glaub' ich auch.
PA. Und er meint, dass ihm an Schönheit Paris selbst nicht komme gleich:
Also prahlt' er, ihn verfolgten alle Weiber in Ephesus.
PE. Viele freilich möchten wünschen, dass du das von ihm erlügst;
780 sed ego ita esse, ut dicis, teneo pulchre. proin, Palaestrio,
quam potis tam verba confer maxime ad compendium.
Pa. Ecquam tu potes reperire forma lepida mulierem,
cui facetiarum cor pectusque sit plenum et doli?
Pe. Ingenuamne an libertinam? Pa. Aequi istuc facio, dum modo
Doch ich weiß, dass du die Wahrheit sprichst. Darum, Palaestrio,
Richte deine Worte nur so kurz ein, wie du irgend kannst
PA. Kannst du mir ein nettes Weibsbild finden von seinem Äußeren,.
Deren Leib und Seele voll von List und witzigen Launen steckt?
PE. Frei geboren oder gelassen? PA. Das ist gleich, gibst du mir nur
785 eam des, quae sit quaestuosa, quae alat corpus corpore,
cuique sapiat pectus; nam cor non potest, quod nulla habet.
Pe. Lautam vis an quae nondum sit lauta? Pa. Sic consucidam,
quam lepidissimam potis quamque adulescentem maxume.
Pe. Habeo eccillam meam clientam, meretricem adulescentulam.
Eine recht Gewerbverständige, die den Leib nährt mit dem Leib.
Von gescheiten Kopf – ich sage nicht von Geist – den keiner hat.
PE. Eine durchtriebene oder noch nicht durchgetriebne? PA. Körnig, frisch
Muss sie sein, so nett wie möglich und so jung wie möglich auch.
PE. Oh, da hab' ich eine Klientin, eine junge Buhlerin.
790 sed quid ea usus est? Pa. Ut ad te eam iam deducas domum
itaque eam huc ornatam adducas, ex matronarum modo,
capite compto, crinis vittasque habeat, adsimuletque se
tuam esse uxorem: ita praecipiundum est. Pl. Erro, quam insistas viam.
Pa. At scietis. sed ecquae ancillast illi? Pe. Est prime cata.
Aber wozu soll sie? PA. Dass du in dein Haus zu dir sie nimmst,
Und sie wohl geschmückt hierherführst, nach vornehmer Frauen Art,
Mit gesträhltem Haar und Schleier, und sie für dein ehrlich Weib
Ausgibst; denn so musst du sagen. PE. Noch ist mir dein Weg nicht klar.
PA. Wird's gleich werden. Hat sie eine Magd auch? PE. Ja, und die ist schlau.
795 Pa. Ea quoque opus est. ita praecipito mulieri atque ancillulae,
ut simulet se tuam esse uxorem et deperire hunc militem,
quasique hunc anulum faveae suae dederit, ea porro mihi,
militi ut darem, quasique ego rei sim interpres. Pe. Audio;
ne me surdum esse arbitrare, si audes. ego recte meis
PA. So gebrauch' ich sie. Nun sage diesem Weib und ihrer Magd,
Dass sie als deine Frau sich stelle und in meinen Herrn verliebt;
Und als habe den Ring sie ihrer Zofe gegeben, diese mir,
Dass ich dem Soldaten ihn gäbe als Vermittler. PE. Ich höre schon.
Glaube bitte, ja nicht, dass ich taub schon sei! PA. Noch tun recht
799a auribus utor * * * * Pa. * * * * Meine Ohren ihren Dienst * * * * Pa. * * * *
800 ei dabo, aps tua mi uxore dicam delatum et datum,
ut sese ad eum conciliarem; ille eiusmodi est: cupiet miser,
qui nisi adulterio studiosus rei nulli aliaest improbus.
Pe. Non potuit reperire, si ipsi Soli quaerendas dares,
lepidiores duas ad hanc rem quam ego. habe animum bonum.
Geb' ihn ihm und sage, dass ihn deine Frau mir überbracht,
Dass ich ihr sein Herz gewinne. Gieren wird nach seiner Art
Dann der Schurke; denn er treibt mit Eifer nichts als Ehebruch.
PE. Helios selber, hätt' er suchen sollen, konnte nimmer zwei
Nettre Mädchen dazu finden, als ich fand. Sei guten Muts.
