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Epochen der politischen und kulturellen Entwicklung Griechenlands

Die archaische Zeit: Tabelle zur Geschichte

b) Vom 1. Hlg. Krieg und den Solonischen Reformen bis zum Ende der Peisistratiden (595-510)

 

 
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Geschichte

v.Chr.
 
Kultur
595
  • Archon: Philombrotos (Plut.Sol.14)
  • 595-586: 1. Heiliger (kirrhäischer, krissäischer) Krieg (Vgl.Verweis448 u. Verweis355). Die Delphische Amphiktionie (zs. mit Athen u. Sikyon) gegen die Phoker. Kirrha 591 zerstört, die Kirrhaier in den folgenden sechs Kriegsjahren ausgerottet und ihr Gebiet dem delphischen Apollon zugesprochen (Paus.2,9,6; Paus.10,37,4). Als beteiligte Feldherrn werden Solon von Athen und Kleisthenes, der Tyrann von Sikyon, genannt (Plut.Sol.11). Die Delphischen Spiele wurden neu geordnet: Sie werden mit Kriegsende erweitert und zum ersten Mal als ἀγὼν χρηματίτης (certamen pecuniarium) abgehalten. Mit diesem Datum beginnt auch ihre Zählung.
    Ath.13,10,10: καὶ ὁ Κρισαικὸς δὲ πόλεμος ὀνομαζόμενος, ὥς φησι Καλλισθένης ἐν τῷ περὶ τοῦ Ἱεροῦ Πολέμου [fr. Μ], ὅτε Κιρραῖοι πρὸς Φωκεῖς ἐπολέμησαν, δεκαέτης ἦν, ἁρπασάντων Κιρραίων τὴν Πελάγοντος τοῦ Φωκέως θυγατέρα Μεγιστὼ καὶ τὰς Ἀργείων θυγατέρας ἐπανιούσας ἐκ τοῦ Πυθικοῦ ἱεροῦ. δεκάτῳ δὲ ἔτει ἑάλω καὶ ἡ Κίρρα. Wie Kallisthenes in seiner Schrift über den Heiligen Krieg ausführt, dauerte auch der so genannte krissäische Krieg, als die Einwohner von Kirrha gegen die Phoker Krieg führten, zehn Jahre. Die Kirrhäer hatten Megisto, die Tochter des Phokers Pelagon und die Töchter der Argeier, als sie aus dem pythischen Tempel zurückkamen, entführt. Aber im zehnten Jahr wurde auch Kirrha eingenommen. (Übersetzung: E.Gottwein)
594
  • Archon: Solon (Euseb.)
  • Verfassungsreform und Gesetzgebung Solons (Seisachtheia, Timokratie: Bule, Heliaia, Ekklesia). 
  • Solon (polit. Elegie; Spruchdichtung)
  • Solon plant die Anlage der Agora in Athen, die bisher als Nekropole gedient hatte.
  • Früheste Anlage des Buleuterions auf der Agora von Athen.
593
  • Archon: Dropides
 
592
  • Olympionike (Ol.47,1): Eurykles aus Lakedaimon
  • Archon (od.591): Eukrates (Diog.Laert.1,101) [Solon (Aristot.Ath.Pol.14,1)]
  • Odessos (v. Miletos) an der Mündung des Panysos gegründet (Skymn.Ch.v.748)
 
591
  • Archon (od.592): Eukrates (Diog.Laert.1,101)
 
590
  • Archon: Simon (Marm.Par.37)
  • Pittakos wird 590 in Mytilene zum Schlichter (Aisymnetes) zw. Adel und Volk bestellt.
  • Tempel der Athena Chalkioikos und der Athena Orthia in Sparta
  • 590-570 Artemis-Tempel in Kerkyra.
589
   
588
  • Olympionike (Ol.48,1): Glykon aus Kroton
  • Archon: Philippos (Clem.Alex.Strom.1,21) [Anarchie nach Aristot.Ath.Pol.13,1]
  • Gründung von Apollonia (Ἀπολλωνία ἡ κατ’ Ἐπίδαμνον) durch Kerkyra (unter Beteiligung von Korinth) an der illyrischen Küste.
 
