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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI

Cap.1-51

 
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HISTORIA APOLLONII REGIS TYRI
48
DIE GESCHICHTE DES KÖNIGS APOLLONIUS VON TYRUS
48

Rettung Tarsias durch Seeräuber. Scheinbegräbnis in Tarsus

48 Et exinde cum suis omnibus et cum genero atque filia navigavit, volens per Tharsum proficiscens redire ad patriam suam. Vidit in somnis quendam angelico habitu sibi dicentem: "Apolloni, dic gubernatori tuo, ad Ephesum iter dirigat; ubi dum veneris, ingredere templum Dianae cum filia et genero, et omnes casus tuos, quos a iuvenili aetate es passus, expone per ordinem. Post haec veniens Tharsos vindica innocentem filiam tuam."

Expergefactus Apollonius excitat filiam et generum et indicat somnium. At illi dixerunt: "Fac, domine, quod iubet." Ille vero iubet gubernatorem suum Ephesum petere. Perveniunt felici cursu. Descendens Apollonius cum suis templum Dianae petit, in quo templo coniunx eius inter sacerdotes principatum tenebat. Erat enim effigie satis decora et omni castitatis amore assueta, ut nulla tam grata esset Dianae nisi ipsa. Interveniens Apollonius in templum Dianae cum suis rogat sibi aperiri sacrarium, ut in conspectu Dianae omnes casus suos exponeret. Nuntiatur hoc illi maiori omnium sacerdotum, venisse nescio quem regem cum genero et filia cum magnis donis, talia volentem in conspectu Dianae recitare.

At illa audiens regem advenisse induit se regium habitum, ornavit caput gemmis et in veste purpurea venit, stipata catervis famularum. Templum ingreditur. Quam videns Apollonius cum filia sua et genero corruerunt ante pedes eius. Tantus enim splendor pulcritudinis eius emanabat, ut ipsam esse putarent deam Dianam.

Interea aperto sacrario oblatisque muneribus coepit in conspectu Dianae haec effari atque cum fletu magno dicere: "Ego cum ab adulescentia mea rex nobilis appellarer et ad omnem scientiam pervenissem, quae a nobilibus et regibus exercetur, regis iniqui Antiochi quaestionem exsolvi, ut filiam eius in matrimonio acciperem. Sed ille foedissima sorde sociatus ei, cuius pater a natura fuerat constitutus, per impietatem coniunx effectus est atque me machinabatur occidere. Quem dum fugio, naufragus factus sum et eo usque a Cyrenensi rege Archistrate susceptus sum, ut filiam suam meruissem accipere. Quae mecum ad regnum percipiendum venire desiderans, hanc filiam parvulam enixa est, quam coram te, magna Diana, praesentari in somnis angelo admonente iussisti. Postquam in navi eam peperit, emisit spiritum. Indui eam honestum regium dignumque habitum sepulturae et in loculum deposui cum XX sestertiis auri, ut ubi inventa fuisset, ipsa sibi testis esset, ut digne sepeliretur.

Hanc vero meam filiam commendavi iniquissimis hominibus Stranguillioni et Dionysiadi, et luxi in Aegypto per annos XIIII uxorem flens fortiter, et postea veni, ut filiam meam reciperem. Dixerunt mihi, quod esset mortua. Iterum cum redivivo involverer luctu, post matris atque filiae mortem cupienti exitum vitam mihi reddidisti."