805 Pa. Ergo adcura, sed propere opus est. nunc tu ausculta, Pleusicles.
Pl. Tibi sum oboediens.Pa. Hoc facito, miles domum ubi advenerit,
memineris, ne Philocomasium nomines. Pl. Quem nominem?
Pa. Diceam. Pl. Nempe eandem, quae dudum constitutast. Pa. Pax, abi.
Pl. Meminero. sed quid meminisse id refert, rogo ego te tamen.
PA. So besorg' es: es hat Eile. Höre du jetzt, Pleusikles.
PL. Ganz zu Diensten. PA. Tue dies denn: Wenn der Soldat hier angelangt,
Nenne nie Philokomasium. PL. Wen denn sonst an ihrer Statt?
PA. Dikaea! PL. Darüber waren längst wir einig. PA. Schluss jetzt! Geh'!
PL. Denken will ich dran; doch was es nützen soll, frag' ich gleichwohl.
810 Pa. Ego enim dicam tum, quando usus poscet; interea tace,
ut nunc etiam hic agat, ac tu tum partis defendas tuas.
Pl. Ego eo intro igitur. — Pa. Et, praecepta sobrie ut cures, face.
PA. Wenn es an der Zeit ist, werd' ich's sagen; unterdessen schweig,
Dass auch der jetzt hier agiert, und du dann deinen Part vertrittst.
PL. Nun, ich geh' hinein. PA. So geh' und tu' bedacht, was ich gebot.
Sententiae excerptae:
w30
266 de vesperi vivat suo.
  er lebt auf eigene Kosten, führt eine unabhängige Existenz.
  Plaut.Mil.995
81 facile est imperium in bonos
  Gute lassen sich leicht beherrschen
  Plaut.Mil.611
243 Me habent venalem.
  Ich bin verraten und verkauft.
  Plaut.Mil.580
Literatur:

10 Funde
4123  Abel, K.
Die Plautusprologe
Diss.Frankfurt/M. 1955.
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3094  Bardt, C.
Römische Komödien, deutsch von C. Bardt I. Plautus: Der Schatz (Aulularia), Die Zwillinge (Menaechmi), Terenz: Das Mädchen von Andros (Andria), Die Brüder (Adelphoi). II. Plautus: Die Gefangenen (Captivi), Der Bramarbas (Miles gloriosus), Der Schiffbruch (Rudens); Terenz: Der Selbstquäler (Hautontimorumenos)
Berlin, Weidmann, I: 1903, II: 1907
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4124  Bubel
Bibliographie zu Plautus 1976 - 1989. Hrsg. v. Bubel, Frank. 1992.
1992.
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4128  Plautus / Brix
Ausgewählte Komödien, f.d.Schulgebr. erkl.v. J.Brix/ M.Niemeyer, Bdchen 4: Miles gloriosus. 4.A., bearb.v. O.Köhler. 1916
1916
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4130  Plautus / Hammond
Plautus: Miles gloriosus, ed.with an introd.and notes by M.Hammond / A.M.Mack / W.Moskalew.
1963
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3095  Plautus / Hertzberg, W.A.B.
T.Maccius Plautus. Ausgewählte Komödien im Versmaß der Urschrift übersetzt von W.A.B. Hertzberg (mit Anmerkungen)(Trinummus, Miles gloriosus, Captivi, Rudens)
Stuttgart (Metzler) 1861
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4126  Plautus / Lorenz
Plautus: Ausgewählte Komödien, erkl.v. A.O.F.Lorenz, Bd. 3: Miles Gloriosus.
Berlin, Weidmann 1869, 2/1886.
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4120  Plautus / Rau
Peter Rau. Plautus, Komödien – IV: Miles gloriosus – Mostellaria – Persa: Lateinisch und deutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert.
Darmstadt: WBG, 2008
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4132  Plautus / Rau
T. Maccius Plautus: Miles gloriosus, Der glorreiche Hauptmann, (lat. /dtsch) übers. u. herausgeg. v. Peter Rau
Stuttgart, Reclam, 1984
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3009  Plautus / Terenz / Walther Ludwig
Antike Komödien. Plautus / Terenz, in zwei Bänden herausgegeben (mit Nachwort und Anmerkungen). Plautus in einer grundlegenden Neubearbeitung der Übersetzung von Wilhelm Binder (Stuttgart 1864ff.), Terenz in der Übersetzung von J.J. Donner (Leipzig und Heidelberg 1864)
Darmstadt, WBG, 1966
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