585
  • Periandros stirbt; es folgt sein Neffe Psammetichos, der letzte Tyrann v. Korinth
  • Sakadas aus Argos (melische Dichtung)

  • 28. Mai Totale Sonnenfinsternis, die Thales vorausgesagt hatte (s. 610 v.Chr.)
584
  • Olympionike (Ol.49,1): Lykinos aus Kroton
    Archon: Anarchie (nach Aristot.Ath.Pol.13,1)
 
583
  • Archon: Damasias (I) (Aristot.Ath.Pol.13,2; Marm.Par.38)
 
582
  • Archon: Damasias (II) (Aristot.Ath.Pol.13,2; Marm.Par.38)
  • Neuordnung der Isthmischen Spiele - 
  • Kleisthenes siegt beim ersten delpischen Wagenrennen.
  • 582-580 in Athen Anarchische Wirren durch Damasias
  • Akragas (v. Gela unter Mitwirkung von Rhodos) gegründet (Agrigentum) (Thuk.6,4: 108 Jahre nach Gela")
 
581
  • Archon: Damasias (III) (nach Aristot.Ath.Pol.13,2 zwei Monate)
  • Tyrannenherrschaft der Kypseliden in Korinth, die seit 655 andauerte, durch die Spartaner gestürzt.
 
580
  • Olympionike (Ol.50,1): Epitelidas aus Lakedaimon
  • Psammetichos, der Nachfolger Perianders in Korinth, gestürzt. Wiederherstellung der Grundbesitzeraristokratie. - 
  • Eleier und Spartaner zerstören Pisa
  • 580-555 Phalaris Tyrann v. Akragas
  • 580-480: Archaische Koren

 

579

Römische Geschichte

  • Lipara (v. Knidos u. Rhodos) gegründet (Thuk.3,88,2; Diod.5,9; Strab.p.275; Paus.10,11,3)

 

 
577
  • Archon: Archestratides (Dion.Hal.ant.4,1)
  • Smyrna von Alyattes erobert
 
576
  • Olympionike (Ol.51,1): Eratosthenes aus Kroton
 
572
  • Olympionike (Ol.52,1): Agis aus Elis
 
570
  • Archon: Aristomenes (Diog.Laert.1,79)
  • Kleisthenes stirbt. Ende der Tyrannenherrschaft in Sikyon. Gegen die Dorer hatte sich seine spöttische Änderung der alten Stammesnahmen in Ὑᾶται, Ὀνεᾶται, Χοιρεᾶται gerichtet (Herod.5,67f.), die erst 60 Jahre nach seinem Tod rückgängig gemacht wurde. Zur aufwendigen Heirat seiner Tochter Agariste mit dem Athener Megakles Herod.6,126-130. 
  • Bündnis zw. Elis und Heraia in Arkadien (ältester inschriftlich erhaltener Staatsvertrag)
  • Thessaler und Phoker von den Boiotern besiegt
  • Erste Anlage der Gerichtsstätte in Form eines quadratischen Hofes auf der Agora, die später, in kleisthenischer Zeit, zur Heliaia ausgebaut wird
  • Aisopos v. Sardeis (Prosafabeln) (ca. 620-564)
  • 570-488 Anakreon aus Teos (Wein- u- Liebeslieder) - 
  • Xenophanes aus Kolophon (Gründer der eleatischen Philosophie)
  • 570 Kalbträger (Moschophoros)
568
  • Olympionike (Ol.53,1): Agnon aus Peparethos
 
566
  • Archon: Hippokleides (Pherekyd.frg.20)
565
   
564
  • Olympionike (Ol.54,1): Hippostratos aus Kroton
 
563
 
561
  • Archon: Komeas (Marm.Par.40; Euseb.Chron.2,94)
  • 561-527: Peisistratos Tyrann in Athen. Es waren neue Parteienkämpfe zwischen den Diakriern (unter Peisistratos), den Paralern (unter dem Alkmaioniden Megakles) und den Pediaiern (unter Lykurgos) ausgebrochen. Peisistratos verschaffte sich durch List eine Leibwache und mit deren Hilfe die Tyrannis (Herod.1,59; Plut.Sol.30). Über die zurückhaltende Ausübung seiner Macht (Vgl. Thuk.6,59; Aristot.Pol.5,9,21; Plut.Sol.31):
    Herod.1,59,5: ἔνθα δὴ ὁ Πεισίστρατος ἦρχε Ἀθηναίων, οὔτε τιμὰς τὰς ἐούσας συνταράξας οὔτε θέσμια μεταλλάξας, ἐπί τε τοῖσι κατεστεῶσι ἔνεμε τὴν πόλιν κοσμέων καλῶς τε καὶ εὖ. Peisistratos herrschte nun über die Athener. Aber er setzte weder die bestehende Verfassung außer Kraft, noch änderte er Gesetze, sondern er verwaltete im Rahmen der bestehenden Ordnung die Stadt sinnvoll und gut. (Üb. E.Gottwein)
  • Der ältere Miltiades wird von den Dolonkern an den Hellespont auf die Thrakische Chersones gerufen.