48. Darauf schiffte er sich mit all seinen Leuten und mit dem Schwiegersohn und der Tochter ein, um erst Tharsus zu berühren und dann in seine Heimat zurückzukehren. Da sah er im Traum eine Erscheinung in Engelsgestalt und hörte von ihr die Worte: "Apollonius, gebiete deinem Steuermann, die Fahrt gen Ephesus zu richten; und wenn du dorthin gekommen bist, so tritt in den Tempel der Diana ein mit der Tochter und dem Schwiegersohn und nenne der Reihe nach alle deine Wechselfälle her, die Du von deinen Jünglingsjahren an durchgemacht hast dann begibt sich nach Tharsus und nimm Rache für deine unschuldige Tochter." Apollonius erwacht; er weckt Tochter und Schwiegersohn und kündet ihnen den Traum. Beide sagten: "Tu, Herr, wie du geheißen bist!" Er aber gebietet dem Steuermann, gen Ephesus zu lenken. In glücklicher Fahrt kommen sie dorthin. Apollonius steigt aus und betritt mit den Seinen den Tempel der Diana, in dem seine Gattin unter den Priesterinnen die erste war. Denn sie war an Antlitz gar schön und des sittlichen Wandels so ganz mit Liebe beflissen, dass keine in gleichem Maß der Diana wohlgefällig war wie sie. Als nun Apollonius mit den Seinen in den Tempel der Diana kommt, bittet er, ihm das Heiligtum zu erschließen, dass er unter Dianas Augen alle seine Schicksalsfälle herzähle. Da meldet man ihr, die die höchste von allen Priesterinnen waren, es sei ein König gekommen mit Schwiegersohn und Tochter und mit reichen Geschenken, der unter Dianas Augen solcherlei erzählen wolle. Da sie aber hörte, dass ein König angelangt sein, legte sie königlichen Staat an, zierte das Haupt mit Edelsteinen und erschien in purpurner Gewandung, umringt von den Scharen dienender Frauen. So trat sie in den Tempel. Als Apollonius sie schaute, warf er sich mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohn ihr zu Füßen. Denn solcher Glanz der Schönheit umstrahlte sie, dass sie die Göttin Diana in wahrer Wesenheit zu blicken vermeinten. Als derweil das Heiligtum erschlossen war und die Geschenke dargereicht waren, begann er unter den Augen Dianas solches auszusagen und mit lautem Weinen zu sprechen: "Da ich von meinen Jugendjahren an ein edler König geheißen war und zu jeglichem Wissen war herangebildet worden, wie es von Edelgeborenen und von Königen gepflegt wird, löste ich das Rätsel des schlimmgesinnten Königs Antiochus, auf dass ich seine Tochter zur Ehe erhielt. Er aber war derjenigen in schmutzigster Schande gesellt, zu deren Vater ihn die Natur bestimmt hatte, und da er in so getaner Frevelhaftigkeit ihr Gemahl geworden war, traf er Anstalten, mich zu töten. Indem ich nun vor ihm flüchtete, erlitt ich Schiffbruch und wurde von dem Kyrenäerkönig Archistrates so wohlwollend aufgenommen, dass ich mir sogar verdiente, seine Tochter zum Weib zu erhalten. Da diese mit mir zu reisen verlangte, dass wir das Reich übernähmen, (gebar sie) die kleine Tochter, dies Kind hier, das du, Diana, durch die Mahnung des im Schlaf erschienenen Engels dir hast darstellen heißen. Nachdem sie aber das Kind auf der See geboren hatte, gab sie ihren Geist auf. Ich tat er ein schickliches, einer Königin vollwürdiges Totengewand an und legte sie in einen Sarg zusammen mit 20 Goldgulden, auf dass, wenn sie aufgefunden würde, sie sich selbst Zeugin sein könnte für ein würdiges Begräbnis. Diese meine Tochter aber vertraute ich den unrechtlichsten Menschen an, dem Stranguillio und der Dionysias, und brachte 14 Jahre in Ägypten zu, derweil ich bitterlich um meine Gattin weinte. Danach kam ich, meine Tochter in Empfang zu nehmen. Da sagte man mir, sie sei tot. Und wie ich dann von erneuter Trauer umdüstert war und nach dem Hingang der Mutter und der Tochter den Tod begehrte, hast du mir das Leben wiedergeschenkt."

   
   
   
Text nach der Ausgabe von Gareth Schmeling, Übersetzung nach R.Peters. Bearbeitet v. E.Gottwein
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Aufgabenvorschläge:
 
Sententiae excerptae:w30
Literatur:
4 Funde
3561  Bömer, F.
Tityrus und sein Gott
in: WJb N.F.4,1949/50, 61-70
4108  Peters, Richard
Die Geschichte des Königs Apollonius von Tyrus, der Lieblingsroman des Mittelalters. Eingeleitet und nach der ältesten lateinischen Textform zum erstenmal übersetzt von Richard Peters
Berlin, Leipzig (J.Hegner) o.J. (ca. 1904)
4109  Schmeling, Gareth
Historia Apollonii regis Tyri, edidit G.Schmeling
Leipzig (Teubner) 1988
4110  Weymann, G.
Nodus Virginitatis
in: Rh.Mus.64,1909, S. 156-157
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