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C.Valerii Catulli Veronensis

carmina

Catull.5 

Kussgedicht

 

 
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1
Vivamus, mea Lesbia, atque amemus,
Lass uns leben, mein Mädchen, und uns lieben,
2 rumoresque senum severiorum  Und der mürrischen Alten üble Reden
3 omnes unius aestimemus assis. Auch nicht höher als einen Pfennig achten.
4 soles occidere et redire possunt: Sieh, die Sonne, sie geht und kehret wieder:
5
nobis, cum semel occidit brevis lux, Wir nur, geht uns das kurze Licht des Lebens
6 nox est perpetua una dormienda. Unter, schlafen dort eine  lange Nacht durch.
7 da mi basia mille, deinde centum, Gib mir tausend und hunderttausend Küsse,
8 dein mille altera, dein secunda centum, Noch ein Tausend und noch ein Hunderttausend,
9 deinde usque altera mille, deinde centum. Wieder tausend und aber hunderttausend!
10 dein, cum milia multa fecerimus, Sind viel tausend geküsst, dann mischen wir sie
11 conturbabimus illa, ne sciamus, Durcheinander, dass keins die Zahl mehr wisse
12 aut nequis malus invidere possit, Und kein Neider ein böses Stück uns spiele,
13 cum tantum sciat esse basiorum.  Wenn er weiß, wie der Küsse gar so viel sind.
     
Versmaß:   Phalaeceus (Hendekasyllabus)
Übersetzung: E.Mörike, 13  
Phalaeceus
Aufgabenvorschläge:
  1. Wie nennt man den stilistischen Gebrauch von "vivere", wenn es nicht im wörtlichen Sinn (Gegenbegriff "von tot sein"), sondern im Sinne der "richtigen und erfüllten Lebensgestaltung" zu verstehen ist?
  2. Hat "atque" (1) kopulativen oder explikativen Charakter? Inwiefern gewinnt der 1. Vers aus dem inhaltlichen Bezug der beiden adhortativen Konjunktive und der Zwischenstellung des Namens der angebeteten Lesbia programmatischen Charakter für das ganze Gedicht?
  3. Gliedern Sie das Gedicht in drei Hauptabschnitte und bestimmen Sie ihr gegenseitiges Verhältnis! (Beachten Sie dabei die Modi der Prädikate!)
  4. Der Lebensentwurf eines jungen ambitionierten Römers zielt üblicherweise auf eine herausragende militärische, juristische oder politische Position. In welcher Richtung erwartet Catull (zumindest in diesem Gedicht) die Erfüllung seines Lebens?
    Allgemein-römischer Lebensentwurf
    Catulls Lebensentwurf
    Integration
    Rückzug in die Privatheit
    Gesellschaft
    Zweierbeziehung
    öffentlicher Dienst
    Liebe(sdienst)
    machtvolles imperium
    zarter Kuss
  5. Aus welcher Dimension heraus begründet Catull seine Haltung?
    Catull.05 Soles occidere et redire possunt.
  6. Vss.4-6 stellen den Menschen bildhaft in seinen Zusammenhang mit der Natur.
    1. Was leistet dieses Bild? Hilfreich dazu ist die Weglassprobe: Könnten die folgenden Verse ohne das Bild in gleicher Weise verständlich werden?
    2. Veranschaulicht das Bild menschliches Verhalten durch die Naturgegebenheiten oder Naturabläufe durch eine menschliche Sehweise?
      • Beides durchdringt sich gegenseitig, so dass man von einem "Zirkel" sprechen kann.
        • "occidere, redire, lux, nox,...", ebenso die Vorstellung von Entstehen (Aufgang, Geburt), Vergehen (Untergang, Tod), Dauer (Tageszeit, Lebenszeit), Wiederkehrende Wiederholung (Sonnen, Küsse) lassen sich sowohl dem Natur- als auch dem menschlichen Bereich zuordnen, so dass ein "poetischer Identifikationsakt" stattfindet, der die Entsprechung sowohl in ihrer Parallelität als auch Gegensätzlichkeit "evident" erscheinen lässt (vgl. W.Killy, Elemente, S.21f.)
        • Die Forderung nach der unaufhörlichen Häufung der Küsse, gewinnt ihre poetische Begründung aus der unaufhörlichen Wiederkehr der Tage (rational aus dem fascinatio-Motiv).
      Zur Funktionsweise des Bildes vgl. W.Killy, Elemente, besonders S.21ff.)
  7. In welcher Weise machen sich die Erwartungen und Anfeindungen der Öffentlichkeit in diesem Gedicht vernehmbar? Wie schiebt Catull sie zur Seite?
    Anfeindungen
    Abwehr
    rumores senum severiorum 
    omnes unius aestimemus assis.
    ne quis malus invidere possit
    conturbabimus illa
  8. Ist das Lebensgefühl des Dichters zu seiner Zeit singulär oder trifft es eine Grundstimmung in der römischen Jugend?
  9. Wie wirkt auf Sie das anaphorische Ostinato von "dein(de)" im Schlussteil des Gedichtes?
  10. Vergleichen Sie Mart.6,34 (besonders unter dem Gesichtspunkt der existentiellen Betroffenheit und der literarischen Spielerei)!
Sententiae excerptae:
w40
Literatur:
Inhalt
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 10 | 13 | 22 | 31 | 32 | 41 | 42 | 43 | 45 | 46 | 49 | 50 | 51 | 58 | 69 | 70 | 72 | 73 | 75 | 76 | 78 | 83 | 84 | 85 | 86 | 87 | 92 | 93 | 95 | 96 | 101 | 102 104 | 107 | 109 | Ein | Bio |
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