 

 
560
  • Olympionike (Ol.54,1): Hippostratos aus Kroton (II)
  • Archon: Hegestratos (Nachfolger des Komeas, Plut.Sol.32)
  • Anaxandridas u. Ariston Könige v. Sparta. Nach Herod.1,67 regierten sie zur selben Zeit wie Kroisos. - Ephorat des Cheilon (Vorsichtsmaßnahmen gg. Tyrannis)
  • 560-546: Kroisos v. Lydien (geb.595) kommt nach dem Tod seines Vaters zur Macht. Er unterwirft in der Folge die kleinasiatischen Festlandgriechen (Herod.1,6: πρὸ δὲ τῆς Κροίσου ἀρχῆς πάντες Ἕλληνες ἦσαν ἐλεύθεροι; Herod.1,26f.). Eroberung v. Ephesos. Er wurde 546 nach 14-jähriger Regierung gestürzt.
  • Ibykos aus Rhegion (melische Dichter) blüht (Suda)
  • Anaximenes aus Miletos (Luft); 
  • Pherekydes v. Syros in Sparta
559
  • Archon: Hegestratos (Plut.Sol.32)
  • Herakleia (am Pontus) (v. Megara und dem boiotischen Tanagra aus gegründet) (Vgl. Xenoph.Anab.5,10,1; Paus.5,26,6; Diod.14,31)
  • Kyros gründet das Persische Reich. Nach Herod.1,214 herrschte er 24 Jahre, nach anderen Quellen 30 Jahre. Damit endet die seit 687 währende Vormacht der Meder.
    Herod.1,130: Ἀστυάγης μέν νυν βασιλεύσας ἐπ' ἔτεα πέντε καὶ τριήκοντα οὕτω τῆς βασιληίης κατεπαύσθη, Μῆδοι δὲ ὑπέκυψαν Πέρσῃσι διὰ τὴν τούτου πικρότητα, ἄρξαντες τῆς ἄνω Ἅλυος ποταμοῦ Ἀσίης ἐπ' ἔτεα τριήκοντα καὶ ἑκατὸν δυῶν δέοντα, παρὲξ ἢ ὅσον οἱ Σκύθαι ἦρχον. Ὑστέρῳ μέντοι χρόνῳ μετεμέλησέ τέ σφι ταῦτα ποιήσασι καὶ ἀπέστησαν ἀπὸ Δαρείου· ἀποστάντες δὲ ὀπίσω κατεστράφησαν μάχῃ νικηθέντες. So endete nach 35 Jahren als König die Macht des Astyages. Die Meder aber unterlagen durch seine Grausamkeit den Persern, nachdem sie zuvor 128 Jahre, abgerechnet die Herrschaftszeit der Skythen, Asien jenseits des Halys beherrscht hatten. Später freilich ließ sie ihre Bedauern, so gehandelt zu haben, von Dareios abfallen. Aber sie wurden erneut in einer Schlacht besiegt und so erneut unterworfen. (Übersetzung: E.Gottwein)
558
   
557
   
556
  • Archon: Hegesias (Aristot.Ath.Pol.14,3)
  • Vertreibung des Peisisistratos. Er  flieht nach Eretria und wirbt dort Söldner an. (Es wird auch von zwei Vertreibungen des Peisistratos berichtet. Die erste (554-548) habe friedlich mit einer Versöhnung mit dem Alkmaioniden Megakles geendet, die zweite (547-537) durch Waffengewalt (Herod.1,60-64; Arist.Pol.5,9,23; Thuk.6,59). 
  • Cheilon, der den "Sieben Weisen" zugeordnet ist, ist (eponymer) Ephoros in Sparta (Diog.Laert.1,68).
  • Weihegeschenke des Kroisos nach Delphi.

 

555
  • Archon: Euthydemos (Marm.Par.4)
 
554
  • Die Spartaner besiegen unter ihren Königen Anaxandridas u. Ariston Tegea, gegen das sie zuvor durchweg erfolglos geblieben waren. Sie hatten zuvor einem Orakelspruch entsprechend die Gebeine des Orestes zurückgeholt. Die Tegeaten waren seit dem geachtete Bundesgenossen (Herod.1,65-68; Paus.3,3,5). Die Datierung auf das Jahr 554 beruht auf dem von Herod.1,69 berichteten Zusammenfallen mit der Gesandtschaft des Kroisos nach Sparta.
553
  • 553-529: Kyros Perserkönig
 
550
  • Theben ist Vormacht des Biotischen Bundes. (Erste Münzprägung eines Bundes).
  • Neapolis gegründet
  • in Spanien: Rhodai, Emporion, Mainake gegründet; 
  • Barke (in Nordafrika) gegründet

 

  • 550-490 Tempelartige Schatzhäuser in Delphi: 
  • 550: Schatzhaus der Sikyonier (Metopen)
  • Ca. 550 Bau der Stoa Basileios auf der athener Agora.
  • Ca. 550 Bau des Tempels des Apollon Patroos auf der athener Agora.
  • 550-520 Exekias
549
 
  • Hekataios geboren
548
  • Archon: Erxikleides (Paus.10,5,13)
 
  • Der Brand des Tempels in Delphi wird den Peisistratiden angelastet. Neubau durch die "Alkmaioniden".
  • Anaximenes blüht
546
  • Sparta setzt sich nach Tegea auch gegen Argos durch. Der Konflikt hatte sich an dem Versuch von Argos entzündet, die ihnen von den Spartanern entrissene Kynuria zurückzuerobern. Zunächst hatte man die Entscheidung vom Kampf jeweils 300 ausgewählter Hopliten abhängig gemacht. Da dieser kein eindeutiges Ergebnis brachte, kam es zum Kampf, in dem Sparta siegte (Herod.1,82; Strab.p.376). Sparta begründet den Peloponnesischen Bund. Es wird zur Schutzmacht. 
  • Gleichzeitig mit der Auseinandersetzung zw. Sparta und Argos wird Sardeis von Kyros belagert. Kroisos wird besiegt und das lydische Reich von Kyros erobert.
  • Damit beginnt die Unterwerfung der kleinasiatischen Griechen und Inselgriechen durch die Perser. (Herod.1,141; Herod.1,152f.; Herod.1,161-171).
  • Peisisistratos siegt bei Pallene über seine Gegner. Emigration der Alkmaioniden nach Delphi und Sparta. Solonische Verfassung bleibt in Kraft. Rege Bautätigkeit in Athen und Eleusis. (Herod.1,60-64; Aristot.Pol.5,9,23; Thuk.6,59)
  • Hipponax aus Ephesos (Choliamben) (Suda, Mar.Par.43)
545
 
544
 
  • Pherekydes aus Syros blüht (Diog.Laert.1,121)
  • Theognis aus Megara (Elegien) blüht
543
  • Elea in Unteritralien (v. Phokaia) gegründet (Herod.1,167; Strab.p.252; Skymn.250)
  • Die Teier flüchten nach Abdera (Herod.1,167)
  • Phokylides aus Miletos (polit. Elegie, Spruchdichtung);

 

540
  • 540-524: Lygdamis Tyrann auf Naxos
  • 540 Seeschlacht bei Alalia: Die Griechen, die sich nach der persischen Zerstörung von Phokaia (545) in Allalia auf Korsika angesiedelt hatten, verlieren gegen die alliierten Etrusker und Karthager und ziehen sich von Korsika nach Süditalien (Rhegion) zurück.
  • Erfolgreiche Verteidigung von Massalia.
  • 540: Schatzhaus von Knidos in Delphi.

 

539
 
  • Ibykos aus Rhegion (melische Dichter) blüht (Eusebius)
538
  • 538-522: Polykrates wird Tyrann von Samos, indem er sich gegen seine Brüder Syloson und Pantagnotos durchsetzt (Herod.3,39-60; Herod.3,120-125; Aristot.Pol.5,9,4). Lygdamis von Naxos soll ihm dabei geholfen haben (Herod.1,64).
    Herod.3,39.:<Πολυκράτης ὁ Αἰάκεος> ἔσχε Σάμον ἐπαναστάς. Καὶ τὰ μὲν πρῶτα τριχῇ δασάμενος τὴν πόλιν τοῖσι ἀδελφεοῖσι Πανταγνώτῳ καὶ Συλοσῶντι διένειμε, μετὰ δὲ τὸν μὲν αὐτῶν ἀποκτείνας, τὸν δὲ νεώτερον Συλοσῶντα ἐξελάσας ἔσχε πᾶσαν Σάμον. (3,39) Polykrates, den Sohn des Aiakes, hatte Samos durch einen Handstreich in seine Gewalt gebracht: Zuerst teilte er die Stadt in drei Teile und übertrug je einen seinen Brüdern Pantagnotos und Syloson. Danach tötete er den einen von ihnen, den jüngeren Syloson aber, verjagte er und gewann so die Herrschaft über ganz Samos. (Übersetzung: E.Gottwein)
  • Unter Polykrates erlebte Samos seine größte Blüte: Herod.3,139 hält sie für die größte aller griechischen und barbarischen Städte. Samos verfügte damals auch die stärkste griechische Seemacht (Herod.3,39; Thuk.1,13). Nach dem Tod des Polykrates eroberten die Perser die Insel und übergaben sie seinem Bruder Sosylos, den er verbannt hatte (Herod.3,139-149).
  • Nach der Einnahme von Sardeis erobert Kyros auch Babylon (Herod.1,178; Xen.Kyr.7,2)
  • Xenophanes aus Kolophon (Eleaticorum princeps, Cic.ac.2,42) blüht (Diog.Laert.9,20)
537
  • Peisistratos gewinnt zum dritten Mal die Tyrannis in Athen (Herod.1,63f.).
    Herod.1,63f.: (1,63) Οἱ δὲ ἀμφὶ Πεισίστρατον ἐσπεσόντες τοὺς Ἀθηναίους τρέπουσι. Φευγόντων δὲ τούτων βουλὴν ἐνθαῦτα σοφωτάτην Πεισίστρατος ἐπιτεχνᾶται, ὅκως μήτε ἁλισθεῖεν ἔτι οἱ Ἀθηναῖοι διεσκεδασμένοι τε εἶεν· ἀναβιβάσας τοὺς παῖδας ἐπὶ ἵππους προέπεμπε, οἱ δὲ καταλαμβάνοντες τοὺς φεύγοντας ἔλεγον τὰ ἐντεταλμένα ὑπὸ Πεισιστράτου, θαρσέειν τε κελεύοντες καὶ ἀπιέναι ἕκαστον ἐπὶ τὰ ἑωυτοῦ. (1,64) Πειθομένων δὲ τῶν Ἀθηναίων, οὕτω δὴ Πεισίστρατος τὸ τρίτον σχὼν Ἀθήνας ἐρρίζωσε τὴν τυραννίδα ἐπικούροισί τε πολλοῖσι καὶ χρημάτων συνόδοισι, τῶν μὲν αὐτόθεν, τῶν δὲ ἀπὸ Στρυμόνος ποταμοῦ συνιόντων, ὁμήρους τε τῶν παραμεινάντων Ἀθηναίων καὶ μὴ αὐτίκα φυγόντων παῖδας λαβὼν καὶ καταστήσας ἐς Νάξον (καὶ γὰρ ταύτην ὁ Πεισίστρατος κατεστρέψατο πολέμῳ καὶ ἐπέτρεψε Λυγδάμι), πρός τε ἔτι τούτοισι τὴν νῆσον Δῆλον καθήρας ἐκ τῶν λογίων, καθήρας δὲ ὧδε· ἐπ' ὅσον ἔποψις [ἀπὸ] τοῦ ἱροῦ εἶχε, ἐκ τούτου τοῦ χώρου παντὸς ἐξορύξας τοὺς νεκροὺς μετεφόρεε ἐς ἄλλον χῶρον τῆς Δήλου. Καὶ Πεισίστρατος μὲν ἐτυράννευε Ἀθηνέων, Ἀθηναίων δὲ οἱ μὲν ἐν τῇ μάχῃ ἐπεπτώκεσαν, οἱ δὲ αὐτῶν μετ' Ἀλκμεωνιδέων ἔφευγον ἐκ τῆς οἰκηίης. (1,63) Peisistratos fällt mit seinen Leuten über die Athener her und schlägt sie in die Flucht. Als sie fliehen, denkt sich Peisistratos einen sehr raffinierten Plan aus, damit sich die Athener nicht wieder sammelten und zerstreut blieben: Er ließ seine Söhne die Pferde besteigen und vorausreiten. Diese holten die Flüchtenden ein und sagten, was ihnen Peisistratos aufgetragen hatte: Sie sollten guten Mutes sein und jeder an seine Arbeit gehen. (1,64) Weil ihm die Athener aber folgten, bekam Peisistratos so zum dritten Mal Athen in seine Hand. Er konnte die Tyrannis, gestützt auf viele Anhänger und reiche Mittelzuflüsse, die er teils vor Ort hatte, teils vom Strymon her bezog, verwurzeln. Auch hatte er die Söhne der Athener, die dageblieben und nicht sofort geflohen waren, als Geiseln genommen und nach Naxos gebracht. Denn auch dieses hatte Peisistratos unterworfen und Lygdamis überantwortet. Außerdem reinigte er auf Grund von Oraklesprüchen die Insel Delos, wobei der die Reinigung so vollzog: Aus allem Land, das man vom Heiligtum her überblicken konnte, ließ er ausnahmslos die Toten ausgraben und in einen anderen Landstrich von Delos umbetten. Und so war Peisistratos denn Tyrann über Athen. Von den Athenern aber waren einige in der Schlacht gefallen, andere aber waren mit den Alkmeoniden von zu Hause geflohen. (Übersetzung: E.Gottwein)
 
536
  • Archon: ...aios (Marm.Par.43)
 
 
535
   
534

Römische Geschichte

 
  • Thespis: Erste Aufführung einer Tragödie in Athen auf dem Tanzplanz der Agora (Suda).
533
  • Archon: Therikles (Dion.Hal.ant.4,41)
 
  • Pythagoras aus Samos blüht (Mathematiker, Philosoph, Staatsmann)
531
 
530
 
  • Olympieion (unvollendeter Zeustempel in Athen)
  • Export von Vasen und Tonsarkophagen aus Klazomenai
  • Älteste rotfigurige Vase des Andokides
529
  • Tod des Kyros nach 30 Regierungsjahren (Iustin.1,8,14; Herod.1,214), Kambyses ist sein Nachfolger (Herod.3,66f) 
 
528
  • Archon: Philoneos (Aristot.Ath.Pol.17,1)
 
 
527
  • Tod des Peisistratos (561-527), 33 Jahre nach Regierungsantritt, Aristot.Polit.5,12; Thuk.6,54); sein Sohn Hippias folgt ihm als Tyrann.
  • Über Hippias, die Ermordung des Hipparchos und die Vertreibung der Peisistratiden: Thuk.1,20; Herod.5,55f.; Herod.5,62-65; Herod.6,54-59.
  • Dikaiarcheia (Puteoli) gegründet
 
526
   
525
  • Sparta interveniert in Samos gegen Polykrates. Die Spartaner folgten damit dem offiziellen Hilfegesuch samischer Verbannten, die Polykrates, weil sie ihm verdächtig waren, dem Kambyses zur Verstärkung seines Ägyptischen Heeres hatte schicken wollen. Allerdings hatten sie rechtzeitig diesen Plan durchschaut und kehrt gemacht (Herod.3,39-60).
    Herod.3,39.: Καμβύσεω δὲ ἐπ' Αἴγυπτον στρατευομένου ἐποιήσαντο καὶ Λακεδαιμόνιοι στρατηίην ἐπὶ Σάμον τε καὶ Πολυκράτεα τὸν Αἰάκεος, ὃς ἔσχε Σάμον ἐπαναστάς. (3,39) Als Kambyses gegen Ägypten zog, unternahmen die Spartaner einen Feldzug gegen Samos und gegen Polykrates, den Sohn des Aiakes, der Samos durch einen Handstreich in seine Hand bekommen hatte. (Übersetzung: E.Gottwein)
  • Ausbau des Enneakrunos (Stadtbrunnen) in der SO-Ecke der Agora (Paus.1,14,1)
  • Schatzhaus von Siphnos in Delphi (Fries).
524
  • Archon: Miltiades (Dion.Hal.ant.7,3)
  • Tod des Lygdamis, des Tyrannen von Naxos (540-524)
 
523
 
  • Choirilos führt zum ersten Mal eine Tragödie auf (Suda)
522
  • Archon: Peisistratos (Enkel des Tyrannen)
  • Ermordung des Polykrates (538-522) (Herod.3,120)
  • Zwölf-Götter-Altar im Norden der Agora von Athen als Mittelpunkt der Stadt (diente der Angabe von Entfernungen).
521
  • Tod des Kambyses (nach einer Herrschaft von 7 Jahren und 5 Monaten (Herod.3,66)); Pseudo-Smerdis; Dareios (521-485), Sohn des Hystaspes 
 
520
  • Hippias lässt den Hügel Munychia besfestigen.
  • Einführung des Waffenlaufes in Olympia
    Paus.5,8,10: τῶν δὲ ὁπλιτῶν ὁ δρόμος ἐδοκιμάσθη μὲν ἐπὶ τῆς πέμπτης ὀλυμπιάδος καὶ ἑξηκοστῆς, μελέτης ἐμοὶ δοκεῖν ἕνεκα τῆς ἐς τὰ πολεμικά· τοὺς δὲ δραμόντας ἀσπίσιν ὁμοῦ πρῶτος Δαμάρετος ἐκράτησεν Ἡραιεύς. Der Lauf der Schwerbewaffneten fand in der 65. Olympiade Anerkennung, wie ich glaube, wegen der damit verbundenen kriegerischen Übung. Unter denen, die mit ihrem Schild liefen, siegte als erster Demaretos aus Heraia. (Übersetzung: E.Gottwein)
  • Älterer Athena-Tempel auf der Akropolis
  • Kuros von Anavyssos
  • Kore des Antenor (Athen)
  • Pythagoras in Süditalien (Cic.Tusc.1,16; Cic.Tusc.4,1; Gell.17,21,6)
519
  • Gegen Theben schließen sich Oropos und Plataiai an ../graeca/lex/a_geo03_athen.htm an, 93 Jahre später ergeben sich die Plataier den Spartanern, die ihre Stadt 427 vernichten. (Thuk.3,68; Herod.6,108).
  • Kratinos (519-422) Komiker) geboren
518
 
  • Pindar (Chorlyriker) geboren (Suda)
517
  • Dareios teilt das Perserreich in 20 Satrapien 
 
515
  • Miltiades, Kimons Sohn, folgt seinem Bruder Stesagoras auf der Chersonnes nach dessen Tod (für mindestens 22 Jahre) nach (Herod.6,39).
 
514
  • Die Ermordung des Hipparchos, des Bruders des regierenden Hippias, durch Harmodios und Aristogeiton an den Großen Panathenaien war eigentlich privat motiviert und führte nicht sofort zur Beseitigung, sondern einer Verschärfung der Tyrannis. Trotzdem galten Harmodios und Aristogeiton den Athenern in der Folgezeit als Inbegriff der Tyrannenmörder und wurden so im Lied (Skolion) gefeiert. (Thuk.6,56f.; Herod.5,56).
  • Zug des Dareios gegen die Skythen. Schiffsbrücke über die Donau von Histiaios aus Miletos und Miltiades gesichert (Nep.Milt.3).
 
513
   
512
  • Die Alkmaioniden fallen in Attika ein, werden aber von Hippias geschlagen.
 
511
  • Archon: Harpaktides (Aristot.Ath.Pol.19,6)
  • Sybaris wird 210 Jahre nach seiner Gründung (721) von Kroton aus zerstört.
    Skymn.357ff.
    Κροτωνιᾶται πλησίον δὲ κείμενοι
    κατὰ κράτος αὐτοὺς ἦραν ἐν βραχεῖ χρόνῳ
    τὰ πάντα διαμείναντας ἀπταίστως ἔτη
    ὡς ἑκατὸν ἐνενήκοντα πρὸς τοῖς εἴκοσι.
    Die nahebei wohnenden Krotoniaten vernichteten sie in kurzer Zeit mit aller Kraft, die alles 210 Jahre lang schadlos durchgehalten hatten.
     
  • Phrynichos siegt als Tragiker (Suda)
510

Römische Geschichte

  • Kleomenes (vielleicht schon seit 519) und Demaratos sind Könige in Sparta und nehmen beide an der spartanischen Intervention in Athen gegen Hippias teil (Herod.5,64; Paus.3,7,7).
  • Hippias wird gestürzt und emigriert nach Sparta. Die Alkmaioniden hatten zuerst ein Heer gegen Hippias geführt, aber bei Leipshydrion eine Niederlage erlitten (Herod.5,62). Dann fanden sie die Unterstützung der Spartaner.
  • Sparta war mehrfach vom delphischen Orakel zur Unterstützung der Alkmaioniden aufgefordert worden; denn die Alkmaioniden hatten den Apollontempel in Delphi wieder aufgebaut, nachdem er 548 abgebrannt war (Herod.1,50; Herod.2,180; Paus.10,5,5). Als Anchimolios, den die Spartaner zuerst schickten, geschlagen wurde, schickten sie König Kleomenes. Hippias' Söhne gerieten in Kleomenes' Hand, so dass Hippias einen Vertrag schließen musste und nach Sigeion abzog, einem Stützpunkt, den sich die Peisistratiden unterworfen hatten (Herod.5,94).
  • Sparta interveniert in Sikyon gegen die Orthagriden
  • Phokis unter thessalischer Herrschaft
  • Kroton zerstört Sybaris. Karthager verhindern, das sich Griechen in Westafrika ansiedeln
  • Schatzhaus v. Kyrene in Olympia
  • Apoll von Tenea (Kuros in München)
  • Schwarz- und rotfigurige Vase des Andokides (München)
  • Vasen des Euphronios
  • Pythagoras war, als Tarquinius Superbus vertrieben wurde, angeblich 96 (oder 60) Jahre alt und starb im Alter von 99 Jahren (Diog.Laert.8,47).
  • Telesilla aus Argos blühte. Sie ist nicht nur Dichterin, sondern bewährt sich auch als "Feldherrin" (Paus.2,20,7; Plut.virt.mul.254; Herod.6,77)

 

Sekundärliteratur

 
Sententiae excerptae:
Literatur:

12 Funde
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Solon's Prayer to the Muses
in:TrPrAPA 80/1949, 50-65
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1197  Alt, K.
Solons Gebet zu den Musen
in: Herm.107/1979,389
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2383  Fraenkel, H.
Dichtung und Philosophie des frühen Griechentums. Eine Geschichte der griechischen Epik, Lyrik, Prosa bis zur Mitte des fünften Jahrhunders
New York 1951; München (Beck) 1962
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Dichtung und Philosophie des frühen Griechentums. Eine Geschichte der griechischen Epik, Lyrik und Prosa bis zur Mitte des 5. Jhs.
München (Beck) 2/1962
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463  Herodotos
Die Novellen und Anekdoten des Herodotos, (deutsch) mit Illustrationen von Werner Klemke
Leipzig, Koehler & Amelang 1968
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318  Müller, G.
Homerische Ate-Begriff und Solons Musenelegie
in: Nav.Chil. Leiden (Brill) 1956
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326  Nestle, W.
Odyssee-Interpretationen II: Solon und die Odyssee
in: Herm 77/1942,129-135
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93  Regenbogen, O.
Geschichte von Solon und Krösus (Kroisos). Eine Studie zur Geistesgeschichte...
in: Kl.Schrft., München (Beck) 1961
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Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen. Die Vorsokratiker und ihre Voraussetzungen. Tübinger Vorlesungen Bd. I
Frankfurt/M (Suhrkamp) 1/1978
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Die Anfänge der Geschichtsschreibung bei den Griechen. Herodot, Thukydides. Tübinger Vorlesungen Bd. II.
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Die frühgriechische Lyrik. Tübinger Vorlesungen Bd. III
Frankfurt/M (Suhrkamp) 1/1989
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1436  Wolf, E.
Vorsokratiker und frühe Dichter [Griechisches Rechtsdenken I],
Frankfurt/M (Klostermann) 1950
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